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Master live

Mach' ich mit links

Es gibt verschiedene Lerntypen. Zum Beispiel jene gesegneten Menschen, die eine Seite mit Vokabeln nur einmal intensiv betrachten und schon im Kopf behalten. Eine Schulfreundin von mir war eine von diesen faszinierenden visuellen Lerntypen und ich war regelmäßig sprachlos und auch ein bisschen neidisch, wie schnell sie Information aufnahm, während ich etwas mindestens zweimal abschreiben musste, um es mir zu merken. Entsprechend schlecht waren die Ergebnisse meiner Klausuren, weil ich als eher motorischer Lerntyp nicht dazu kam, den Stoff oft genug zu wiederholen.
Klar, man ist nie nur ein Lerntyp. Am leichtesten wird man sich Sachverhalte merken können, wenn man auch seinen auditiven Lerncharakter nutzt, der bei mir ebenfalls stark ausgeprägt ist. Leider hilft er mir aber nur beim Aufnehmen von Infos, nicht beim Wiedergeben. Einzig beim Auswendiglernen von Gedichten in der Grundschule oder im Musikunterricht beim Lernen von Liedern konnte ich so punkten. Liedtexte merke ich mir sehr leicht. Schade, dass einem der Lernstoff nicht öfter vorgesungen wird oder man diesen bei einem „Klausur-Vorsingen“ zum Besten geben kann. Dann wären meine Noten wohl bombastisch gut.
Da das aber nicht so ist, schreibe ich immer in der Prüfungsphase enorm viel, um den Lernstoff in mein Hirn und dann auf das Klausurpapier zu bringen. Im besten Falle schreibe ich so lang, bis ich die Aufgabe geradezu mit links meistere.
Dieses Mal musste ich das „mit links“ leider schmerzlich ernst nehmen: Ich habe so viel geschrieben, dass mir irgendwann meine Schreibhand, die rechte, wehtat. Die große Gutachten-Prüfung im Öffentlichen Recht traf wohl die größte Schuld. Erstens musste ich die Prüfungspunkte immer wieder abschreiben und zweitens hatte man in der Prüfung nur 120 Minuten Zeit, um so unendlich viel zu Papier zu bringen, dass der Krampf in der Hand fast vorprogrammiert war.
Ich habe mein Schreibpensum also eindämmen müssen, was sich in meinem schlechteren Verständnis für die Inhalte widerspiegelte. Nach der letzten Klausur stand fest: Ich hatte mir eine ordentliche Sehnenscheidenentzündung am rechten Daumen erarbeitet, ähnlich wie auch schon kurz vor dem Abitur und vor drei Jahren vor einer großen Modulprüfung. Ich konnte mir nicht mal mehr den Hosenkopf mit rechts zu machen! Meine Hand hat nicht mehr mitgemacht und sich mit unangenehmem Schmerz für die Misshandlung der vergangenen Wochen revanchiert. Immerhin keinen Tag zu früh, sonst hätte ich die Prüfungen nicht schreiben können.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Mar 8, 2017
Autor: Mia
Rubrik: studium
Mar 8, 2017

Master live

Schädel, Hirnhaut, Gehirnmasse

In diesem Semester habe ich ein Neurologie-Modul besucht. Die Vorlesungen wurden von Dozierenden gehalten, die alle am Max-Planck-Institut forschen. Wir haben über verschiedene neurologische Störungen und Erkrankungen wie zum Beispiel Demenz, Schlaganfall, Multiple Sklerose und Hirntumore gesprochen. Ich finde Anatomie, vor allem im Gehirn, super spannend. Das Gehirn ist wie ein genial-verstricktes, super komplexes Computersystem, bei dem das Zusammenspiel aus Nervenzellen, Chemikalien und elektrischen Potenzialen Mich und Dich ergibt.
Es ist immer mal wieder erschreckend, festzustellen, wie wir doch alle als menschliche Roboter funktionieren, bei denen nur ein Neurotransmitterhaushalt gestört sein muss, um psychisches Erleben und Verhalten zu verändern; oder bei denen man nur eine Elektrode in das richtige Gehirnareal stecken muss, um Parkinson-Symptome oder auch Depressionen zu mindern.
Wenn irgendwo ein Loch entsteht, zum Beispiel in einer Arterie durch ein Schädel-Hirn-Trauma, läuft das Blut aus und breitet sich durch den Druck immer weiter aus. Der Druck wiederum beeinträchtigt die Hirnareale, die an dieser Stelle verortet sind. So kann es passieren, dass zum Beispiel Lähmungserscheinungen auftreten, die aber auch wieder verschwinden, sobald das Blut entfernt und das Loch in der Arterie geschlossen wurde. Zu diesem habe ich in der Vorlesung zum ersten Mal Aufnahmen des Kopfs von innen gesehen. Wir haben uns nämlich ein Video von einer Gehirn-OP angesehen, bei der ein solches Loch repariert wurde. Das was wirklich sehr interessant.
Ein anderes, in der Psychologie sehr prominentes Beispiel sind zwei Hirnareale, die man für die Sprachproduktion und das Sprachverständnis verantwortlich macht. Kommt es zu Verletzungen in einem der beiden Areale, kann ein Patient oder eine Patientin zwar sprechen, hat aber beim Verständnis Probleme. Es gibt so viele kleine Bereiche, in denen irgendeine Schädigung auftreten könnte, da wundert es mich schon öfter mal, dass die meisten Menschen gesund sind.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Mar 7, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
Mar 7, 2017

Master live

Experimentelle Psychopathologie

Eine sehr interessante Vorlesung hatte ich dieses Semester im Fachbereich Experimentelle Psychopathologie. Kurz gesagt geht es dabei um die experimentelle Erforschung psychischer Störungen, meist anhand von Tierversuchen. Der Dozent war auf experimentelle Suchtforschung spezialisiert. Dabei wird beispielsweise untersucht, wie Laborratten auf Drogen reagieren. Ein tierexperimentelles Paradigma der Depression ist zum Beispiel die sogenannte „gelernte Hilflosigkeit“. Diese misst, wie viel Aufwand Tiere einsetzen, um einer bedrohlichen Situation zu entgehen. Ratten werden für fünf Minuten in ein Wasserbecken gesetzt und die Zeit gemessen, die sie aufwenden, sich zu befreien. Depressive Ratten versuchen kaum, herauszukommen. Laut des Dozenten bestehe daher die Theorie, dass Depressionen im Wesentlichen darauf zurückzuführen sind, dass Lebewesen die Erfahrung gemacht haben, schlimmen Situationen nicht entgehen zu können. Dieses Verhalten hängt mit bestimmten neuronalen Veränderungen zusammen, zum Beispiel der Verkleinerung gewisser Gehirnareale oder einer Senkung bestimmter Neurotransmitter. Entfernt man einer gesunden Ratte ein bestimmtes Gehirnareal, zeigt sie sofort mehr „gelernte Hilflosigkeit“. Wenn getestet wird, ob der Langzeitgebrauch von Drogen zu Depressionen führt, wird den Ratten diese Droge über Wochen induziert und dann überprüft, wie apathisch sie auf bedrohliche Situationen reagieren. Ebensolche Paradigmen gibt es auch für Angststörungen, Zwangsstörungen und Schizophrenie.
Aber auch am Menschen wird geforscht. Patienten, die drogensüchtig sind oder eine Gehirnverletzung haben, werden in ihrer Performance in Tests und Experimenten verglichen. So können Menschen, deren präfrontaler Cortex beschädigt ist, weniger flexibel auf Regeländerungen in Spielen reagieren, obwohl ihnen diese mitgeteilt wurden und sie diese auch sprachlich verstanden haben.
Sehr interessant sind auch Studien mit Hirnschrittmacherpatienten. Bei Morbus Parkinson zum Beispiel kann eine dauerhafte Elektrode in motorischen Arealen installiert werden, die Strom injiziert und so die unkontrollierten Bewegungen der Patienten normalisiert.

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  Mar 3, 2017
Autor: Lukas
Rubrik: studium
Mar 3, 2017