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Barrierefrei studieren?

Wer bin ich und was kann ich werden? (Teil 1 von 2)

Welche Berufsperspektiven hat eine blinde Studentin? Die Buchwissenschaft ist ein weites Feld mit vielen Möglichkeiten. Auch für die Politische Wissenschaft kann man das behaupten. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – bin ich stark verunsichert.

Ich habe noch lebhaft die Stimme eines Dozenten im Ohr: „Es gibt doch Bibliotheken für Blinde. Könnten Sie nicht vielleicht dort ...?“

Ja, vielleicht. Tatsächlich absolviere ich im März ein vierwöchiges Praktikum bei der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB). Dort werden Brailletitel produziert und Audio Books aufgesprochen. Ich bin ehrlich gespannt darauf, die Einrichtung näher kennen zu lernen.

Und außerhalb des Blindenwesens?

Mein Traum war immer, Journalistin zu werden. Sportjournalismus wäre besonders reizvoll. Aber hier einen Fuß in die Tür zu setzen, dürfte sich als ausgesprochen schwer erweisen, zumal ich, abgesehen von ein paar freiwillig besuchten Publizistikkursen, über keinerlei journalistische Ausbildung verfüge.

Weiterhin fühle ich mich von dem Gedanken angezogen, ein Volontariat in einem Verlag zu machen. Die Plätze sind da natürlich auch begrenzt. Und die Konkurrenz ist sicherlich groß. Da ich selbst auch Romane schreibe, wünsche ich mir eine Stelle in einem Belletristiklektorat. Schließlich ist das Lektorat für die Autorenakquise und -bindung zuständig. Außerdem sollten Lektoren über beste Englischkenntnisse verfügen und die alte wie neue Rechtschreibung beherrschen. Alles Dinge, die man einüben kann.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Feb 15, 2010
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Feb 15, 2010

Buchwissenschaft

Literaturrecherche (Teil 3 von 3)

Zumindest hinsichtlich der Zeitschriftenartikel habe ich inzwischen eine attraktive Lösung gefunden: Die Deutsche Zentralbibliothek in Frankfurt ist bereit, für Buchwissenschaftsstudenten Recherchen in ihrer Datenbank durchzuführen. Sicherlich nur in begrenztem Umfang, aber das Angebot ist mir eine große Hilfe. Ich brauche nur die Schlagworte anzugeben und schon erhalte ich die Literaturhinweise zu den in buchwissenschaftlichen Fachzeitschriften erschienenen Titeln. Überdies stehen im Lesesaal der Nationalbibliothek auch Sehbehinderten- und Blindenarbeitsplätze zur Verfügung.

Ist das nicht großartig? Vor allem, wenn man die Alternativen bedenkt: mich mit einem Bekannten in die Institutsbibliothek zu setzen und die Hefte Stück für Stück durchzugehen. Oder vielleicht auch mit einer studentischen Hilfskraft.

Die Zeitschriftenartikel kann ich also bekommen. Doch was ist mit der Auswahl der Bücher? An meiner Uni gibt es einige und über Fernleihe kann ich viele weitere bekommen. Aber natürlich nicht alle. Bücher, die im Ankauf weniger als 15 Euro kosten, werden per Fernleihe nicht ausgeliehen. Und diese Obergrenze kann kein Zufall sein, denn der Ladenpreis etlicher Werke liegt bei 14,90 oder 14,95 Euro.

Was tut man in diesem Fall? Empfohlen wird immer, die eigene Bibliothek aufzufordern, die entsprechenden Bände in ihren Bestand aufzunehmen. Doch keine Bibliothek kann alle Titel anschaffen, die irgendeiner der unzähligen Studenten braucht. Also die Bücher kaufen? Aber wie viele? Welche sind wirklich wichtig?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Feb 9, 2010
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Feb 9, 2010

Barrierefrei studieren?

Literaturrecherche (Teil 2 von 3)

Einfach so lesen kann ich Zeitschriftenartikel nicht. Und viele lassen sich auch nur schwer einscannen. Mehrere Spalten, etliche Bilder ... Wie schön wäre es da, wenn man die Artikel in einer Online-Datenbank recherchieren und direkt über den Laptop einsehen könnte.

Während meines Praktikums beim Börsenblatt hätte ich diese Chance gehabt. Die Zeit dafür war ebenso vorhanden wie die entsprechende Datenbank, die alle jemals im Börsenblatt erschienenen Artikel erfasst. Ich hätte nur die Suchbegriffe eingeben müssen und schon wäre auf meinem Bildschirm eine Übersicht über die Beiträge erschienen, in denen das Schlagwort auftaucht.

Tatsächlich konnte ich diese Gelegenheit aber nicht nutzen; weil ich blind bin.

Es war und ist das alte Lied: Als Blinde bekomme ich aufgrund technischer Dissonanzen keinen Zugang zu einem unternehmensinternen Archiv. Da sitzt man dann an der Quelle und profitiert doch nicht davon.

Die Studentin, die zur gleichen Zeit ein Praktikum bei der Redaktion absolviert hat, hat versucht, mir zu helfen. Weit sind wir nicht gekommen. Denn ihr fehlte die Zeit, die Datenbank systematisch für mich durchzusuchen. Eine Stunde lang hat sie es trotzdem gemacht. Aber das ist auch nur der Anfang einer umfangreichen Recherche, die ich mir nun, auf die eine oder andere Weise, doch selbst organisieren muss. Ich denke, das wird sich regeln lassen. Aber wie wäre es, wenn ich in einem Archiv arbeiten müsste? Ist so etwas überhaupt möglich?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Feb 1, 2010
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Feb 1, 2010