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Zwischen Bachelor und Master

Drei Zimmer, Küche, Bad

Ein aktueller Zeitungsartikel, über den ich unlängst stolperte, offenbarte die traurige Wahrheit: Prager Wohnraum ist in Relation zum Einkommen einer der teuersten in Europa. Diese Erfahrung durfte ich nun wieder einmal selbst machen. Mit dem Ende meines Parlamentspraktikums galt es auch, die Dienstwohnung auf der Prager Kleinseite zu räumen und mich nach etwas Neuem umzusehen. Ich entschied mich, mit zwei Freunden eine eigene WG aufzumachen. Doch die eigentliche Herausforderung hatte damit gerade erst begonnen: Das Finden einer geeigneten Wohnung.
Also begann die Suche in den einschlägigen Facebook-Gruppen und auf den Inserats-Webseiten. Das Problem: In Prag läuft derzeit fast alles nur noch über Makler. Neben einer Kaution fällt so beim Einzug in der Regel auch noch eine komplette Monatsmiete für das Immobilienbüro an. Der erste Kontakt zu den Immobilienbüros gestaltete sich schwierig. Offenbar scheint der Andrang auf Wohnraum so groß zu sein, dass man es nicht als notwendig erachtet, auf Anfragen von potentiellen Mietern einzugehen. Irgendwann griff ich schließlich nur noch zum Telefon, um die Makler direkt zu erreichen.
Damit hatte ich dann auch mehr Erfolg. Schließlich konnten wir uns sechs Wohnungen anschauen. Wir hatten Glück: Nun wohnen wir drei in einer netten Wohnung im Prager Szeneviertel Zizkov. Dass ich hier einmal landen würde, damit hatte ich nun wahrlich nicht gerechnet. Wie in Tschechien üblich war die Wohnung bereits komplett ausgestattet – nicht nur mit Möbeln, sondern auch mit Geschirr, Staubsauger und Co. Zwar wohne ich nun im kleinsten und teuersten Zimmer meines Lebens – dafür aber in einer großartigen Lage und mit lieben Menschen. Und in wenigen Monaten heißt es ja auch schon wieder: Kisten packen, Zelte abbrechen, weiterziehen.

 

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 5, 2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: orientieren
Mar 5, 2019

Zwischen Bachelor und Master

Back to school ...

… heißt es für mich, wenn ich alle zwei Wochen Deutsch an einer Grundschule in einem Dorf in Südböhmen unterrichte. Eine überaus spannende Erfahrung!
Eine Freundin, die an eben dieser Schule Deutsch unterrichtet, war auf der Suche nach einem Muttersprachler, um ihren Schülern die deutsche Sprache noch näherzubringen. Und da stehe ich nun also und assistiere im Deutschunterricht.
Bereits nach zwei Einsätzen konnte ich feststellen: In tschechischen Schulen läuft so einiges anders als in deutschen. Da sind etwa die Klassenstufen: Die Grundschule geht bei unseren östlichen Nachbarn bis zur neunten Klasse, erst dann besucht man die Mittelschule oder das Gymnasium. Und auch sonst gibt es Unterschiede. Im Eingangsbereich der Schule werden in einer Art „Schleuse“. die Sachen abgelegt, die Straßenschuhe aus- und die Hausschuhe angezogen. Und das Schulgebäude scheint sich seit den 70er-Jahren kaum verändert zu haben. Dann sind da noch Details, die man wohl so in Deutschland nie finden würde: Zum Beispiel hängt in jedem Zimmer das Staatswappen der Tschechischen Republik eingerahmt an der Wand und im Rektorenzimmer sogar das Portrait des Präsidenten.
Der Unterricht ist jedoch sehr modern, zumindest hat meine Freundin einen fortschrittlichen Unterrichtsstil. Die Lehrbücher bleiben nicht selten geschlossen, stattdessen werden Methoden der Theaterpädagogik angewandt. Die Schüler haben so tatsächlich eine Menge Spaß beim Lernen. Und die Unterrichtenden auch!
Der Umgang mit den Schülern ist für mich eine tolle Erfahrung und bringt mich weiter – bisher hatte ich ja nur erwachsene Menschen unterrichtet. Dennoch ist es manchmal nicht ganz einfach: Pubertierende Jugendliche sind eben pubertierende Jugendliche. Ganz egal, ob in Tschechien oder in Deutschland.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 19, 2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: orientieren
Feb 19, 2019

Zwischen Bachelor und Master

Hallo Goethe

Seit Mitte Januar bin ich Praktikant im Prager Goethe Institut, das in einem prächtigen Gebäude am Ufer der Moldau sitzt. Früher befand sich hier im Gebäude die Botschaft der DDR und man hat einen famosen Blick auf die Prager Burg, das Nationaltheater und das Parlament.
In diesem geschichtsträchtigen Haus habe ich meinen Platz in der Programmabteilung. Hier werden die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen des Instituts geplant und organisiert. Das derzeitige Hauptthema ist „Krimiliteratur als Spiegel der Gesellschaft“ und ich freue mich schon sehr auf die bevorstehenden Lesungen und Filmvorführungen.
Eine meiner Hauptaufgaben ist die Betreuung der Veranstaltungsübersicht auf der Webseite. Das ist gar nicht so einfach, aber langsam finde ich mich in die Strukturen des Content Management Systems hinein und lerne dabei eine Menge. Außerdem betreue ich die Datenbank des zentralen Prager Filmarchivs und wirke an den Vorbereitungen eines großen deutschsprachigen Festivals mit, das im Oktober 2019 wieder in Prag stattfinden wird.
Bereits nach einer Woche bin ich tief beeindruckt von der Arbeit und Funktionsweise des Goethe Instituts, dieser „Kulturbotschaft“ Deutschlands in Tschechien. Hier im Prager Team fühle ich mich auf jeden Fall jetzt schon überaus wohl. Während man im tschechischen Parlament eben über die aktuellen Nachrichten und Zeitungsartikel und die jüngste Rede des Präsidenten diskutierte, spricht man jetzt über diese eine Sendung im Deutschlandfunk Kultur oder wertet gemeinsam eine Theaterinszenierung aus. Ich bin schon gespannt, was mich in meinen kommenden sechs Monaten im „Goethe“ noch alles erwartet!