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Die Lehrer von morgen

Mutter-Tochter-Konflikte

Am Wochenende war ich zu Gast in einer Landeskirchlichen Gemeinschaft. Zweimal im Jahr wird hier ein sogenanntes Frauenfrühstück angeboten, bei dem ein Referent ein bestimmtes Thema präsentiert, man gemeinsam singt und sich am reichhaltigen Frühstücksbuffet bedient. Diesmal handelte der Vortrag von Tochter-Mutter-Konflikten. Referentin war eine pensionierte Pfarrersfrau, die sich drei Hauptpunkten widmete:
Erstens ging es um die allgemeine Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Es gibt Mütter, die sehr fürsorglich sind und andere, die sich weniger kümmern. Anhand eines kleinen Sketches illustrierte die Referentin beiden Typen. Ebenso zeigte sie so auf, dass Töchter von ihren Müttern geprägt sind und gerne in ähnliche Verhaltensmuster wie diese fallen, was viele zum Schmunzeln brachte.
Der zweite Aspekt war der Umgang miteinander. Die Quintessenz war: Akzeptiere deine Mutter so, wie sie ist, denn in der Bibel heißt es: Du sollst deine Mutter ehren (vgl. 5.Mose 5,16). Gibt es Streitpunkte, sollen beide Seiten zurückstecken können.
Drittens berichtete die Referentin über Schuldgefühle. Gibt es Konflikte zwischen Mutter und Tochter, die schon verjährt sind, aber dennoch immer wieder hochkochen, braucht man Mut, um diese auszuräumen. Man könnte einen Brief schreiben oder das Gespräch suchen. Auf alle Fälle müsse man sich von dieser Last befreien – denn es könnte irgendwann zu spät dafür sein.
Das wusste sie aus eigener Erfahrung: Als ihre Mutter im Sterben lag, wünschte sie sich, bei ihrem Tod nicht allein sein zu müssen. Die Referentin hatte mit dem Personal des Altersheims vereinbart, dass sie sie anrufen sollen, sollte sich der Zustand ihrer Mutter verschlechtern. Doch als es eines Nachts soweit war, hatte sie den Anruf überhört – und kam zu spät: Ihre Mutter war alleine gestorben, die Tochter hatte ihr Versprechen nicht eingehalten. Bis heute sei ihr das eine schwere Last. Um damit fertig zu werden, besuchte sie regelmäßig die Seelsorge, fasste allen Mut zusammen und schrieb einen Brief an ihre verstorbene Mutter. In diesem entschuldigte sie sich aufrichtig und ließ alle Last los, die sie quälte.
Ich habe aus diesem Vortrag für mich persönlich mitgenommen, meine Mutter so anzunehmen, wie sie ist, und Konfliktsituationen zu vermeiden. Denn ich bin sehr froh, sie zu haben!

Die Lehrer von morgen

Land unter

Bei mir ist aktuell Land unter. Mein Leben wird dominiert von zwei großen, sehr schönen Themen: Ich bin drauf und dran mein Studium zu beenden und mit meinem Freund in unsere erste gemeinsame Wohnung zu ziehen. Wir haben eine schöne Bleibe gefunden und der Umzug ist Ende März geplant. Auch mit meinen Vorbereitungen für die Examensprüfungen im März und April läuft es ganz gut.
Trotzdem befinde ich mich gerade in einem merkwürdigen Schwebezustand. Einerseits ist alles so real, andererseits habe ich Sorge, mich zu sehr darauf zu verlassen, dass alles gut geht. Ich schreibe bereits Bewerbungen für Jobs ab Mai, in deren Anschreiben ich selbstverständlich erwähne, im April mein Studium zu beenden. Manchmal tut es gut, das so selbstbewusst auszusprechen. Doch es ängstigt mich auch, dass es nicht in meinen Plan passt, krank zu werden oder eine Prüfung nicht zu bestehen.
Heute ist so ein Tag, an dem ich ein ungutes Bauchgefühl habe. Für den Umzug ist so vieles noch nicht erledigt, etwa der Kauf einer Waschmaschine oder das Vereinbaren eines Termins für die Schlüsselübergabe. Und diese Prüfungen sind einfach unberechenbar, egal wie gut ich mich vorbereitet habe, denn sie sind alle mündlich. Das hat viele Vorteile: Man kann zum Beispiel Dinge richtigstellen, wenn man missverstanden wird, und auch in gewissem Maße das Prüfungsgeschehen auf das lenken, was man weiß. Allerdings sind mündliche Prüfungen stark abhängig von der jeweiligen Tagesform aller Beteiligten und man kann sich nicht so viel Zeit zum Antworten nehmen. Ich brauche aber immer etwas länger, um mich in einer Frage sicher positionieren und eine gute Antwort geben zu können. Nach der Prüfung erfahren wir direkt unsere Note. Im schlimmsten Fall wird man also stark demotiviert für die nächste Prüfung, ein positives Feedback dagegen könnte wiederum ein Ansporn sein. Ihr seht: Alles hat letztlich ein Für und Wider.
Dabei versuche ich nicht aus den Augen zu verlieren, dass es sich hier eigentlich um schöne Dinge handelt. Es fällt mir zwar schwer, Umzug und Examen gleichzeitig zu stemmen. Aber wenn alles gut geht, werde ich bereits am 27. April um etwa 10 Uhr morgens der glücklichste Mensch auf dieser Welt sein!

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Mar 20, 2018
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Mar 20, 2018

Die Lehrer von morgen

Guten Morgen, Berlin!

Nach dem Lernmarathon im Januar und Februar brauchte ich erst einmal eine Pause. Und wie kann man sich besser vom Stress erholen, als wegzufahren? Für die letzte Februarwoche war daher Urlaub angesagt – oder zumindest so etwas ähnliches. Seit zweieinhalb Jahren trete ich regelmäßig auf Poetry Slams auf und habe dabei im September in Koblenz JoPa aus Berlin kennengelernt. JoPa organisierte nun selbst einen Slam und so kam ich dazu, in Berlin zu slammen.
An drei Abenden stand ich auf der Bühne – mit unterschiedlichem Erfolg. Bei den ersten beiden Slams schied ich schon in der Vorrunde aus, beim letzten Slam gewann ich für mich vollkommen überraschend. Vor und nach den Auftritten konnte ich mich bestens mit den anderen Wortkünstlern austauschen. An einem Abend machte ich zum Beispiel mit einigen von ihnen einen Ausflug in die Berliner Nachtszene, bei dem ich mich auf der Karaokebühne einer Schwulenbar wiederfand und von der moderierenden Dragqueen die Rückmeldung bekam, sie hätte noch nie jemanden Bonnie Tylers „Total Eclipse of the Heart“ mit so viel Pathos singen hören wie mich.
Nach meiner Mini-Slamtour traf ich mich noch mit meiner Bonner Freundin Pia, die ebenfalls ein Wochenende in Berlin verbrachte. Mit ihr besuchte ich Museen, erkundete Hipster-Restaurants und war trotz Minusgraden erstaunlich viel zu Fuß unterwegs.
Ich bin unglaublich gerne in der Hauptstadt und habe mich sehr gefreut, ihr nach über einem Jahr mal wieder einen Besuch abstatten zu können. Zu Hause geht es jetzt wieder los mit dem Ernst des Lebens: Meine Hausarbeit ist morgen fällig und in zwei Wochen schreibe ich meine Nachklausur für Analysis III. Zum Glück hatte ich in meinem Kurzurlaub Zeit zum Nichtstun und habe erstaunlich wenig an den kommenden Stress gedacht, sodass ich jetzt gut erholt in den Lernendspurt starten kann.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 20, 2018
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 20, 2018