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Bachelor live

Wie verhält man sich als Tourist?

Eigentlich wollen wir gar keine Touristen sein, fällt mir auf, wenn ich mit Freunden über Reisen und Ausflüge spreche. Viel lieber möchten wir uns für einige Tage wie Einheimische fühlen – die Tourismusbranche weiß das längst und wirbt mit „Geheimtipps“, „Restaurants, in denen auch Einheimische speisen“ und „Pfaden abseits der Touristenwege“. Als ich mich dafür entschied, ein Workcamp in Südafrika zu machen, fühlte sich das durchaus nach einem Pfad abseits der Touristenwege an. Wenn wir morgens im Kinderheim eine Wand strichen und danach in die Innenstadt Kapstadts fuhren, um Fotos von bunten Häusern zu machen, war es oft nicht so einfach zu verkraften, dass Welten zwischen diesen beiden Szenarien lagen.
Trotzdem gibt es für alle, die nach Kapstadt fahren, ein typisches Touristenprogramm. Robben Island gehört zum Beispiel dazu: Auf der Insel stand das Gefängnis, in dem Nelson Mandela während seiner ersten Jahre in Haft saß.
Auch ich wollte mir diese Insel ansehen. Wenn ich ehrlich bin, fühlte es sich jedoch ziemlich seltsam an, mit einer riesigen Touristenfähre zu der Insel gefahren und an der Anlegestelle von Bussen mit gut gelaunten Touristenführern abgeholt zu werden. So schön die Insel sein mochte, nichts wies darauf hin, dass es sich um einen Ort handelte, der ein dunkles Stück der südafrikanischen Geschichte miterlebt hatte. Die Führungen durch die Überreste des Gefängnisses werden jedoch ausschließlich von ehemaligen Insassen geführt – und das schürt Respekt.
Als dennoch jeder aus meiner Touristengruppe einen Gang hinunterrrannte, um ein Foto von sich neben der Zelle zu machen, in der Mandela gesessen, war ich verwirrt. Spätestens aber als eine südafrikanische Schulklasse begann, sich in den Zellen einzusperren, verstand ich die Welt nicht mehr. Ich fand diesen Besuch überhaupt nicht witzig.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Nov 24, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Nov 24, 2017

Bachelor live

Aufgeschoben

In den Semesterferien war ich durch das Praktikum in der Fernsehproduktion sehr beschäftigt. Ehrlich gesagt habe ich an den Wochenenden dann auch das Berliner Leben mit Freunden genossen und sehr wenig für die Uni gemacht. In meinem Hinterkopf schwebten ständig die zwei Hausarbeiten herum, die ich eigentlich nach den Semesterferien abgeben sollte. Es sind die ersten Hausarbeiten meines Studiums und da beide Hausarbeiten nicht sonderlich lang sein sollten, nämlich jeweils zehn Seiten, machte ich mir nicht zu viele Sorgen.
Natürlich wollte ich sie erledigt haben, aber die Verlockungen des Sommers, das reiche kulturelle Angebot und mein innerer Schweinehund sorgten für ein kontinuierliches Aufschieben. Ohnehin hatten mir meine Dozenten schon während des Semesters gesagt, dass sie kein Problem damit hätten, die Abgabefrist zu verlängern – und so nahm ich diese Möglichkeit wahr.
Die erste Hausarbeit wurde bis Mitte Oktober verlängert. Diese hatte ich schon die längste Zeit zu 85 Prozent fertig, konnte mir aber nicht den Schubs geben, sie über die Ziellinie zu bringen. Die neue Abgabefrist gab mir den nötigen Druck und nachdem die letzten Fußnoten gefunden, das Inhaltsverzeichnis aktualisiert und die Schlussfolgerung schlüssig war, konnte ich zufrieden abgeben. Das Chaos des Druckens und Bindens am Abgabetag selbst war stressig, aber ich habe fürs Leben gelernt, dass man nicht unbedingt am Morgen des Abgabetags alles Organisatorische klärt.
Die zweite Hausarbeit ist nun deutlich qualvoller für mich. Vom Schwierigkeitsgrad ist sie eindeutig niedriger, da es ein Thema ist, zu dem es Unmengen von Literatur gibt. Es ist auch eher eine Zusammenfassung der bereits bekannten Literatur, weil meine Leitfrage schon mehrmals von Kunsthistorikern weltweit durchgekaut wurde. Das macht es natürlich sehr viel langweiliger und zäher. Ich habe jetzt noch genau zwei Wochen Zeit, bis die Arbeit abgegeben werden muss – ich sollte mich ranhalten!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Nov 20, 2017
Autor: Bo
Rubrik: studium
Nov 20, 2017

Bachelor live

Bei der Praktikumsberatung

In meinem Studium ist zwischen dem vierten und fünften Semester ein Pflichtpraktikum vorgesehen. Dieses muss mindestens acht Wochen dauern, kann aber auch als Praxissemester über mehrere Monate gehen.
Da ich aktuell erst im dritten Semester bin, steht es erst nächstes Jahr im Sommer an. Doch da der Bewerbungsprozess eine Weile dauern kann, habe ich schon jetzt darüber nachgedacht, was ich gerne machen würde.
Einerseits hat mir die Arbeit in meinem FSJ Kultur viel Spaß gemacht, sodass ich mit dem Gedanken spiele, das Praktikum in einer Kultureinrichtung zu absolvieren. Gleichzeitig würde ich aber auch gerne mal etwas ganz anderes ausprobieren. Praktika dienen ja dazu, einen Einblick in verschiedene Bereiche und Tätigkeiten zu gewinnen und bieten die Chance, auch mal etwas komplett Neues zu lernen. Mit meinem Beifach BWL gibt es sicher ein paar Möglichkeiten, mein Praktikum in einem Unternehmen zu absolvieren. Und zu guter Letzt möchte ich die Idee von mir als Journalistin auch nicht komplett aus meinem Kopf verschwinden lassen. Jahrelang wollte ich „irgendetwas mit Medien“ machen und Journalismus studieren. Ein Praktikum bei einem Verlag, einem Magazin oder einer anderen Medienanstalt wäre deswegen bestimmt auch sehr aufschlussreich.
An meiner Universität gibt es eine Praktikumsberatung, zu der ich vor Kurzem gegangen bin. Zum einen hatte ich noch ein paar Fragen bezüglich des Praktikums, beispielsweise welche Tätigkeiten überhaupt anerkannt werden. Zum anderen wollte ich zusätzlich Informationen zu Praktika im Ausland einholen. Zwar plane ich aktuell nicht unbedingt, während meines Bachelorstudiums eine längere Zeit im Ausland zu verbringen, aber darüber informieren wollte ich mich trotzdem. Der Termin war dann auch ziemlich lehrreich. Ich habe Antworten auf all meine Fragen bekommen und zusätzlich noch Tipps, wo ich offene Ausschreibungen hier in der Gegend finde. Jetzt kann es also auf die Suche nach freien Praktikumsstellen gehen!

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Nov 17, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Nov 17, 2017