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Bachelor live

Und jetzt?

Frei, frei, frei! Ich bin endlich frei! Immer wieder durchfährt mich diese Erkenntnis, als wäre sie komplett neu. Während meine Freunde weiterhin Stunde um Stunde in der Bibliothek verbringen und über den Büchern schwitzen, habe ich rein gar nichts mehr zu tun.
Ich müsste der glücklichste Mensch der Welt sein – aber ich bin überfordert. Nachdem ich fast zwölf Monate nur meinen Sonntag frei gestalten konnte, der sowieso schon mit Erledigungen und Entspannung ausgefüllt war, muss ich mir jetzt jeden Tag neu überlegen, was ich machen möchte. Von total fremdbestimmt zu ganz selbstbestimmt – ich kann das gar nicht mehr!
Ich fühle mich wie der Motor eines Rennwagens, der nach dem Endspurt schnell ausgeschalten und in die Garage gestellt wurde. Ich laufe noch und bin überhitzt, habe aber nichts, in das ich meine Energie reinstecken kann. So paradox es klingt: Mir fehlt der Stress! Meine Träume versuchen das zu kompensieren, indem ich zum Beispiel in einem Traum gleichzeitig Examen und Masterarbeit schreibe. Endlich mal wieder der Stress, der mir so zu fehlen scheint!
Aber auch für diese Situation, das „Loch nach dem Examen“, habe ich mich vorbereitet: Erst lasse ich mich ein paar Tage von meinen Eltern verwöhnen und dann geht’s zu einem Sprachkurs nach Frankreich. Da habe ich mal wieder was zu tun und „darf“ lernen. Und mal ganz ehrlich: Es gibt Schlimmeres als viel Freizeit, leckeres französisches Essen und daneben ein bisschen Französisch parlieren. An die Zeit „post Examen“ werde ich mich schon gewöhnen!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Mar 30, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Mar 30, 2017

Bachelor live

Postkarte aus Italien

Was für eine Stadt! Der erste Trip der Semesterferien führte mich nach Venedig. Mit dem Nachtzug aus Salzburg kam ich komfortabel und problemlos an mein Ziel.
Ich brauchte ein wenig, um mich zu akklimatisieren: „All die Kanäle, die man aus Bildern und aus Filmen kennt – es gibt sie ja wirklich!“ In Venedig findet sämtlicher Transport auf dem Wasser statt. Es gibt Polizeiboote, Müllboote, Kranboote, Krankenwagenboote, Taxiboote, Postboote und den Wasserbus. Mit Letzterem war ich viel unterwegs, den Canal Grande rauf und wieder runter. Bei den Fahrten fielen mir die Häuser auf, denn Venedig ist am Untergehen. Der Wasserspiegel steigt, die Stadt sinkt ab. Das macht das ganze Ambiente aber nur noch einmaliger. Oftmals stehen ganze Häuser leer, oder die unteren Stockwerke sind bereits aufgegeben worden.
Mit Venedig hatte ich nicht nur die Kanäle, sondern auch die sich durch die Straßen schiebenden Touristen verbunden. Doch in den kleinen Seitengassen ist da das echte Venedig. „Ciao“, hört man an allen Ecken, wenn sich Bekannte begegnen. Alte Damen im Pelzmantel schleppen sich am Stock umher, die Herren tragen blitzblank polierte Schuhe. Man bekommt das Gefühl, dass man ohne Schal und Hut gar kein richtiger Mann ist.
Nach Venedig erkundete ich noch Verona. Hier steht das zweitgrößte erhaltene römische Amphitheater. Sie ist zwar wesentlich kleiner als das Kolosseum, dafür aber deutlich besser erhalten. Und von der obersten Reihe aus erkennt man am Horizont die Berge im Schnee. Des Weiteren ist Verona Kulisse für Shakespeares Romeo und Julia. Ich besuchte deshalb auch des Anwesens der Familie dal Capello, die mit den Capulets aus dem Stück verglichen wurden. Doch zu Shakespeares Zeiten befand sich der Balkon, auf dem Julia gestanden haben soll, noch gar nicht an jenem Haus. Er wurde in den 1930ern angebracht und dann entsprechend vermarktet.
Verona verlasse ich am Abend – nach einem letzten Blick über die Stadt bei Sonnenuntergang mit dem Nachtzug gen München.
Dort ausgeruht angekommen, streune ich durch zwei große Galerien mit moderner Kunst, bis die Sonne wieder untergegangen ist. Vollkommen erschöpft falle ich in meinen ICE nach Leipzig. Nach Hause.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Mar 29, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Mar 29, 2017

Bachelor live

Die Qual des Wartens

Die erste Klausur ist geschafft und damit auch die erste große Hürde überwunden: Ich weiß jetzt, wie der Prüfungssaal aussieht, wie die Stimmung ist und, dass ich vor Examensklausuren schlafen kann. In meiner Vorstellung war die erste Klausur immer die einzige große Hürde beim Examen, ab da würde alles von alleine laufen. Aber da habe ich mich ziemlich getäuscht – der Nervenkrieg ging erst richtig los.
Nach der ersten Klausur bin ich noch einigermaßen beschwingt nach Hause gefahren, aber dort angekommen fühlte ich mich wie erschlagen – bildlich gesprochen, natürlich; aber ich war total fertig. Dieses Klausurschreiben unter Druck war dann doch viel anstrengender, als ich es mir vorgestellt hatte. Und am nächsten Tag nochmal!
Mit schon etwas weniger Elan stieg ich tags darauf auf mein Fahrrad, radelte zum Justizprüfungsamt und wiederholte das ganze Prozedere vom Vortag.
Dann war erst mal Wochenende, bevor in der darauffolgenden Woche noch vier Klausuren auf mich warten. Für den Samstag hatte ich daher Zeit eingeplant, um die kommenden Rechtsgebiete nochmal zu überfliegen. Aber kaum, dass ich die Lernsachen zur Seite gelegt hatte, kam die Panik: Nächste Woche nochmal vier Klausuren? Wie soll ich das schaffen, wenn schon die erste Klausur so unglaublich anstrengend war? Kann ich mein Leben nicht einfach vorspulen? Nach ganz viel gutem Zureden von meiner besten Freundin und meiner Mutter beruhigte ich mich wieder – ich werde das schon irgendwie überleben.
Und so war es auch: Die letzte Klausurwoche war zwar nicht die beste Zeit meines Lebens, aber auch nicht so schlimm, wie ich es mir ausgemalt hatte. Man gewöhnt sich schnell daran. Und auch in dieser Woche hatte ich immer nur Blöcke à zwei Klausuren und dann einen Tag Pause.
Dann kam endlich der Freitag mit der letzten Klausur. Mit Jubelschreien wurde ich im Anschluss draußen von meinen Freunden empfangen. Es ist vorbei – vorerst.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Mar 24, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Mar 24, 2017