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Studentenleben live

Ein Aua zum Mitnehmen

Letzten Freitag habe ich mich piercen lassen. Ich habe 25 Euro dafür ausgegeben, dass man einen Metallstift durch mein Ohr bohrt – irgendwie absurd und masochistisch. Aber es war nicht das Warum, das mich danach beschäftigte. Nicht nur das „Wozu um alles in der Welt lassen sich Menschen ihren Körper zutackern, nur weil ihre Anatomie noch nicht Schmuckständer-tauglich genug ist?“. Es war auch das „Sage ich es meiner Mama und höre mir wieder Vorträge darüber an, welche wichtigen Akupunktur-Punkte ich im Begriff zu killen bin?“ Dann war es das „Welche Steckerfarbe nehme ich nur?“. Später waren es die Fragen einer Freundin: „Was passiert eigentlich mit der Haut, wenn ein Piercing gestochen wird? Da wird ja kein Loch ausgestanzt wie wenn man Papier locht, oder? Wird dann das Ohr immer größer, wenn man mehr Piercings hat? Dann habe ich jetzt ja asymmetrische Ohren, vielleicht laufe ich irgendwann schief!“ Und dann irgendwann war es die Frage, ob durchlöcherte Körper mit dem Lehrerberuf vereinbar sind, auf die ich immer noch keine Antwort weiß.

Ich muss sagen, ich höre relativ oft Sprüche von Kommilitonen wie „Guck dir die mal an, die kann doch keine Lehrerin werden!“ – und ich muss zugeben, ich denke das auch manchmal. Eher bei Frauen, die mit Oberteilen durch die Hochschule laufen, auf denen mit Glitzersteinen „Sexy“ steht, oder bei den Spezialisten, die immer noch nicht fähig sind, Referate zu halten, dumme Rechtschreibfehler machen und später Deutsch an der Grundschule unterrichten wollen oder ein hieroglyphenähnliches Schriftbild haben, das nicht einmal ich entziffern kann, wenn ich mir ihre Unterlagen ausgeliehen habe.

Oft fallen solche Sprüche aber tatsächlich auch bezüglich derjenigen, die ihren Stil in gedehnten Ohrlöchern, auffälligen Tätowierungen und unzählige Piercings gefunden haben.

Ich frage mich immer, ob das fair ist. Ob man einen Pädagogen danach beurteilen sollte, wie er aussieht. Andererseits, was Menschen dazu bewegt sich derartig zu verunstalten, ob das Ästhetik ist, von der ich nichts verstehe, ein politisches Statement oder einfach nur Langeweile. Ich frage mich, ob Menschen solchen Auftretens die Schüler vielleicht besser erreichen können als ein spießbürgerlich gekleideter Lehrkörper. Oder ob sie ihre Vorbildfunktion verlieren, vielleicht ihre Autorität. Ob Schulen wirklich derartige Auswahlkriterien haben, ob das Diskriminierung ist. Ob ich später nicht auch ein unwohles Gefühl hätte, mein Kind in die Obhut einer lebenden Dartscheibe zu geben. Ich weiß es nicht ...

Für mich kommt es jedenfalls nicht infrage mich noch großartig weiter durchlöchern zu lassen. Sicher auch, um keine Gleichgewichtsstörungen zu bekommen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jun 26, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jun 26, 2013

Studentenleben live

Bestanden!

Donnerstag, 16.30 Uhr: Prüfung für das Englischzertifikat – es wird ernst! Ich war lange nicht mehr so aufgeregt, kann ich euch sagen. Ist ja auch nicht verwunderlich: Immerhin hing viel von diesem Englischzertifikat ab. Nur mit diesem Sprachnachweis konnte ich mich auf einen englischsprachigen Masterplatz bewerben. Ich MUSSTE also bestehen, denn ich wollte dieses Studium unbedingt!

Leider war mein Start nicht so einwandfrei wie ich es mir erhofft hatte: Vor lauter Aufregung hatte ich mich nämlich in der Tür geirrt und war entsprechend verwundert, als ich plötzlich inmitten eines sehr vornehmen Eingangsbereichs mit Türstehern vor den Fahrstühlen stand. Die großen Männer erwiesen sich jedoch als äußerst freundlich und zeigten mir den richtigen Weg zur Sprachschule.

Endlich angekommen ging es auch schon los. Man erklärte mir die einzelnen Prüfungsabschnitte, wünschte mir viel Glück und ich konnte loslegen. Die Zeit verflog um einiges schneller als anfangs gedacht und so befand ich mich bald schon wieder auf dem Weg nach Hause.

Mein Freund musste mich gar nicht mehr fragen, wie es gelaufen war: Er konnte es meinem Gesichtsausdruck entnehmen: „Bestanden!“ Oh, ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber freute! Damit erfüllte ich endlich die letzte Zulassungsvoraussetzung für meinen Wunschmaster: Sprachnachweis über sehr gute Englischkenntnisse.

Jetzt musste ich nur noch das Onlineformular der Uni ausfüllen, alle Bewerbungsunterlagen zusammenführen und abschicken. Und dann würde das Warten wieder von Neuem beginnen …

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Jun 25, 2013
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Jun 25, 2013

Studentenleben live

Warum ich ganz dringend eine Sekretärin bräuchte

Vielleicht ist es jemandem aufgefallen: In letzter Zeit herrschte Funkstille. Stress im Studium lautet die allgemeine Erklärung des normalsterblichen, regelstudienzeitgeplagten Bachelor-Studenten; ich würde eher sagen, es ist der Stress NEBEN dem Studium. Locker könnte ich eine Vollzeitkraft einstellen, die BAföG-Unterlagen, Anmeldungen für Sprachkurse, Bewerbungen für Auslandsaufenthalte, Gutachten von Profs, Motivationsschreiben, Fahrtkostenrückerstattungen für ehrenamtlich verbrachte Wochenenden und dergleichen für mich bearbeitet, Telefonate führt und dem Studentenwerk zwecks Wohnzeitverlängerung dreimal am Tag die Tür einrennt. Sie würde meinen Urlaub buchen, meinen Dozenten hinterherlaufen und Scheine einsammeln, all das, wozu der Student an sich keine Zeit und noch viel weniger Lust hat, im Nu erledigen.
Da aber der klassische, chronisch von Finanznot geplagte, noch vor Eintritt in das Arbeitsleben Burnout-gefährdete Bachelor-Student keine Sekretärin hat, quält er sich am Montagmorgen aus dem Bett, trinkt sich mit zwei Litern Kaffee Mut an, um der geballten Unfreundlichkeit des BAföG-Amts entgegentreten zu können, schwingt sich aufs Rad, klopft an die Tür der Sachbearbeiterin – und beschließt, lieber doch noch einen Kaffee zu trinken. So geht das zwei Wochen lang, bis eben jener leidgeplagte Student noch leidender feststellt, dass die Antragsfrist vor zwei Wochen abgelaufen ist.

 

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Jun 24, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Jun 24, 2013