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Was ist drin in unserem Essen?

Eine Frau testet den Geruch eines Donuts
Im Studium lernen angehende Lebensmittelchemiker, welche Analytikmethoden und Laborgeräte es gibt – und wie man sie richtig einsetzt.
Foto: Nicole Schwab

Lebensmittelchemie

Was ist drin in unserem Essen?

Der Beruf des Lebensmittelchemikers ist staatlich geschützt – nur mit einem Staatsexamen dürfen Absolventen entsprechend tätig sein. Johannes Hermann (21) bereitet sich im Staatsexamensstudiengang „Lebensmittelchemie“ an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Nürnberg-Erlangen auf die dreiteilige Prüfung vor.

Was ist der Reiz am Studienfach Lebensmittelchemie? Darauf hat Johannes Hermann eine klare Antwort: „Wir lernen nicht nur blanke Theorie, sondern haben immer einen klaren Anwendungsbezug vor Augen – das hat mich von Anfang an an der Lebensmittelchemie begeistert.“ Der 21-Jährige studiert derzeit im siebten von neun Semestern Lebensmittelchemie an der FAU in Erlangen.

Da Chemie zu seinen Lieblingsfächern zählte und er sich an Studieninformationstagen zu entsprechenden Angeboten schlaugemacht hatte, fiel seine Studienwahl nach dem Abitur auf Lebensmittelchemie. „Ich halte es für das interessanteste und vielfältigste Fach innerhalb der Chemie“, sagt Johannes Hermann. Die Studiengänge der Lebensmittelchemie, egal ob Staatsexamen oder Bachelor und Master, sind an fast allen Hochschulen zulassungsbeschränkt. „Aufgrund meiner Abiturnote von 1,2 war ich mir aber ziemlich sicher, dass ich eine Zusage bekommen werde“, sagt er – und behielt damit recht.

Fachwissen im Labor anwenden

Ein Porträt-Foto von Johannes Hermann

Johannes Hermann

Foto: privat

In Erlangen studieren die Lebensmittelchemiker in den ersten vier Semestern gemeinsam mit den Pharmazeuten. Schwerpunkte des Grundstudiums sind daher für beide Studienrichtungen Chemie, Biochemie, physikalische sowie anorganische und organische Chemie. Danach absolvierte Johannes Hermann den ersten von drei Prüfungsabschnitten des Staatsexamens. „Ab dem fünften Semester geht es in die fachspezifische Ausbildung. Wir lernen die wichtigsten Gruppen von Lebensmittelinhaltstoffen wie Kohlehydrate, Proteine und Co. kennen. Hinzu kommen Vorlesungen zur Lebensmitteltechnologie, zur Mikrobiologie, zum Qualitätsmanagement und zum Lebensmittelrecht“, erklärt er.

Während des gesamten Studiums, insbesondere ab dem Hauptstudium, arbeiten die angehenden Lebensmittelchemiker häufig im Labor. Sie erfahren dort, welche Analytikmethoden und Laborgeräte es gibt und wie diese eingesetzt werden. „An dieser Arbeit sollte man Spaß und Interesse haben, sonst nützt einem das ganze theoretische Wissen nicht“, findet Johannes Hermann und ergänzt: „Geduld und Genauigkeit sind dafür wichtige Fähigkeiten.“

Zudem stehen in der vorlesungsfreien Zeit fest vorgeschriebene Praktika auf der Agenda. „Eines absolvierte ich an der Hochschule Fulda im Bereich Mikrobiologie. Ein anderes Praktikum ist die sogenannte ‚Milchwoche‘ in Triesdorf am Bayerischen Zentrum für Milchanalytik – dort lernen wir, wie Milch und Milchprodukte hergestellt werden und was in Sachen Analyse beachtet werden muss“, erklärt er. Darüber hinaus bietet die FAU Exkursionen zu Industriebetrieben an, in denen der 21-Jährige und seine Kommilitonen erleben können, wie die Lebensmittelherstellung und -überwachung in der Praxis erfolgt.

Dreistufiges Staatsexamen

2019 möchte Johannes Hermann die Prüfungen für das zweite Staatsexamen ablegen und damit sein Studium abschließen: „Relevant dafür sind im Wesentlichen vier Kolloquien nach dem achten Semester, also mündliche Prüfungen, sowie die Note der wissenschaftlichen Abschlussarbeit, die man danach innerhalb eines halben Jahres schreiben muss.“

Nach seinem Abschluss möchte er die einjährige, berufspraktische Ausbildung zum staatlich geprüften Lebensmittelchemiker anschließen – der dritte Abschnitt des Staatsexamens. „In der berufspraktischen Ausbildung muss ich eine wissenschaftliche Projektarbeit verfassen sowie Hospitanzen bei Lebensmittelüberwachungsstellen ableisten. Ich werde in dieser Zeit viel über Lebensmittelrecht und Qualitätssicherung lernen. Am Ende stehen die schriftlichen und mündlichen Prüfungen für das dritte Staatsexamen an“, beschreibt Johannes Hermann den Ablauf.

Promotion oder ab in den Beruf

Wie es danach für ihn beruflich weitergehen wird, weiß er noch nicht genau. „Entweder ich promoviere oder suche mir direkt einen Job. Die beruflichen Möglichkeiten und Aussichten für uns Lebensmittelchemiker sind sehr vielfältig und gut“, ist sich Johannes Hermann sicher und ergänzt: „Stellen gibt es in der Lebensmittel-, Getränke- oder Kosmetikindustrie, in der Produktentwicklung und Qualitätskontrolle, in der amtlichen Lebensmittelüberwachung, in Handelslaboren und in der Lebensmittelforschung. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass Qualitätssicherung und -überwachung etwas für mich wären – aber vielleicht ändere ich meine Meinung noch.“

abi>> 07.01.2019