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Menschen ins Gleichgewicht bringen

Infotafel über die menschliche Anatomie
In den ersten vier Semstern der Humanmedizin lernt man theoretische Grundlagen in Anatomie, Biochemie und Physiologie.
Foto: Martin Rehm

Humanmedizin studieren

Menschen ins Gleichgewicht bringen

Ärzte begleiten, bei Operationen zuschauen, Blut abnehmen: Anne-Sophie Beutler befindet sich im praxisnahen klinischen Teil ihres Medizinstudiums an der Uni Lübeck. Die 25-Jährige erzählt abi» von ihrer Motivation, den Herausforderungen und wie man sie erfolgreich meistern kann.

Sich mit Menschen beschäftigen, sie verstehen lernen und medizinische Lösungen für jene finden, die nicht im Gleichgewicht sind – das findet Anne-Sophie Beutler wahnsinnig spannend. Die 25-Jährige studiert im neunten Semester Humanmedizin und befindet sich damit im vorletzten Semester des klinischen Studienabschnitts, den sie an der Universität zu Lübeck absolviert. In dieser Zeit lernt sie die klinischen Fächer wie Innere Medizin, Chirurgie und Kinderheilkunde in der Praxis kennen.

Besonders interessant findet sie ihre Famulaturen – vierwöchige Praktika – bei einem niedergelassenen Kinderarzt und einem niedergelassenen Dermatologen sowie die Blockpraktika im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. „Es ist ein spannender Rundumschlag: Man schaut bei Operationen zu, sieht die Entwicklung von Patienten, erfährt, warum ein Arzt sich für eine bestimmte Behandlung entschieden hat und kann selbst Aufgaben wie Blutabnahmen durchführen“, erzählt Anne-Sophie Beutler. Besonders faszinierend fand sie es, bei einer Geburt dabei sein zu dürfen. Außerdem beschäftigen sich die Lübecker Studierenden in Vorlesungen und Seminaren mit den klinischen Fächern sowie unter anderem mit Diagnosemethoden, mit der Arzt-Patienten-Kommunikation und mit Sozialmedizin.

Teilstudienplatz in Göttingen

Ein Porträt-Foto von Anne-Sophie Beutler

Anne-Sophie Beutler

Foto: privat

Die theoretischen Grundlagen erhielt die Medizinstudentin in der Vorklinik: „In diesen vier Semestern wird eine Basis geschaffen und man lernt grundlegende Zusammenhänge“, erklärt sie. Das erworbene Wissen, etwa in Anatomie, Biochemie und Physiologie, wird im sogenannten Physikum mündlich und schriftlich geprüft. Im schriftlichen Teil stellte sie sich an zwei Tagen insgesamt 320 Multiple-Choice-Aufgaben.

Anne-Sophie Beutler absolvierte ihre Vorklinik an der Georg-August-Universität in Göttingen. Nach ihrer Bewerbung bei hochschulstart.de erhielt sie einen Teilstudienplatz, die Zulassung war also auf diesen Abschnitt beschränkt. Eine Garantie auf einen Folgeplatz gibt es nicht. Diese Semester absolvierte sie daher ein wenig unter Druck, da noch unklar war, ob, wann und wo sie ihr Studium fortsetzen konnte. Dass sie nicht in Göttingen bleiben würde, war klar: Die Uni hat mehr vorklinische als klinische Kapazitäten. Die Studentin hatte Glück und erhielt nach nur einem Semester Wartezeit die Zulassung für die Klinik an der Uni Lübeck.

100 Tage lernen

Bald endet für sie der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung und es folgt das Praktische Jahr. Im Anschluss daran kann sie nach bestandenem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung die Approbation beantragen – die Voraussetzung für die mehrjährige Facharztausbildung. Ihr favorisiertes Gebiet ist die Allgemeinmedizin. Zunächst wird sie sich erneut 320 Aufgaben stellen müssen. Und spätestens 100 Tage vorher mit dem Lernen anfangen: „Es gibt Lernpläne, die nach Themen aufgegliedert sind und die tageweise in Blöcken abgearbeitet werden. So ist gesichert, dass man auch wirklich alle relevanten Bereiche durchgeht.“

In den Prüfungsphasen sei es wichtig, sich mit Menschen zu umgeben, die das Gleiche durchmachen. Zum gemeinsamen Lernen – und um sich gegenseitig zu motivieren: „Dabei entstehen ganz tiefe, enge Freundschaften“, weiß Anne-Sophie Beutler aus Erfahrung.

abi>> 23.07.2019