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Lernen im „Hörsaal Wald“

Stapelung von Baumstämmen
Nachhaltigkeit spielt in der heutigen Forstwirtschaft eine große Rolle. Ziel ist es, dem Wald nicht mehr Holz zu entnehmen als in der gleichen Zeit nachwächst.
Foto: André Deco

Forstwirtschaft

Lernen im „Hörsaal Wald“

Aus Liebe zur Natur hat sich Lukas Klever für das Studium der Forstwirtschaft entschieden. Der 21-Jährige ist im dritten Semester an der Hochschule Rottenburg und hat ein klares Berufsziel: Förster.

„Ich hatte schon immer eine Affinität zur Natur, zum Draußensein und war schon als Kind oft mit unserem Familienhund im Wald unterwegs“, erzählt der Forstwirtschaftstudent Lukas Klever. Im Gymnasium hatte er Biologie als Leistungskurs gewählt. „Ich wollte auf jeden Fall ein Fach studieren, bei dem man draußen ist, ab und zu mit den Händen arbeitet und nicht nur im Büro sitzt“, sagt der 21-Jährige.

Ein Praktikum bei einem Förster ließ die Faszination Forst bei ihm wachsen, zudem machte er einen Jagdschein. Schließlich bewarb er sich an der Hochschule (HS) Rottenburg über deren Online-Portal für das Bachelorstudium Forstwirtschaft, denn der Studiengang ist dort zulassungsbeschränkt. Bei zu vielen Bewerbern entscheiden die Abi-Durchschnittsnote sowie die Durchschnittsnote der Fächer Mathematik, Deutsch und einer Fremdsprache – Lukas Klevers Noten überzeugten.

Waldbau, BWL und IT

Ein Porträt-Foto von Lukas Klever

Lukas Klever

Foto: privat

In den ersten Semestern legte der Student die Grundlagen: „In der Königsdisziplin Waldbau lernt man jede Menge – von geeigneten Standorten und Böden für neue Baumpflanzungen über den Sonnenstand bis hin zum vorhandenen Baummaterial“, berichtet Lukas Klever. Wichtig sei immer, das forstwirtschaftliche Ziel im Auge zu behalten: Man möchte als Förster wissen, wie man das Holz später gut vermarkten kann. Hinzu kommen Fächer wie BWL, IT-Grundlagen, Wildbiologie, Zoologie und Holzmesslehre. „Es gibt zahlreiche Verfahren, wie man liegendes Holz oder einen stehenden Baum vermessen kann“, berichtet er.

Wer den Jagdschein noch nicht gemacht hat, absolviert ihn parallel zu den Vorlesungen. Auch das Bauen von Hochsitzen und die Teilnahme an Jagden gehören dazu.

Insgesamt schätzt der 21-Jährige die familiäre Atmosphäre und die kurzen Wege an der HS Rottenburg. Doch wie in vielen Studiengängen muss man auch in Forstwirtschaft „viel auswendig lernen, zum Beispiel in BWL“, erzählt er.

Exkursionen in den Wald

Dem gegenüber stehen jede Menge praktischer Übungen im Wald. „Das ist absolut notwendig in einem solchen Fach“, findet er. Im zweiten Semester haben die Studierenden zum Beispiel ein sogenanntes „Herbarium“ angefertigt, eine Art Pflanzenlexikon inklusive eingesammelter Blätter, Blüten und mehr. In Rottenburg finden sich ohnehin häufig Exkursionen in das rund 2.500 Hektar große Lehrrevier der Hochschule auf dem Stundenplan. Dort legten Lukas Klever und seine Kommilitonen etwa eine Weißtannensaat an.

Im Praxissemester, das ihm im fünften Semester bevorsteht, wird der Student in einem Forstbetrieb bei Köln seine theoretischen Kenntnisse anwenden. „Da bin ich zusammen mit dem Förster und auch mal alleine unterwegs. Dabei kann ich zum Beispiel Bäume auszeichnen und festlegen, welche gefällt und welche gefördert werden sollten“, sagt er.

Klassisch: Förster als Berufsziel

Nach dem Studium möchte Lukas Klever genau diesen Weg nach dem Studium gehen: Revierförster werden. Eventuell absolviert er zuvor noch den Master. Er könnte sich aber auch vorstellen in der Verwaltung zu arbeiten. „Ich mache diesen Beruf aus Überzeugung und Liebe zur Natur. Wer sich ebenfalls für Naturwissenschaft, Pflanzen, Tiere und Wälder allgemein interessiert, ist im Fach Forstwirtschaft auf jeden Fall gut aufgehoben“, findet der Student.

abi>> 24.01.2019