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Blockchain-Lösungen für die Logistikbranche

Ein Blick von oben auf das Containerterminal Nürnberg
In seiner Masterarbeit versucht Nicolas Kremer mittels der Blockchain-Technologie Lösungen für die Logistikbranche zu finden.
Foto: Verena Westernacher
Thema der Woche

Doppelmaster in Aachen und Peking

Blockchain-Lösungen für die Logistikbranche

Nicolas Kremer (24) studiert Wirtschaftsingenieurwesen in einem Doppelmaster-Programm an der an der RWTH Aachen und der Tsinghua Universität in Peking. In seiner Abschlussarbeit untersucht er, wie eine Blockchain-Applikation für die Logistikbranche aussehen könnte.

Detaillierter beschäftigte Nicolas Kremer sich erstmals mit der Blockchain-Technologie während seines Auslandsjahres in Peking. „In China war das Thema in aller Munde“, erzählt er. „An der Uni ist Blockchain ein zentraler Forschungsaspekt und viele Unternehmen entdecken die Technologie für sich.“ Nun beschäftigt sich der 24-Jährige für seine Masterarbeit selbst mit dem Thema.

„Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein neuer Anwendungsfall für Blockchain diskutiert wird. Wirklich durchgesetzt hat sich die Technologie in der Wirtschaft allerdings noch nicht“, sagt Nicolas Kremer. „Um zu entscheiden, ob eine Blockchain einen tatsächlichen Nutzen schaffen kann, wollte ich die Technik dahinter verstehen und kritisch hinterfragen.“

Nach dem Abitur ging Nicolas Kremer zunächst an die RWTH Aachen und studierte im Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau, wo wirtschaftliche und technische Grundlagen behandelt wurden. Im Anschluss nahm er ein Masterstudium an der RWTH Aachen auf und hatte die Möglichkeit, durch die Teilnahme an einem Doppel-Masterprogramm für ein Jahr an die Tsinghua Universität in Peking zu gehen.

Die Suche nach dem richtigen Modell

Ein Porträt-Foto von Nicolas Kremer

Nicolas Kremer

Foto: privat

Das Masterstudium in Aachen sieht eine halbjährige Abschlussarbeit vor. Nicolas Kremer schreibt diese am Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR). „Seit Herbst erarbeite ich ein Modell, mit dem Blockchain-Lösungen für verschiedene Branchen abgebildet werden können.“ Es gebe zwar zahlreiche Unternehmen, die bereits Blockchain-Anwendungen nutzen. „Allerdings gibt es noch keine einheitlich anerkannte Lösung. Stattdessen sucht sich jede Industrie und jedes Unternehmen einen eigenen Ansatz“, erklärt der Student, der dies nun ändern will. „Mein Ziel ist, mit meiner Masterarbeit den Entscheidungsprozess von Unternehmen zu unterstützen, die eine passende Blockchain-Lösung suchen.“ Dieses übergreifende Modell entwickelt er sowohl durch Literaturrecherchen als auch durch Experteninterviews mit Vertretern der Industrie.

Testen möchte es der 24-Jährige in einem konkreten Anwendungsfall. „Ich schaue mir die Anforderungen und Ansprüche verschiedenster Akteure im Supply-Chain-Management an und plane ein Modell, das für Kunden, Lieferanten und Produzenten gleichermaßen gilt.“ Schwierig sei hierbei unter anderem, dass jeder Akteur eigene Ziele verfolge und seinen Gewinn maximieren wolle. Eine Blockchain hingegen baue auf Transparenz, dezentrale Datenverteilung und Zusammenarbeit einzelner Teilnehmer. „Diese Extreme miteinander zu vereinigen, macht für mich die Attraktivität des Themas aus“, sagt Nicolas Kremer.

Anforderungen aus der Wirtschaft verstehen

Auf eine breite Literaturbasis kann er sich dabei nicht verlassen. „Es gibt zwar viele Veröffentlichungen zum Thema Blockchain, eine einheitliche und gemeinsame Herangehensweise findet sich allerdings noch nicht.“ Auch die Anwendung im Supply-Chain-Management sei noch nicht vollständig erschlossen. „Ich muss die Probleme der Unternehmen verstehen, um zu entscheiden, wie eine sinnvolle Anwendung der Blockchain-Technologie für das Supply-Chain-Management realisiert werden kann.“

Inwiefern ihn das Thema Blockchain in seiner beruflichen Zukunft begleiten wird, weiß Nicolas Kremer noch nicht. „Ich kann mir durchaus vorstellen, auch später noch Berührungspunkte mit den Forschungsthemen der Arbeit zu haben“, sagt er. Nach dem Abschluss der Masterarbeit im Sommer sieht er für sich verschiedene Möglichkeiten. Eine davon wäre eine Promotion an der RWTH Aachen. „Das stelle ich mir sehr spannend vor, da hier in vielen industriebezogenen Bereichen geforscht wird.“

abi>> 15.04.2019