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Hier spielt die Musik

Violinistin
Erfolgreiche Musiker haben meist schon in ihrer Kindheit angefangen, ein Instrument zu spielen. Vor allem in der klassischen Musik ist langjähriges Training für eine Karriere Grundvoraussetzung.
Foto: Julien Fertl

Ich will was machen mit Musik

Hier spielt die Musik

Als Sänger auf der Bühne stehen, mit einem Orchester klassische Musikstücke aufführen oder eine Band managen – in der Musikbranche gibt es eine Vielzahl interessanter Berufe. Doch wer seine Leidenschaft zum Beruf machen möchte, braucht neben Talent und Disziplin auch ein Quäntchen Glück.

Nicola Hartwig hat es spielend zu ihrem Traumjob geschafft: Die 32-Jährige ist Klarinettistin bei den Münchner Symphonikern. Als sie dort mit ihrer Klarinette zum Probespiel antrat, war sie 22 Jahre alt und sehr nervös. Es ging um viel, denn feste Stellen in einem Orchester sind rar. Doch es gelang ihr, den Erfolgsdruck auszublenden und den Dirigenten von sich zu überzeugen. „Das war mit Sicherheit einer der schönsten Momente meines Lebens“, erinnert sie sich zehn Jahre später.

Ein diszipliniertes Spiel

Vor jenem Probespiel lag eine lange Zeit, in der Nicola Hartwig sich mit viel Einsatz, eiserner Disziplin und Freude ihrem Instrument gewidmet hat. Denn als Kind einer musikalischen Familie hat sie schon mit sieben Jahren angefangen, Klarinette zu spielen, nahm Unterricht und erarbeitete sich Leistungsabzeichen des Landesmusikverbandes.

Auch als Jugendliche hat sie weiter gespielt – und damit eine wichtige Hürde genommen. Denn wer sich später bei einer Musikhochschule bewirbt, hat kaum Chancen, sich mit einer mehrjährigen Übungslücke gegen die große Konkurrenz durchsetzen zu können. „Für einen einzigen Studienplatz treten bis zu 50 Interessenten zur Aufnahmeprüfung an und müssen dort ihr Können unter Beweis stellen“, weiß Nicola Hartwig. Entscheidend für die Wahl der Hochschule seien jedoch keine geographischen oder persönlichen Vorlieben, sondern die Frage, ob die Chemie zwischen dem Professor und dem zukünftigen Studierenden stimmt. Für Nicola Hartwig und ihren Professor Manfred Lindner von der Musikhochschule in Essen war das der Fall.

„Ich kann es mir nicht besser vorstellen“

Ein Porträt-Foto von Nicola Hartwig

Nicola Hartwig

Foto: Giorgi Gvantseladze

Seit 2009 hat Nicola Hartwig eine feste Stelle bei den Münchner Symphonikern. An vier Tagen pro Woche studiert sie mit ihren Kollegen das aktuelle Projekt ein. Das Orchester gibt im Monat durchschnittlich sieben bis acht Konzerte. Die 32-Jährige ist längst ein echter Profi, „dennoch gibt es noch immer Momente, in denen ich vor einem Konzert nervös werde“, sagt sie.

Im Sommer hat die Klarinettistin während der Saisonpause sechs Wochen frei. Den Rest des Jahres kann sie sich keinen Urlaub nehmen. Aber das stört sie nicht, denn ihr Job macht ihr so viel Spaß, dass er ihr gar nicht wie Arbeit vorkommt. „Ich gehe zum Dienst, treffe meine Freunde und mache mit ihnen Musik“, erzählt sie, „ich kann es mir nicht besser vorstellen.“

Viele Wege führen zur Musik

Wer wie Nicola Hartwig eine Leidenschaft für Musik hegt und daraus einen Beruf machen möchte, muss nicht unbedingt selbst Musiker werden. „Es gibt laut Hochschulkompass ungefähr 410 Bachelorstudiengänge und 530 Masterstudiengänge, die sich direkt oder indirekt der Musik widmen“, sagt Leonie Heuer, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Hamburg.

Neben der Möglichkeit, ein Instrument, Gesang oder eine bestimmte Musikrichtung wie Volksmusik, Jazz oder Popmusik zu studieren, könnte ein Abiturient sich zum Beispiel auch für Musikmanagement, Kulturmanagement oder Musikjournalismus entscheiden. Für alle Varianten sollten Anwärter gute kommunikative Eigenschaften mitbringen: „Man sollte auf jeden Fall eine gewisse Netzwerkfähigkeit besitzen, weil es wenige Stellen gibt und vieles über Kontakte läuft“, sagt Leonie Heuer.

Kultur- und Musikmanager oder Musikproduzenten finden Arbeitgeber beispielsweise in Plattenfirmen, Konzertagenturen oder auch in Kulturämtern. Medienunternehmen, Tonstudios oder auch Presse und Rundfunk sind laut der Expertin weitere mögliche Arbeitgeber für Bewerber mit einem musikalischen Studium.

Können, Ausdauer und Glück

Was man sich klar machen sollte: Nur die wenigsten Musiker schaffen den großen Durchbruch und nicht jeder kann von der Musik leben. Für einen erfolgreichen Berufsweg spielt neben künstlerischem Können und viel Ausdauer oft auch Glück eine entscheidende Rolle.

Von der allgemein günstigen Arbeitsmarktlage profitieren allerdings auch die Musikberufe: Laut dem Team für Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen 2017 im Vergleich zum Vorjahr gesunken und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gestiegen. Trotzdem ist die Anzahl der Bewerber weit höher als die der zur Verfügung stehenden Stellen. Theater und Konzerthäuser beklagen die zunehmend knapper ausfallenden Zuschüsse der öffentlichen Haushalte, was sich auch auf den Arbeitsmarkt für Musikberufe auswirkt. Mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Musiker sind selbstständig tätig.

Gibt es Alternativen?

Doch nicht nur die Musikbranche bietet die Möglichkeit, etwas mit Musik zu machen. Eine Alternative ist es etwa, als Musiklehrer an allgemeinbildenden Schulen zu unterrichten. Möglich ist auch, an außerschulischen Lehreinrichtungen wie Musikschulen zu unterrichten, an denen Menschen aller Altersklassen ein Instrument oder das Singen lernen. Hier unterrichten Musik- und Gesangspädagogen, aber auch studierte Musiker.

Ein weiteres Berufsfeld ist die Musiktherapie, eine Behandlungsform, die mit dem gezielten Einsatz von Musik eine therapeutische Wirkung erzielt. Und auch Logopäden benötigen Musikalität und Rhythmusgefühl, wenn sie Patienten mit Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen behandeln.

Mit der technischen Seite von Musik und musikalischen Veranstaltungen haben Tonmeister und Toningenieure zu tun. Interessenten können einen Studiengang im Bereich Tontechnik und Musikproduktion wählen und später in Tonstudios, bei Konzertveranstaltern, in Schauspiel- oder Opernhäusern arbeiten. Auch die Ausbildungen zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik oder zum Mediengestalter Bild und Ton erfordern technisches Verständnis.

Handwerkliches Geschick und gutes Gehör sind wiederum in den traditionsreichen Ausbildungsberufen im Musikinstrumentenbau gefragt. Dazu zählen etwa Bogenmacher, Geigenbauer, Klavier- und Cembalobauer sowie Holz- oder Metallblasinstrumentenmacher.

Noch mehr Berufe mit Musik findest du in der Übersicht „Klangvolle Berufe“. 

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Musik)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de

Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung

Hier laufen verschiedene Initiativen der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammen. Die Veranstaltungen der Initativen eignen sich gut, um wertvolle Kontakte zu knüpfen. Außerdem gibt es Praxistipps und Infos über Förderprogramme.
www.kultur-kreativ-wirtschaft.de/KUK/Navigation/DE/Home/home.html

Bundeskonferenz Jazz

Die Interessenvertretung der deutschen Jazzszene eignet sich gut zum Netzwerken. Sie arbeitet an Förderstrukturen auf Landes- und Bundesebene mit und entwickelt eigene Projekte.
www.bk-jazz.de

Bundesverband Musikindustrie

Der Bundesverband Musikindustrie berät Musiker in Rechtsfragen, hilft beim Abschluss von Verträgen mit der GEMA und Verhandlungen über Lizenzverbindungen.
www.musikindustrie.de/startseite/

Deutscher Musikrat

www.musikrat.de

Deutscher Chorverband

www.deutscher-chorverband.de

abi>> 10.05.2018

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