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Von der Baustelle ins Architekturstudium

Junger Mann gibt Kollegen Anweisungen beim Aufbau eines Baugerüsts
Während eines Baustellenpraktikums kann man praktische Erfahrungen für das Architekturstudium sammeln.
Foto: Martin Rehm
Thema der Woche

Vorpraktikum als Zulassungsvoraussetzung

Von der Baustelle ins Architekturstudium

Schon vor dem Start an der Hochschule erste praktische Erfahrungen sammeln: Im Fall von Felica Wewer war als Zulassungsvoraussetzung ein Vorpraktikum in einem zum Studium passenden Themengebiet gefordert. Die 25-Jährige studiert Architektur in Münster und übte sich zuvor im Trockenbau.

Wer an der Münster school of architecture (MSA) der Fachhochschule Münster einen Studienplatz für ein Bachelorstudium ergattern möchte, der kommt um ein Baustellenpraktikum von mindestens 13 Wochen nicht herum. Ob man als Architekturstudierender in spe einem Maler und Lackierer, Maurer, Dachdecker oder Zimmerer über die Schulter schaut, bleibt einem selbst überlassen – solange das Praktikum thematisch etwas mit Hochbau zu tun hat. Felica Wewer landete durch einen Bekannten in einem Trockenbaubetrieb.

Praktische Erfahrungen sammeln

Ein Porträt-Foto von Felicia Wewer

Felicia Wewer

Foto: privat

Dort lernte die heute im zweiten Semester Studierende nicht nur viel über den Trockenbau, sondern auch über Planung, Koordination und Ausführung von Aufträgen. Zudem erfuhr sie Wissenswertes rund um die Themen Holz-, Glas- und Metallbau sowie Haustechnik. „Das war eine tolle Erfahrung, hautnah zu sehen, wie die Arbeit vor Ort, vonstatten geht“, resümiert Felica Wewer und ergänzt schmunzelnd: „Ich musste auch feststellen, dass die Bauarbeiter die eigentlichen Architekten sind, da wegen ihnen Baupläne immer wieder umgeändert werden mussten. Als Architektin später auch die Baustellenplanung zu übernehmen, kommt für mich aber eher nicht infrage.“

Sie möchte nach dem Studium lieber in kreativeren Bereichen als Architektin tätig sein, etwa in Kurzzeitprojekten im Bereich „soziale Urbanität“ oder auf Roadshows. Eine (berufliche) Erkenntnis, bei der ihr das Vorpraktikum schon vor Beginn des Studiums geholfen hat.

Praktischer Wissensvorsprung

Im Studium erkennt sie einen weiteren elementaren Vorteil der speziellen Zulassungsvoraussetzung: praktisches Wissen. „Im Fach Baukonstruktion kann ich aktuell auf viel bereits Erlerntes zurückgreifen, zum Beispiel beim Erstellen von Detailzeichnungen von Dämmungen oder einer zweischaligen Beplankung. Das hilft mir enorm und spart Zeit, die ich zum Lernen aufwenden müsste“, meint die 25-Jährige, die zuvor acht Pflichtsemester Innenarchitektur in Hannover studiert und im Rahmen dieses Studiums ein Praktikum in einer Schreinerei gemacht hat.

„Das Praktikum wurde mir von der MSA angerechnet. Da es aber nur über sechs Wochen lief, musste – oder besser: durfte – ich das Trockenbaupraktikum noch zusätzlich absolvieren“, erklärt die angehende Architektin. Laut Studienordnung sind zu Beginn des Studiums nämlich nur sechs Wochen vorzuweisen, die restlichen sieben Wochen können bis zu Beginn des dritten Semesters nachgereicht werden. „Ich würde die Zeit auf jeden Fall aufteilen und das ‚zweite’ Praktikum nach den konkreten Einblicken in die Studienfächer gezielter auswählen“, rät Felica Wewer. Zudem könne man von Praktika in verschiedenen Bereichen schließlich auch nur profitieren.

abi>> 07.08.2018