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Zwischen Hofarbeit und Touri-Leben

Blick auf Santiago de Chile
Neben der landwirtschaftlichen Hofarbeit blieb für Paul Krumbiegel und seine Freundin bei ihrem Wwofing in Chile genügend Zeit, um das südamerikanische Land und seine vielen Highlights zu erkunden.
Foto: Paul Krumbiegel

WWOOFen in Chile

Zwischen Hofarbeit und Touri-Leben

In einem fernen Land eine fremde Sprache lernen und neue Kulturen entdecken: Das hatte sich Paul Krumbiegel nach dem Abitur zum Ziel gesetzt. Gemeinsam mit seiner Freundin reiste der heute 22-Jährige sieben Monate lang durch Chile und arbeitete als freiwilliger Helfer auf verschiedenen Öko-Farmen. Die Vermittlung klappte mithilfe des Netzwerks „World Wide Opportunities on Organic Farms“ (WWOOF).

Direkt nach dem Schulabschluss in den Hörsaal zu wechseln, war für mich keine Option“, erzählt Paul Krumbiegel, der heute im fünften Semester Psychologie an der Uni Kassel studiert. Nach seinem Abitur im Jahr 2014 ging er ein Jahr lang nach England und arbeitete dort als Au-pair für eine Familie. Doch sein Fernweh war dadurch noch lange nicht gestillt. Ihn reizte die Vorstellung eines aufregenden Abenteuers außerhalb von Europa.

Da seine Freundin, die ein Jahr nach ihm ihr Abitur ablegte, genauso dachte, entschieden sich die beiden für das WWOOFen in Südamerika. „Wir wollten etwas weiter weg und zudem eine neue Sprache lernen. Am Ende fiel unsere Wahl auf Chile, da es dort viel zu sehen gibt und das Land zudem als relativ sicher gilt“, berichtet Paul Krumbiegel von den Reiseplanungen, die die beiden größtenteils über das Internet abwickeln konnten.

Den Ausschlag für die WWOOF-Organisation gaben am Ende die große Flexibilität sowie die Aussicht, gemeinsam das Land erkunden zu können. Gegen einen Mitgliedsbeitrag von 20 Euro erhalten die Teilnehmer dort Adressen von ökologischen Biofarmen, auf denen sie kostenfrei leben können, wenn sie mitarbeiten. Die Organisation und Bezahlung von An- und Abreise ist ihnen selbst überlassen.

Gute Mischung aus Arbeit und Freizeit

Ein Porträt-Foto von Paul Krumbiegel

Paul Krumbiegel

Foto: privat

Da die beiden ohne nennenswerte Sprachkenntnisse nach Südamerika gekommen waren, verbrachten sie die ersten Wochen in einer Sprachschule in Santiago de Chile. Im Anschluss ging es zur ersten Station, einer Brombeerfarm etwas abseits der Stadt. Zusammen mit Erntehelfern aus der Region sowie anderen Freiwilligen aus aller Welt pflückten die beiden Brombeeren und verarbeiteten sie beispielsweise zu Marmelade, nahmen die Mahlzeiten gemeinsam ein und erkundeten in ihrer Freizeit die Umgebung. „Jeden Tag ging es bereits früh morgens auf die Felder. Ziel war es, am Mittag einen gefüllten Eimer Beeren mit nach Hause bringen. Beeindruckend war, wie wir von Tag zu Tag besser wurden und unser Tagesziel am Ende oftmals schon nach gut zwei Stunden erreicht hatten“, erzählt Paul Krumbiegel. Die heißen Nachmittage sowie die Wochenenden standen den beiden zur freien Verfügung. Nachts schliefen sie in einem Zelt auf dem Grundstück.

Im Verlauf ihrer siebenmonatigen Reise halfen die beiden außerdem bei der Feldarbeit auf einem in den Bergen gelegenen Weingut, arbeiteten auf einem Markt und kümmerten sich um den privaten Garten eines berufstätigen Ehepaars. Zwischen den jeweils etwa vierwöchigen Aufenthalten unternahm das Paar zweiwöchige Trips durch das Land. „Wir hatten das Glück, dass wir neben unserem Ersparten auch ein wenig auf die finanzielle Unterstützung unserer Eltern bauen konnten“, erinnert sich Paul Krumbiegel. Neben der Erkundung des über 4.000 Kilometer langen südamerikanischen Küstenstaats, war so auch ein Abstecher in die Nachbarländer Bolivien und Peru möglich.

Wertvolle Erfahrungen

Die Entscheidung, das Studium erst einmal aufgeschoben zu haben, bereut Paul Krumbiegel nicht – ganz im Gegenteil: „WWOOFen ist mit die beste Möglichkeit, die Kultur eines Landes kennenzulernen. Man lebt als Teil der Familien, wird überall mit offenen Armen empfangen und erfährt aus erster Hand, wie das Land tickt. Dazu kommen die geringen Kosten und großen Freiheiten“, schwärmt der Student noch heute und fügt hinzu: „Durch meinen Aufenthalt in Chile bin ich deutlich selbstständiger geworden.“

Nach seinem Studium möchte der 22-Jährige vielleicht noch einmal als WWOOFer aktiv werden. Ob es wieder sieben Monate werden, kann er heute noch nicht sagen. „Manche Freiwillige kommen auch nur für wenige Wochen auf die Höfe, beispielsweise in den Semesterferien“, berichtet er von seinen Erfahrungen. Dennoch solle man die Zeit nicht als Urlaub sehen und in der Lage sein anzupacken. So könnten beide Seiten vom Einsatz profitieren.

WWOOF

World-Wide Opportunities on Organic Farms ist ein weltweites Netzwerk aus freiwilligen Helfern und ökologisch bewirtschafteten Höfen.

www.wwoof.de

abi>> 14.09.2018