Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Künstlerische Studiengänge

In einem Atielier liegen Malfarben und Pinsel.
Du malst und zeichnest gerne, tanzt oder singst leidenschaft oder hast ein anderes künstlerisches Talent? Im abi>> Coaching erfährst du, wie du deine Begabung für deine Studien- und Berufswelt einsetzen kannst.
Foto: Swen Reichhold

abi» Coaching

Künstlerische Studiengänge

Ob Maler, Bildhauer oder Musiker – wer eine künstlerische Begabung besitzt, träumt oft davon, sein Hobby zum Beruf zu machen. Dabei sind die künstlerischen Studiengänge so vielfältig wie der Beruf des Künstlers selbst. Wir zeigen dir, worauf du bei der Wahl deiner Hochschule und dem strengen Bewerbungsverfahren achten solltest.

Anne:

Seit meiner Kindheit zeichne und male ich leidenschaftlich gerne. Nächstes Jahr mache ich Abitur und möchte dann am liebsten irgendwas mit Kunst oder Design studieren. Welche Möglichkeiten gibt es da für mich? Und was erwartet mich in punkto Auswahlverfahren?

Jens Homberg, Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven

Liebe Anne,

zunächst einmal ist es wichtig, dass du dir genau überlegst, in welchem Bereich du arbeiten möchtest. Zu den künstlerischen Berufen im engeren Sinn zählen zum Beispiel Maler oder Bildhauer, die ihre Kunst in Galerien oder auf Ausstellungen öffentlich präsentieren und diese auch verkaufen möchten, um im Idealfall davon zu leben. Dann gibt es Berufe, für die eine künstlerische Begabung im weiteren Sinne erforderlich ist. Zu dieser Gruppe zählen zum Beispiel Kommunikationsdesigner, Produktdesigner oder auch Innenarchitekten. Nicht selten sind die Übergänge zwischen beiden Gruppen fließend.

Vielfalt an Hochschulen

Ein Porträt-Foto von Jens Homberg

Jens Homberg

Foto: privat

Wenn du dich für die bildenden Künste oder ein Designstudium interessierst, hast du vielfältige Möglichkeiten: Neben Studiengängen wie Malerei oder Bildhauerei gibt es auch Grafikdesign, Visuelle Kommunikation oder Fotodesign. Oft gibt es in diesen Studiengängen inhaltliche Überschneidungen und berufliche Perspektiven in den gleichen Branchen, zum Beispiel in den Medien oder in der Werbung. Darüber hinaus könntest du mit deiner Leidenschaft fürs Zeichnen auch Innenarchitektur oder Produktdesign studieren.

Es gibt Hochschulen, die auf künstlerische Studiengänge spezialisiert sind. Aber auch solche mit einem breiteren Studienangebot haben sich zum Teil einen guten Ruf für ihre entsprechenden Fachbereiche erworben. Die wichtigsten Kriterien, die für eine hohe Qualität der Hochschulen sprechen, sind kleine Gruppen und eine individuelle Betreuung der Studierenden. Vorsichtig solltest du bei Hochschulen sein, die Bewerber nicht nach ihrer künstlerischen Begabung auswählen, denn das ist für den Ruf der Absolventen nicht förderlich. Zurückhaltend sollte man auch bei Bildungseinrichtungen sein, die Begriffe wie „Semester“ oder „Studiengebühren“ verwenden, tatsächlich jedoch gar keine legitimierte Hochschule sind.

Das Auswahlverfahren trennt die Spreu vom Weizen. Das A und O für die Zulassung zu den begehrten Studiengängen ist der Nachweis der eigenen künstlerischen Begabung. Diese lässt sich allerdings nicht mit dem Schnitt der Abiturnote messen. Gute Chancen hast du, wenn du dich intensiv mit Kunst und ihren verschiedenen Gestaltungsformen befasst hast – und das erforderliche Talent zeigst. Die Bewerbung für ein Kunst- oder Designstudium erfolgt in der Regel in drei Phasen: Zunächst muss eine Mappe im Umfang von 10 bis 30 Arbeiten – je nach Vorgabe der Hochschule – eingereicht werden, dann folgt meist ein praktisches Eignungsverfahren an der Hochschule oder auch das Erstellen einer Hausarbeit. Den Abschluss bildet oft ein Motivationsgespräch.

Kreativität zeigen in der Bewerbungsmappe

Mit deiner Bewerbungsmappe musst du dein Talent unter Beweis stellen. Hilfreich ist es, wenn du dich vorab bei der Hochschule deiner Wahl nach den Anforderungen erkundigst. Bis auf wenige Ausnahmen müssen immer Originalarbeiten eingereicht werden. Das fällt bei Fotografien natürlich leichter als bei Gemälden. Größere Plastiken, dreidimensionale Objekte oder Modestücke können auch fotografisch in Szene gesetzt werden.
Generell gilt: Du musst mit deiner Mappe zeigen, dass du über ausgeprägte gestalterische Fähigkeiten und Techniken verfügst – gepaart mit Ideenreichtum und Kreativität. Die Hochschulen möchten eine solide Grundlage erkennen, auf deren Basis sich die Studierenden weiterentwickeln können.

Beratung an den Hochschulen

Wenn du dir bei der Erstellung deiner Mappe nicht sicher bist, kannst du dich auch beraten lassen. Erste Anlaufstellen sind hier die Hochschulen selbst. Diese bieten häufig Fachstudienberatungen oder sogar Mappenberatungen an. In diesen kann man die eigenen Arbeiten vorlegen, die man in einer Mappe verwenden würde und erhält somit ein professionelles Feedback. Groß ist auch die Zahl der Anbieter von Mappenkursen. Diese kosten meist Geld und können geeigneten Bewerbern bei der Optimierung der Mappe helfen. Letztendlich zählt aber deine eigene Begabung.

In der Eignungsprüfung überzeugen

Überzeugt deine Mappe, wirst du zu einer Eignungsprüfung eingeladen: Hier musst du in einer vorgegeben Zeit und manchmal auch mit vorgegebenen Mitteln, gestalterische Aufgaben lösen. Dies kann vor Ort an der Hochschule erfolgen oder auch in Form einer Hausarbeit. Meist steht nicht die perfekte Ausarbeitung im Vordergrund. Der Jury kommt es vielmehr darauf an, dass die gestalterischen Grundlagen und das Ideenreichtum gezeigt wird.

Egal, für welches Studium und für welche Hochschule du dich letztlich entscheidest: Informiere dich vorab auch über die Bewerbungsfristen, speziell für das Einreichen der Mappen. Diese enden meistens schon im Frühjahr und damit deutlich vor dem Abi-Zeugnis.

Du möchtest auf die Bühne?

Auch für Studiengänge im Bereich darstellender Kunst wie Musik, Tanz, Schauspiel und Gesang steht die künstlerische Begabung der Bewerber im Vordergrund. Für ein Studium der Musik sollte man bereits über eine gute musikalische Ausbildung an einem oder mehreren Instrumenten verfügen. Im Auswahlverfahren müssen dann vorgegebene und freie Stücke interpretiert werden. Ähnliches gilt für Gesang oder Tanz. Musical kombiniert die Anforderungen für Gesang, Tanz und Schauspiel. Dort wiederum können Rollen vorgegeben, aber auch selbst ausgewählte Szenen vorbereitet werden. Wer sich für Kamera oder Regie bewirbt, muss oft im Vorfeld eigene audiovisuelle Produktionen einreichen beziehungsweise Stücke und Literatur szenisch oder dramaturgisch bearbeiten.

 

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchworte: Kunst, Musik, Tanz)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Ein Angebot der Hochschulrektorenkonferenz in dem Hochschulen tagesaktuelle Informationen über ihre Studien- und Promotionsmöglichkeiten veröffentlichen.
www.hochschulkompass.de

precore.net

Das Portal bietet wichtige Starthilfe ins kreative Studium: Hier erfährst du alles über die Bewerbungsverfahren, das Erstellen einer Mappe und die Prüfungen.
www.precore.net

ZAV-Künstlervermittlung

Die Service-Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit vermittelt darstellende Künstler sowie Bewerber aus künstlerisch-technischen Berufen rund um Bühne und Kamera, die vorrangig ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis suchen.
www.zav-kuenstlervermittlung.de

Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BKK)

www.bbk-bundesverband.de

abi>> 12.01.2018