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Zwischen Schule & Beruf

Spirituelle Reinigung

Die letzte Woche vor Semesterbeginn ist angebrochen. Vergangenen Freitag war ich noch ein letztes Mal mit meinen Freunden in einer Bar, in dieser Woche haben sie sich nach Münster, Siegen, Lüneburg oder Aachen verzogen und Wochen oder Monate werden vermutlich vergehen, bis wir uns das nächste Mal sehen. Meine beiden besten Freundinnen sind schon nach Leipzig unterwegs, die erste eigene Wohnung renovieren und das Studentenwohnheim beziehen.

Und ich? Ich bleibe erst einmal hier. Zu Hause. Aber bevor das Studium beginnt, möchte ich Ordnung in mein Leben bringen! Und wo fängt man da am besten an? Genau, im eigenen Zimmer. Letzte Woche hatte ich einen Plan: Ich würde in meinen vier Wänden wirklich aufräumen. Nicht nur husch husch, den Boden frei machen, um mal wieder ein bisschen Staub saugen zu können, sondern wirklich Ordnung schaffen. Natürlich hat das nicht so schnell geklappt, wie es sollte, aber seit einer Woche arbeite ich mich Stückchen für Stückchen vor. Die Kommode wird Schublade für Schublade entrümpelt und geordnet und es ist interessant, wie viele alte Erinnerungen dabei zum Vorschein kommen: Hello-Kitty-Lipgloss aus dem Urlaub vor drei Jahren, eine Eintrittskarte für die Frankfurter Buchmesse 2011, wo ich mit ein paar Freundinnen war, die Seifenblasendose, die wir für die Mottofotos in der Abizeitung benutzt haben.

Erinnerungsstücke an Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Schöne Erfahrungen, aber auch weniger gute Erfahrungen. Und viel Müll, der entgegen meiner Messi-Prinzipien in die Tonne wanderte.

Komplett ordentlich ist es noch nicht, aber ich kann sehen, wie es langsam wird. Allmählich stelle ich Ordnung in meinem Zimmer her und mache Platz für das Studentenleben, das nächste Woche beginnt.

Autor: Janna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 5, 2012
Autor: Janna
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 5, 2012

Zwischen Schule & Beruf

Kompromisse

Endlich! Während meine Freundin schon plant, wegen der miserablen Wohnsituation vor der Uni zu campieren, erlebe ich erste Erfolge. Nachdem ich an die hundert Nummern gewählt und mindestens genauso häufig Bekanntschaft mit allen Arten von Bandansagen gemacht hatte, haben mein Freund und ich am Freitag nun endlich eine Wohnung besichtigt. So ganz glatt, wie ich es gern gehabt hätte, ist es dann zwar doch nicht gelaufen, aber was soll’s, positiv bleiben! Und so haben wir auch gelernt, dass Männer, die auf Rasenmähern rumfahren, höchstwahrscheinlich Hausmeister sind und immer Bescheid wissen!

Aber so sehr ich mich auch über diese Chance freue, das alles ist schon sehr neu für mich. Nicht nur, dass ich mich in einer komplett anderen Umgebung zurecht finden muss. Plötzlich sind die Häuser zehnmal so groß wie in der Heimat und die Nachnamen an der Klingel klingen auch viel exotischer.

Und nun stellt sich mir die Frage: Wie viele Kompromisse muss man eingehen? Wahrscheinlich hätte mir klar sein müssen, dass nicht alles ganz so easy und rosig ist. Denn während andere Paare sich bewusst dafür entscheiden, mehrere Kontinente zwischen sich zu bringen, bin ich eher der häuslich-familiäre Typ. Ich möchte nicht Heiligabend unter Palmen in Neuseeland verbringen. Die Vorstellung, mit meinem Freund stattdessen unter einer eingetopften Nordmanntanne im gemeinsamen Wohnzimmer zu sitzen, finde ich da deutlich schöner. Spätestens jetzt sollte mir also klar werden, dass ich nun nicht mehr allein bin. Zu zweit hat man eben auch immer die doppelte Portion an Wünschen, Hoffnungen und Vorstellungen. Am liebsten würde ich schon wieder eine Pro- und Kontraliste mit ausformulierter Erörterung schreiben. Der Deutsch LK lässt mich eben doch nicht los. Aber Worte können nicht jedes Problem an die Wand reden. Vielleicht sollte ich zufrieden sein mit dem, was ich gerade habe, und einfach mal JA sagen. Zeit zum Grübeln bleibt schließlich noch genug.

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 1, 2012
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 1, 2012

Zwischen Schule und Beruf

Abenteuer Wohnungssuche

Es ist noch nicht so lange her, da stand ich während des Abiballs auf der Bühne und konnte es gar nicht erwarten, endlich mein Zeugnis in den Händen zu halten – das alles entscheidende Zeugnis, für das ich all die Jahre so hart gearbeitet hatte! Man hat so viele Erwartungen an den neuen Lebensabschnitt, man freut sich auf all die Veränderungen und nicht selten bekommt man gesagt: „Das wird die beste Zeit deines Lebens!"

Also, liebe „Zeit meines Lebens" ... Ich warte! Du darfst dann jetzt endlich anfangen! Von der ganzen Warterei habe ich nämlich langsam wirklich genug.

Um ehrlich zu sein, ich habe mir das Ganze wohl etwas zu rosig vorgestellt. Neue Leute, neue Aufgabe, neues Umfeld. Doch ganz so einfach ist das leider nicht. Und das scheine nicht nur ich allmählich festzustellen. Der große Wettlauf mit der Zeit hat begonnen. Was bisher nie ein Thema war, scheint sich als unüberwindbare Herausforderung herauszustellen: Man braucht einen Platz zum Wohnen! Und da gibt es ja vielerlei Möglichkeiten: WG, Wohnheim oder doch gleich die erste eigene Wohnung? Es hagelt Absagen, man lernt die verschiedensten Mailboxansagen kennen und schlägt sich Stunden, Tage, Wochen durch sämtliche Internetportale. Eine alte Klassenkameradin traf es wirklich hart. Sie hatte sich bei einer WG vorgestellt, sich wirklich sehr gut mit den Leuten verstanden, sich mit ihnen über Gemeinsamkeiten ausgetauscht und sogar dasselbe Konzert besucht. Und trotzdem entschieden sie sich für einen anderen Kandidaten. Das ist doch nicht fair. Aber wann ist das Leben schon fair?

Da haben es andere Freunde wirklich besser getroffen, die nun mit dem Rucksack durch Australien reisen und froh sind, wenn sie abends wieder ihre Pritsche unter sich haben. Da stören auch ein, zwei Kakerlaken als Mitbewohner nicht. Aber genauso, wie sie von all den farbenfrohen Eindrücken des australischen Outbacks geformt werden, sollen vielleicht auch die ganzen Rückschläge am Telefon und in unserem E-Mail-Postfach ihren Sinn haben. Wäre ja auch viel zu einfach, wenn jedes Vorhaben beim ersten Versuch klappen würde.

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 12, 2012
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
Sep 12, 2012