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Medizin studieren

Eine kleine Prise Praxis

Der Arm liegt regungslos vor mir. Venen treten auf seiner Oberfläche hervor, in die ich nun mit einer Nadel stechen soll. Ich schaue hoch zu meiner Tutorin, die den ersten Test abnimmt und mir Punkte geben wird, wie gut ich den Modellarm bearbeiten kann. Ziel ist es, einen Zugang zu legen, über den Infusionen laufen oder Blutabnahmen stattfinden können. Und weil es hier um Kontakt zu Patienten geht, wird auch bewertet, wie viel man mit dem Arm, der so unbeeindruckt und mit Einstichstellen übersät vor einem liegt, spricht und ihm erklärt, was man nun macht. Also: Zuerst wird die Lieblingsvene ausfindig gemacht, dann desinfiziere ich – sprühen, wischen, sprühen, einziehen lassen. Währenddessen lege ich mir den Zugang mit der spitzen Nadel sowie ein paar Tupfer und ein Pflaster zum Fixieren zurecht. Der Stauschlauch darf nicht vergessen werden. Das ist eine Schlinge, die man um den Arm legt, um den Blutfluss zu unterdrücken, sodass die Venen voller sind.
Dann geht’s ans Eingemachte: Vorsichtig setze ich die Nadel an, zittere ein wenig und verfluche innerlich meine Unsicherheit. Bisher habe ich erst einmal Blut abnehmen dürfen und das ist zweieinhalb Jahr her. Ich steche zu, schiebe die Nadel weiter und ... es fließt natürlich kein Blut. Meine Tutorin kritzelt eine Notiz aufs Papier und legt mir nahe, ausgiebig zu üben.
Glücklicherweise kann ich das im Studienhospital sehr umfassend tun. Fast jedem Studierenden wird ein persönlicher Tutor zur Seite gestellt, der einem das richtige Legen eines Zugangs zeigt, Tipps gibt und Kritik äußert – das ist echt hilfreich. Nach drei weiteren erfolglosen Versuchen, habe ich es endlich geschafft, eine Vene zu treffen. Doch das Blut schießt eher heraus, weil ich natürlich in meinem Eifer vergessen habe, den Schlauch zu lösen. Was eine Sauerei! Aber Fehler sind schließlich da, um aus ihnen zu lernen. Und wo, wenn nicht hier?
Was aber wohl jeder Studierende zum Gähnen langweilig findet, ist Hygiene. Also nicht die eigene, sondern die im Krankenhaus. Sie ist elementar für die Sicherheit der Patienten. Wir lernten etwa, wie man sich die Hände richtig desinfiziert und wie man steril arbeitet. Nach dem Erlernen jeder neuen Fertigkeit freue ich mich auf den nächsten Kurstag, um noch mehr Praxis beherrschen zu können.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jul 23, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jul 23, 2018

Medizin studieren

Frauensachen

Zwar hatte ich in Biochemie und Physiologie damals aufgepasst und allerlei über den weiblichen Zyklus, weibliche Geschlechtshormone und so weiter gelernt, aber letzten Endes ist es für mich, wie für viele andere männliche Kommilitonen, ein Buch mit sieben Siegeln geblieben. Dabei mangelt es nicht an Kontakt zum anderen Geschlecht oder Desinteresse, nein. Aber trotz allem fehlt der Bezug zur Regelblutung, prämenstruellen Syndrom, dem Klimakterium und der Schwangerschaft. Ich kann mir einfach herzlich wenig unter Unterleibsschmerzen, die nicht vom Magen/Darm kommen, vorstellen, ohne dass das jetzt empathielos klingen soll. Ich glaube jeder Frau, dass sie teilweise keine schöne Zeit hat, und halte auch emotionale Labilität einmal im Monat nicht für Ausreden. Aber da ich Gynäkologie im Curriculum stehen habe, wird mir einmal mehr klar: Im Gegensatz zum Mann ist das Hormonsystem der Frau wahnsinnig komplex! Es schwirren so viele verschiedene Hormone im Blut herum, wodurch es eben soviele Verhütungsmethoden gibt, die an unterschiedlicher Stelle ansetzen.
Beruhigend dabei ist, dass es meinen Kommolitoninnen umgekehrt genauso geht, wenn sie in der nachfolgenden Urologie-Vorlesung sitzen: Während Männer schmerzverzerrte, ungläubige Gesichter machen, wenn ihnen Bilder von abgetrennten Hoden präsentiert werden, ist in den Mienen der weiblichen Zuhörer meist nur eines auszumachen: Ungläubigkeit – und vielleicht ein bisschen Mitleid.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jul 19, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jul 19, 2018

Medizin studieren

Keine Ausreden mehr

Der Material-, Methoden- und Ergebnis-Teil meiner Dissertation ist nun fast fertig. Der Großteil der Arbeit, nämlich die Einleitung und Diskussion, fehlen allerdings noch. Ich muss hier dringend weiterschreiben und das Doofe ist: Momentan habe ich keine Ausreden, die Schreiberei aufzuschieben. Mein Praktikum in Nürnberg ist vorbei, meine vier Nachtschichten erledigt und sogar im Urlaub war ich vor Kurzem.
Vor mir liegen also vier endlose Wochen, in denen ich tagein tagaus in die Bibliothek rennen und die Einleitung in Angriff nehmen muss. Meine Motivation lässt jedoch noch auf sich warten … Doch der Tag X nähert sich und mir bleibt nichts anderes übrig, als meinen Laptop aufzuklappen und das ungeliebte Worddokument mit dem Titel „V4_Diss.docx“ zu öffnen. Und dann beginnt die Schnecke zu kriechen: Satz für Satz wächst die Einleitung, Wort für Wort ackere ich mich durch Reviews, Paper und Dissertationen, durchsuche das Internet und die deutsche Nationalbibliothek nach Literatur. Eine riesige Menge an Informationen offenbart sich mir und was ich die ganze Zeit schon ahnte, bewahrheitet sich: Alles über dieses Thema zu wissen, ist unmöglich. Je tiefer ich vordringe, desto weniger habe ich das Gefühl, etwas zu wissen. Aber ich weiß auch, dass ich da mit nicht alleine bin und weitermachen muss. So wächst nicht nur mein Text, sondern auch das Literaturverzeichnis stetig an.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jul 11, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jul 11, 2018