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Medizin studieren

Umkrempeln - Teil 2

Seit drei Jahren arbeite ich neben meinem Studium zwei- bis viermal im Monat im Nachtbereitschaftsdienst einer Wohngemeinschaft für an Demenz Erkrankte. Die Herausforderung ist für mich mittlerweile allerdings eher, mich selbst auszuhalten und währenddessen 19 Leute zu betreuen. Denn jede Nachtschicht ist gleich.
Während meiner ganze Zeit hier haben sich die Anforderungen nicht geändert. Ich kann nun nichts Neues mehr lernen und mir fehlt es an vielem bei diesem Job, zum Beispiel an einem richtigen Team, in dem man sich gegenseitig motiviert, sich Feedback gibt, kritisieren und loben kann.
Vor ein paar Tagen war ich also bei meiner Chefin und habe nun gekündigt. Ich werde noch zehn Nachtschichten übernehmen, dann muss ich etwas Neues finden. Glücklicherweise gibt es für mich als Medizinstudenten in der Klinik viele Jobs, die gut bezahlt werden und mich persönlich voranbringen.
In den ersten Semestern fehlte mir zudem ein Projekt abseits der Uni, in dem ich richtig aufgehe und durch das ich etwas bewegen kann. Mittlerweile bin ich für diesen Zweck wieder bei den „Grünen“ eingestiegen. Ich bin dort Teil der Arbeitsgemeinschaft für Themen rund um Frieden und Europa und werde dort bald einen Vortrag halten. Parallel hierzu bin ich einem kleinen Verein beigetreten, der Freiwilligendienste, wie ich einen in Nepal geleistet habe, kritisch beurteilt und Verbesserungen erwirken möchte. Es geht um langfristige, nachhaltige und respektvolle Entwicklungszusammenarbeit, mit Aufklärungsseminaren für Interessierte an Schulen und Universitäten. Dort kann ich meinen Platz finden und meine Erfahrungen aus dem Ausland sinnvoll einsetzen.
Außerdem habe ich endlich wieder eine Band! Spontan hatte sich die Möglichkeit für einen Auftritt ergeben. Es wurden ein paar Musiker zusammengetrommelt und daraus ist nun ein Projekt erwachsen – da kommt Motivation und Enthusiasmus auf, die Musik hatte mir doch sehr gefehlt.

Medizin studieren

Es wird Neurologie

Nach vier spannenden Wochen Neurologie-Famulatur steht für mich fest: Es hat mich nicht abgeschreckt, mein Interesse am Fachgebiet hat sich durch die Zeit dort nur noch verstärkt. Zwar ist die Neurologie ein Fach, in dem vieles noch nicht behandelbar ist, viele Bereiche unerforscht und die Konsequenzen für die Betroffenen oft schwerwiegend sind. Doch insbesondere die ersten beiden Punkte werden sich – aller Voraussicht nach – im Laufe meines Berufslebens stark wandeln.
Die Forschung im Bereich der Neurowissenschaften schreitet rasant voran. Während man vor 30 Jahren mit der Diagnose Multiple Sklerose davon ausgehen konnte, im Rollstuhl zu landen, lässt sich die Krankheit heutzutage bei frühzeitiger Diagnose und mit der korrekten Therapie gut in den Griff bekommen. Auf diesem Gebiet ist alles im Wandel, sodass der Berufsalltag nicht langweilig werden sollte. Klar, Routine wird sich auch bei mir irgendwann einstellen. Aber das ist wohl überall so.
Wichtig ist mir erst mal, dass mich dieser Fachbereich interessiert. Bis ich mich entscheiden muss, vergeht noch das eine oder andere Jahr vergehen. Aber die Weichen stellen sich für mich bereits in diese Richtung!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 11, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 11, 2018

Medizin studieren

Umkrempeln - Teil 1

Die ersten Wochen des Semesters lassen mich recht unzufrieden zurück. Seit ich wieder hier bin, habe ich alle Dinge so gemacht, wie vor den fünf Monaten in Asien – und habe dennoch erwartet, dass dabei irgendetwas anders ist. Mich hatte zuvor einiges gestört, insbesondere an mir selbst. Und auch jetzt komme ich wieder zu dem Schluss: Es muss sich einiges ändern.
Was stört mich denn eigentlich? Objektiv gesehen stehe ich gar nicht schlecht da: Medizinstudium, sichere Wohnung, zwei Nebenjobs, glückliche Beziehung, ab und zu mal Sport. Ich kann da aber nur denken: wie langweilig! Ich stehe total auf der Stelle. Auch gefällt mir nicht, wie ich mein Studium bisher geführt habe. Ich habe kaum Vorlesungen besucht, nur das Nötigste gemacht und dabei so viel Spannendes ausgelassen. Ich muss begreifen, dass es ab jetzt darum geht, was für ein Arzt ich werde. Dabei geht es mir nicht um die Karriere. Ich möchte nicht Ober- oder Chefarzt werden, sondern einen guten Job machen, von dem andere profitieren. Daran kann ich jetzt arbeiten.
Ich will zum Beispiel noch mal ins Ausland gehen, um in der Entwicklungshilfe in Asien, Afrika oder Südamerika zu arbeiten. Die Fähigkeiten, die ich dafür brauchen werde, kann ich jetzt erlernen. Es gilt: Je mehr ich weiß, desto mehr kann ich bewirken.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jun 8, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jun 8, 2018