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Medizin studieren

Unvorhersehbare Ereignisse

Nach mehr als zwölf Stunden Anreise erreichten wir unsere erste Station in Norwegen und waren zu erschöpft, um wirklich schockiert zu sein. Also standen wir stumm da und blickten fast teilnahmslos auf den gefrorenen See. Aber etwas Verwunderung wird man uns wohl doch angesehen haben, schließlich war es Ende Juli und auf allen Fotos des Bahnhofs, an dem wir uns gerade befanden, war der See tiefblau, klar und am Fuße eines blau leuchtenden Gletschers gelegen. Nicht so in diesem Jahr, denn die Hardangervidda, ein Hochplateau im Westen Norwegens, erfährt den kältesten Sommer seit den 1960er-Jahren. Das waren ja die besten Aussichten für eine Wandertour mit Zelt …

Immer wieder waren wir erstaunt, so viel Schnee vorzufinden, dass ganze Seen bedeckt und Gletscher nicht auszumachen waren. Im Reiseführer war von ein paar alten Schneefeldern die Rede – diese vom Winter übriggebliebenen Areale erstreckten sich allerdings zum Teil über 25 Kilometer. Dabei hätte uns der Hinweis eines Einheimischen zu Beginn der Tour schon stutzig machen müssen, der uns dringend zu Skiern riet. Naja, hatten wir aber nicht dabei, und so wurden aus den geplanten 150 Kilometern Strecke gut und gerne 170 – verschneiten Wegweisern sei Dank. Und die Nächte waren eben etwas kühler als erwartet. Und ein Abenteuer war es allemal, als wir durch ein Schneefeld in einen Fluss einbrachen und uns mit Paracetamol wieder auf die Beine brachten, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Außerdem mussten wir einen hüfttiefen Gletscherfluss durchqueren, da die Sommerbrücke (diese Brücken werden von so etwas wie dem Alpenverein in Norwegen im Sommer aufgebaut) noch nicht stand.

Aber als Entschädigung für all das wurden wir mit unberührter Natur, grandiosen Ausblicken, Erfahrungen fürs Leben und absoluter Einsamkeit belohnt.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 18, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 18, 2015

Medizin studieren

Into the wild

Diesen Film von Sean Penn, in dem ein junger Student in die Wildnis aufbricht, haben vermutlich viele von euch gesehen. Die Geschichte geht leider nicht gut aus und schon allein deshalb beschreibt sie nur bedingt, was mein Kumpel und ich die nächsten drei Wochen tun werden. Aber der Grundgedanke stimmt!

Wir wollen einfach mal rauskommen, keine Uhren und Handys mitnehmen, sondern auf uns allein gestellt reisen. Wir nehmen nur einen Rucksack, ein Zelt und Essen für zehn Tage mit und los geht’s! Unser Flug geht nach Norwegen. In der Hardangervidda, einer Hochebene im Westen Norwegens, wollen wir uns von Norden nach Süden durchkämpfen. Viel Infrastruktur gibt es dort nicht: markierte Wege wohl schon, auf Hütten und andere Menschen treffen wir aber wohl nur alle paar Kilometer.

Ein Freund von mir war vergangenes Jahr dort und meinte: „Wenn du wissen willst, was Natur ist – geh da hin und du musst deine bisherige Vorstellung von Natur nochmal vollkommen überdenken!“ Darauf freuen wir uns jetzt schon ziemlich! Sorgen mache ich mir nur etwas wegen der Versorgung. Mit 25 Kilo auf dem Rücken – und so schwer sind die Rucksäcke – läuft es sich nämlich nicht mehr so bequem. Aber irgendwie wird es schon werden. Ein weiteres Problem ist, dass wir noch keine Wanderkarte haben. Ich habe sie zwar schon vor vier Wochen bestellt, aber dank Poststreik ist sie bisher nicht angekommen. Hoffentlich klappt das noch, sonst müssen wir in Norwegen improvisieren.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 3, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 3, 2015

Medizin studieren

Erleichterung

Die vergangenen Wochen hatten es echt in sich. Normalerweise bin ich rund drei Tage vor einer Klausur mit meinem Pensum durch und nutze die restliche Zeit, um Lücken zu füllen, den Stoff nochmal zu wiederholen und etwas zu entspannen. Nicht so dieses Jahr!

Schließlich haben sich die Prüfungsmodalitäten ganz schön verändert. Ich wurde in vielen Fächern geprüft, erhielt aber nicht für alle Prüfungsleistungen direkt einen Schein. Bestimmte Fächer habe ich nun nicht mehr nur ein Semester lang, sondern über vier bis fünf Semester verteilt. Dazu gehört beispielsweise Radiologie. Am Ende jedes Studienhalbjahrs muss ich nun in einer Klausur rund 20 Fragen zum gelernten Stoff beantworten. Die Ergebnisse werden über fünf Semester addiert. Um den Schein in Radiologie zu bestehen, muss ich am Ende von den insgesamt 100 Fragen 60 richtig beantwortet haben.

Mein Problem ist die Zeit. In diesem Semester hatte ich drei „große“ Fächer: Mikrobiologie, Pharmakologie und Pathologie. Hier musste ich am Ende je eine Klausur mit deutlich mehr Fragen bestehen. Die Vorbereitung darauf brauchte also deutlich mehr Zeit – und es gibt keine Chance, Fehlleistungen später noch auszugleichen. Klar also, auf welche Fächer ich den Fokus gelegt habe, oder? Und irgendwie auch klar, dass Radiologie von mir eher stiefmütterlich behandelt wurde … Hoffentlich rächt sich das nicht. Schließlich werde ich auch in den kommenden Semestern neben Radiologie viele „großen Fächer“ haben. Und auf die Dauer wird es wohl nicht reichen, für Radiologie, Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und noch ein paar andere Fächer insgesamt nur drei Tage aufzuwenden.

Aber glücklicherweise hat es funktioniert! Entgegen aller Erwartungen habe ich es geschafft, alle Prüfungen einigermaßen zu bestehen. Zwar genügen die Ergebnisse nicht ganz meinen eigenen Ansprüchen, aber das hake ich dieses Semester echt einfach mal ab. Und jetzt habe ich erst mal fast drei Monate frei, kann abschalten und mir neuen Schwung für das nächste Semester holen. Nach der ganzen Lernerei finde ich, ich habe das verdient.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jul 29, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jul 29, 2015