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Medizin studieren

Es wird ernst

Bisher konnten wir uns in der Vorklinik immer freuen, wenn nach einem langen Kapitel über physiologische, biochemische oder anatomische Gegebenheiten auch ein kleiner Ausblick in die klinische Relevanz des soeben Gelesenen gegeben wurde. Schließlich wird einem dabei bewusst, dass man das alles nicht umsonst lernt. Wurde man in Testaten zu einem Organ gefragt, konnte man immer mit klinischen Beispielen punkten und dem Prüfer zeigen, dass man mehr als nur die Grundlagen drauf hat.

Jetzt läuft das allerdings etwas anders: Ich muss für Pharmakologie alle Namen, Nebenwirkungen, Indikationen und Kontraindikationen von Diuretika auswendig lernen. Das sind Medikamente, die beispielsweise bei Bluthochdruck gegeben werden.

Dieses Gebiet habe ich bis dato immer umschifft, um mich beim Lernen nicht zu überfordern. Das macht mir momentan echte Schwierigkeiten. Alles, was ich bisher als „Ballast“ eingestuft hatte, ist plötzlich absolut relevant, wenn nicht sogar entscheidend. Ich werde also verschiedene Nebenwirkungen und die Frage, ob das Medikament oder intravenös verabreicht werden sollte, auswendig lernen. Mit den Segmenten des Lungen-Mittellappens hat das ja schließlich auch geklappt. Und ich bin überzeugt, dass das nicht ganz unwichtig ist. Schließlich würde ich auch eher ungern von einem Arzt behandelt werden, der nicht so recht weiß, was das Medikament, das er mir eben verschrieben hat, noch so anrichten kann. Die Gewissheit, dass ich gerade Dinge lerne, die den Krankheitsverlauf späterer Patienten unmittelbar beeinflussen, macht mir aber auch ein bisschen Angst.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  May 5, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
May 5, 2015

Medizin studieren

Studieren im Sommer

Seit fast drei Wochen läuft das Semester nun schon – und gefühlt 80 Prozent meiner Kommilitonen haben davon noch gar nichts mitbekommen. Denn während der Großteil der höheren und niedrigeren Semester bereits in die Bib rennt, um Bücher zur Vorbereitung für Testate, Eingangsklausuren oder Semesteranfangsklausuren zu leihen, herrscht unter uns Fünft-Semestern ein kollektives Faulenzen.

Das ist ganz wunderbar! Dir Frage „Hast du Lust, die Tage mal was zu machen?“ wurde ersetzt durch ein knappes „Wann passt es dir heute Abend?“. Es ist gerade einfach nicht viel zu tun - und damit kann ich erstmal leben!

Das Wetter ist gut, es hat seit drei Wochen nicht mehr geredet, ich bin viel beim Beachvolleyball-Spielen und die Wiesen rund um den Aasee füllen sich mit Grills und sommerlich gekleideten, gut gelaunten Menschen.

Mit diesem Wetter wäre wohl auch die ganze Lernerei viel erträglicher gewesen. Wäre es abends länger hell gewesen, hätte man sich noch auf ein Feierabend-Getränk auf einer Bank am Aasee treffen können. Aber das ist eben nicht zu ändern und erstmal vorbei. Jetzt heißt es, den nahenden Sommer zu genießen und das Studentenleben so richtig auszukosten.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 30, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 30, 2015

Medizin studieren

Alles neu, alles anders

Nach nur gut zwei Wochen hieß es also schon wieder: Ab in den Hörsaal. Auf dem Plan stand die erste Einführungsveranstaltung, in der wir in den nun beginnenden klinischen Abschnitt des Medizin-Studiums eingewiesen wurden. Man stellt uns Veränderungen der Lehrmethodik, Präsenzregelungen, Prüfungsordnungen und weitere organisatorische Besonderheiten vor. Nicht zuletzt wurden wir erneut darauf hingewiesen, dass wir der absoluten Schweigepflicht unterliegen und dass dies auch gelte, sollten wir im nun beginnenden Untersuchungskurs Dinge über Kommilitonen herausfinden, die unter Umständen nicht ganz „salonfähig“ sein könnten.

Bei diesem Untersuchungskurs – von älteren Semestern hochgelobt – werden uns vor allem praktische Dinge beigebracht: Blutdruck und Blutzucker messen, Blutabnahme, korrekte Hände-Desinfektion, „Einwaschen“ vor OPs und schließlich die gründliche körperliche und neurologische Untersuchung. Außerdem – und das ist tatsächlich abgefahren – lernen wir mithilfe von Schauspielern, wie man Anamnese-Gespräche führt, das A und O des Arztberufes! Diese Schauspieler sind zwischen 11 und 93 Jahre alt und werden im sogenannten Studienhospital in detailgetreu eingerichtete Krankenzimmer gelegt. Die Atmosphäre wird also sehr realistisch sein. Den Schauspielern wird eine Rolle zugewiesen, die sie dann vor uns Studierenden spielen werden. Einzeln werden wir dann in die Zimmer gehen und das Gespräch führen, während der Rest von uns hinter verspiegelten Glasscheiben im Nebenraum steht und das Geschehen beobachten kann. Anschließend bewerten wir uns gegenseitig und erhalten so ein konstruktives Feedback. Das wird bestimmt spannend, auch wenn ich ein bisschen aufgeregt bin.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 17, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 17, 2015