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Medizin studieren

Heimaturlaub

Nach ein paar Monaten ist es endlich mal wieder soweit: Ich reise in meine Heimat. Die sechsstündige Fahrt kommt mir ewig vor wie immer, aber dafür erwartet mich selbst nachts um halb zwölf noch ein bestens gefüllter Kühlschrank und ein gemachtes Bett. Dann heißt es natürlich Verwandtschaft abklappern, Freunde besuchen und, ganz wichtig, gutes Essen genießen!

Irgendwie kommt das mit dem Essen in meinem Leben leider immer etwas zu kurz. Entweder ist die Zeit, der Geldbeutel oder die Motivation, gut zu kochen, sehr knapp bemessen. Abgesehen davon dürfte es in Münster auch schwer werden, ein gutes, fränkisches Schäuferla auf den Teller zu bekommen! Und nachdem ich in den nächsten sechs Monaten vermutlich eh wieder nicht nach Nürnberg kommen werde, ist das schon mal ganz schön, sich durch sämtliche Spezialitäten durchfressen zu können.

Minimal getrübt wird mein Heimaturlaub allerdings vom Wetter. Keine Frage, Sommer ist eine echt schöne Jahreszeit, aber 35 Grad im Schatten tun mir einfach kein bisschen gut. Aber okay, das sind dann wahrscheinlich die drei heißen Tage im Jahr, spätestens im Juli fluchen wir wieder alle über einen verregneten und außerdem viel zu kalten Sommer. Perfekt ist eben ein äußerst schwierig zu erreichender Zustand!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 27, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 27, 2014

Medizin studieren

Die Trauerfeier

Um unsere Dankbarkeit und Ehrerbietung gegenüber den Angehörigen der Körperspender würdig zeigen zu können, wurde vergangene Woche von unserer medizinischen Fakultät, besonders natürlich dem anatomischen Institut, eine Trauerfeier organisiert. Studenten, Lehrende sowie die Angehörigen versammelten sich auf einem schönen Waldfriedhof, um der Toten zu gedenken und ihnen die letzte Ehre zu erweisen. Zum Programm gehörten ein Auftritt des Studenten-Orchesters und -Chores, Fürbitten und konfessionsfreie Predigten. Zentrales Thema war die Dankbarkeit den Verstorbenen gegenüber, die unter Aufbietung einiger Entbehrungen, Ängste und Zweifel ihre Körper der Forschung zur Verfügung gestellt hatten. Und, dem Wortlaut eines Pfarrers zufolge, so dem „sinnlosen Tod einen Sinn gegeben“ hatten.

Nach der sehr schönen, wenn auch traurigen Gedenkfeier konnten die Angehörigen an den Gräbern der Körperspender Abschied nehmen. Danach suchten wir Studierende den Dialog mit ihnen. Die Resonanz war überwältigend: Den Allermeisten gefiel die Feier enorm gut, viele bedankten sich bei den studentischen Organisatoren. Und auch den Zweifelnden, die mit der Entscheidung ihrer Angehörigen nicht unbedingt einverstandenen waren, schien die Feier Trost gespendet zu haben. Für uns war es eine sehr schöne, wichtige Erfahrung. Viele waren den Tränen sehr nahe und das, obwohl uns aus datenschutztechnischen Gründen noch nicht einmal Name, Alter und sonstige Infos über die Körperspender mitgeteilt worden waren.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 24, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 24, 2014

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Körperspender

Wie bereits das ein oder andere mal erwähnt, war der Präparierkurs, also makroskopische Anatomie, ein sehr wesentlicher Bestandteil des zweiten Semesters. Dass dieser Kurs damit einherging, die Körper toter Menschen, sogenannter Körperspender, zu präparieren, lapidar „auseinanderzunehmen“, dürfte wohl auch klar geworden sein. Was genau das allerdings tatsächlich für die Verstorbenen und deren Angehörige sowie uns Studenten bedeutete, vor allem auf emotionaler Ebene, ist etwas schwieriger zu vermitteln.

Am einfachsten dürfte es wohl für uns Studenten gewesen sein, schließlich waren die Körperspender für uns ab einem Gewissen Zeitpunkt mehr oder weniger Objekte, an denen wir lernen mussten. Das klingt hart, aber wir empfanden die Situation irgendwann als normal. Zu Beginn war es noch sehr krass, in einen Raum mit 20 nackten, toten Menschen gehen zu müssen und das Skalpell anzulegen. Für viele von uns war es die erste Konfrontation mit dem Tod. Entsprechend schlug sich das anfangs auch auf unsere Stimmung nieder. Doch mit der Zeit lernten wir, uns von diesem Eindruck zu distanzieren, um objektiv und möglichst gut unsere Arbeit verrichten zu können. In gewisser Weise sind wir es den Körperspendern nämlich auch schuldig, deren „Opfer“ würdig zu schätzen.

Etwas schwieriger ist es vermutlich für die Verstorbenen selbst. Die Frage, ob man damit leben kann, dass der eigene Körper nach dem Ableben auseinandergenommen wird, muss man sich schon sehr ernsthaft stellen. Und es gibt eine Menge Leute, die so etwas niemals tun würden. Umso mehr Dankbarkeit und Wertschätzung gebührt also den Körperspendern, die die Ausbildung zukünftiger Ärzte und die Forschung unterstützen.

Am schwierigsten ist es bestimmt für die Angehörigen. Nach dem Tod eines geliebten Menschen zwei, manchmal bis zu vier Jahre auf die tatsächliche Bestattung warten zu müssen, ist wohl für viele eine ungeheure Belastung. Das Fehlen eines Grabes, der noch nicht vollzogene endgültige Abschied – ich stelle mir das extrem hart vor. Entsprechend gebührt auch den Angehörigen enormer Dank und Respekt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 19, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 19, 2014