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Medizin studieren

Brücken bauen

Mittlerweile ist es ein Jahr her, dass ich nach Nepal geflogen bin, um bei der Shanti Leprahilfe in Kathmandu zu arbeiten. All die Erfahrungen und Erlebnisse haben mich damals überfordert. Deshalb bin ich vor einem Jahr dem Verein Brückenwind beigetreten, der sich kritisch-konstruktiv mit der aktuellen Entwicklungszusammenarbeit auseinandersetzt. Sehr intensiv kümmern sich dort die Mitglieder um Freiwillige, die in die eigenen Projekte nach Ghana und Griechenland geschickt werden – davor und danach. So können sie für die Menschen vor Ort wie auch für sich selbst das Beste aus der Sache herausholen.
Nach ein paar Monaten Einarbeitung, in denen ich viel zugehört habe und von den anderen lernen durfte, habe ich endlich ein paar Aufgaben gefunden, die mich gleichzeitig fordern und sich gut anfühlen. So kümmere ich mich beispielsweise um die Vorbereitung der Seminare für die Freiwilligen, die nach Griechenland zur Nothilfe in der Nähe von Thessaloniki geschickt werden. Ich habe eine Einheit zu den Themen Eurozentrismus, Rassismus und Postkolonialismus vorbereitet und mit den Freiwilligen besprochen – klingt trocken, ist in der Praxis aber sehr lebendig.
Außerdem widme ich mich einer Kooperation mit Schulen, um mit Schülern von Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien ins Gespräch über Freiwilligendienste im Ausland zu kommen und diese kritisch zu reflektieren. Zudem bewerben wir uns nun für den Studierendenpreis der Uni Münster, der mit einem recht hohen Fördergeld versehen ist, um unsere Arbeit weiter vorantreiben zu können. Ich habe mich mal am Bewerbungsschreiben versucht und war erschrocken, wie viel ich seit dem Abitur doch an Schreibfähigkeit verlernt habe – ich hatte sonst immer den Eindruck, das gar nicht so schlecht zu können.
Insgesamt kann ich es jedem nur ans Herz legen, sich neben dem Studium zu engagieren. Es ist sehr bereichernd!

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  15.01.2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
15.01.2019

Medizin studieren

Back to the roots

Zwischen der Fertigstellung des vorläufigen Entwurfes meiner Dissertation und dem Beginn meines Praktikums in der Gynäkologie der Uniklinik hatte ich etwa eine Woche frei. Und weil ich ungern Däumchen drehe, habe ich in dieser Woche Stoff aus vergangenen Semestern wiederholt. Im Vordergrund stand dabei vor allem das EKG. Für die meisten sind die Zacken auf kariertem Untergrund ein Buch mit sieben Siegeln. Ich war eigentlich recht gut darin, es zu lesen, musste aber doch feststellen, dass ich noch etwas Übung brauche. Und da spätestens im Examen alles sitzen muss, dachte ich mir, dass es wohl nicht schaden könne, mal wieder ein EKG-Buch in die Hand zu nehmen. Der Plan ist, dass mir das Lernen für das Examen leichter fällt. Jeden Tag zwei, drei Stunden lernen, ist nun wirklich kein allzu großes Problem! Und es macht tatsächlich Spaß, weil der Lerneffekt echt groß ist, wenn man Dinge wiederholt, die man bereits einmal ganz gut konnte. Man merkt den Erfolg und das beflügelt! So könnte das häufiger laufen und ich würde gerne noch länger so weiter machen. Leider reicht dafür allerdings die Zeit nicht, denn bald steht auch schon mein Praktikum an.

Medizin studieren

Ein bereichernder Monat

Als ich mich von meiner Schulfreundin Viktoria verabschiedet habe, bei der ich während meines Praktikums in Leipzig wohnen durfte, wusste ich bereits, dass ich die Zeit hier vermissen werde.
Die vier Wochen in Leipzig habe ich als sehr intensiv, abwechslungsreich, herausfordernd und bereichernd erlebt. Es war spannend, sich mal wieder einer ganz neuen Umgebung zu stellen, in der ich kaum jemanden kannte. Im Krankenhaus habe ich mich durch die Hilfe der Studierenden im Praktischen Jahr und der anderen Famulanten schnell zurecht gefunden, die Ärzte waren allesamt offen, nur an die Führungsriege kam man schwer ran.
Außerdem konnte ich mir ein Bild über die Unfallchirurgie und Orthopädie machen. Vor allem meine Einsätze im OP-Saal waren sehr lehrreich. Ich wusste vorher nicht mal, ob mir während einer Operation schlecht werden würde. Doch mit der Zeit bin ich selbstbewusster geworden und komme nun auch mit dem rauen Umgangston klar.
Ich denke nicht, dass ich Orthopäde werde möchte – an meinem Wunsch, Kinderarzt zu werden, hat diese Famulatur wenig geändert – doch es war spannend, verschiedene Untersuchungstechniken zu lernen. Auch handelt es sich um ein übersichtliches und leicht verständliches Fach, weshalb ich es für die erste Famulatur wärmstens empfehlen kann. Langfristig wiederholen sich die Aufgaben dann aber sehr, mir wäre das auf Dauer zu eintönig.
Rückblickend bin ich froh, die Famulatur nicht in Münster, sondern in Leipzig gemacht zu haben. Ein neues Umfeld ist wirklich erfrischend. Somit kann ich jedem nur ans Herz legen, sich außerhalb des gewohnten Umfeldes nach Praktikumsplätzen Ausschau zu halten – man braucht nur etwas Mut. Für mich ist Leipzig zu einer weiteren Heimat geworden. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch.

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  03.01.2019