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Master live

Wer kriegt das Brot-Endstück?

Dieses Semester besuche ich ein Modul im Bereich „Arbeits- und Organisationspsychologie“, kurz A&O. Wir haben jede Woche zwei Seminare, die jeweils zweieinhalb Stunden dauern. Im ersten geht es um A&O in Forschung und Praxis, im zweiten sprechen wir über neue Entwicklungen in der A&O.
Ein Thema hat mir besonders Spaß gemacht und mich zum Nachdenken gebracht: erfolgreich verhandeln. Als Vorbereitung haben wir einen wissenschaftlichen Artikel darüber gelesen, inwiefern sich ein bestimmtes Training positiv auf Verhandlungen auswirkt. Dieses bestand unter anderem aus einer Technik, die sich „Logrolling“ nennt. Das bedeutet, bei einer Verhandlung zunächst die Prioritäten der Verhandlungsparteien zu klären, um zu einem bestmöglichen Ergebnis für beide Seiten zu kommen. Das klingt zunächst banal. Aber häufig werden die Prioritäten im Vorfeld nicht klar abgesteckt, da es die Parteien als Nachteil empfinden, zu viele Informationen preiszugeben.
Doch die Vorteile von Logrolling lassen sich am Beispiel der Verhandlung eines Arbeitsvertrags erklären: Dem Bewerber ist es etwa vor allem wichtig, viel Geld zu verdienen. Die Chefin legt aber insbesondere Wert darauf, wenige Urlaubstage zuzugestehen, da sie jemanden braucht, der möglichst immer anwesend ist. Beide können durch Offenlegen ihrer Prioritäten gewinnen. Oder ein noch anschaulicheres Beispiel: das Aushandeln der häufig diskutierten Frage „Wer kriegt das Brot-Endstück?“ in der WG. Ich persönlich mag das Endstück nicht so gerne, während meine Mitbewohnerin es liebt. Aus Höflichkeit haben wir beide immer der anderen Person die Brotscheibe zugestanden, die wir jeweils für besser befinden. Also habe ich das Brot-Endstück gegessen und meine Mitbewohnerin das Mittelstück. Somit hatten wir beide verloren, da wir unsere Prioritäten nicht offengelegt hatten. Logrolling kann also für Lösungen bei Verhandlungen sorgen, bei denen beide Parteien gewinnen!

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  16.11.2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
16.11.2017

Master live

Alte Denkweisen hinterfragen

Ich wünschte, ich hätte bereits zu Studienbeginn einige in der Schule antrainierte Denkweisen hinter mir gelassen.
Da wäre zum Beispiel das Schuldenken, dass jeder Unterricht stets langweilig ist – das stimmt nämlich nicht. Das Schöne am Studium ist ja, dass man sich endlich mit den Themen und Fächern beschäftigen darf, die einen wirklich reizen. Natürlich ist es nicht so leicht, diese Einstellung loszuwerden. Aber da muss man sich klarmachen: Ich habe mir dieses Fach freiwillig ausgesucht, weil ich mich damit intensiv auseinandersetzen möchte. Und nur, weil Lernen in der Schule genervt hat, muss es das nicht auch an der Uni.
Mich hat im ersten Semester zudem die Frage umgetrieben, ob ich an der Uni bestehen werde, nur weil ich das Abitur geschafft habe. Denn am Ende des ersten Semesters trifft es alle: Leistungsdruck, Prüfungsangst, Panik. Für meine ersten Prüfungen habe ich deshalb wochenlang nur am Schreibtisch gesessen und gelernt. Der Höhepunkt war sicherlich, als ich auf dem Fahrrad sitzend Vokabelkarten gepaukt habe, weil ich jede Minute nutzen wollte. Die Arbeit hat sich notentechnisch gelohnt, aber ich hatte keinen schönen Sommer. Und ich lernte: Die schulisch anerzogene Notenfixierung darf man an der Uni in gewissem Maße hinter sich lassen. Diese entspanntere Einstellung hat sich bei mir im Laufe des Studiums mehr und mehr eingestellt, mit dem positiven Effekt, dass ich mein Leben mehr genießen konnte. Nein, ich muss mein Studium nicht abbrechen, nur weil ich durch eine Klausur gerasselt bin. Und niemand reißt mir den Kopf ab, weil ich bei einem Referat mal eine Frage nicht beantworten kann. Leider gibt es auch ein Aber. Denn dass Noten nicht völlig unerheblich sind, wurde mir bei meiner Bewerbung für den Master schlagartig klar. Mein Fazit: Prüfungen sollte man ernst nehmen – aber sommerliche Ausflüge an den See oder Teetrinken und Faulenzen im Sommer gehören dazu.
Und noch einen jahrelang vermittelten Grundsatz gilt es zu überwinden. Nämlich den, dass die Sichtweise meines Lehrenden die einzig richtige ist. Ich habe im Bachelor „Allgemeine Pädagogik“ studiert und im Nachhinein fällt mir auf, wie unkritisch gelehrt wurde. Kritische Theorien oder Pädagogen, die sich gegen den Mainstream wenden, kamen kaum zur Sprache. Selbst zu hinterfragen ist gerade am Anfang nicht leicht, aber im Studium geht es genau darum: sich eine eigene Meinung bilden, kritisieren und Ideen entwickeln.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  14.11.2017
Autor: Annika
Rubrik: studium
14.11.2017

Master live

Kami-was?!

Nachdem alle Klarheiten zum Semesterstart beseitigt waren – die Uni hier ist manchmal ein wenig chaotisch – wollte ich mich auch gleich aktiv ins Studentenleben einbringen. Als Erstes fiel mir dabei der Hochschulsport ein. Optimistisch rief ich die dazugehörige Website der Universität auf: Die Möglichkeiten überforderten mich anfangs ein wenig. Inzwischen weiß ich das Angebot sehr zu schätzen, allerdings hat mich die reine Masse doch erst einmal unvorbereitet getroffen. Von Rudern über Fechten bis hin zu irischem Tanz und Aikido ist alles vertreten. In unterschiedlichen Preisklassen versteht sich.
Da die Benotung meiner Bachelorarbeit noch aussteht, habe ich mein Bachelorzeugnis noch nicht. Ich gehe zwar fest davon aus, bestanden zu haben, wollte aber trotzdem nicht gleich die teuersten Angebote wählen. Vieles war sowieso schon ausgebucht, ich war ziemlich spät dran, um noch Sportkurse zu belegen. Schnell hatte ich mich für Aikido entschieden. Ein Kurs einmal die Woche erschien mir jedoch nicht genug. Irgendwann blieb ich dann bei Kamibo hängen und musste stutzen. Kami-was?! Noch nie gehört. Trotzdem mal angemeldet. Aufgrund der Tatsache, dass ich erst wenige Stunden hinter mir habe, werde ich euch zu beiden Kursen bald mehr berichten. Eins vorweg: Kamibo ist eine Choreografie aus Kampfsport, Boxen und Martial-Arts-Elementen. Untermalt wird das durch passende Musik. Es handelt sich dabei nicht um Selbstverteidigung, weil man keine Technik lernt und auch nicht mit einem Partner trainiert. Nichtsdestotrotz ist es wahnsinnig anstrengend und sehr gut fürs Selbstbewusstsein.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  13.11.2017