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Master live

Urlaub in der Bibliothek

Es ist Ende August und damit Haupturlaubssaison. Gefühlt hat die für mich Anfang Juli begonnen. Nicht, weil ich seit Anfang Juli faulenzen würde, sondern weil sich seitdem das Gefühl eingestellt hat, dass alle in den Urlaub fahren, das Leben und Wetter genießen und es sich gut gehen lassen.
Alle, außer mir! Ich schreibe diese Worte nicht von meinem Balkon aus, auch nicht vom Strand in Südfrankreich oder gar aus einem Hostel in Thailand. Mein Blick schweift nicht über irgendwas Schönes wie eine Wiese, einen See oder gar das Meer. Meine Füße scharren nicht im Sand oder planschen im Wasser. Die Luft riecht nicht nach Salzwasser oder Gebirgssee. Nein, in meinem Blickfeld befindet sich neben meinem Laptop einzig eine Holzwand, unter mir pflegeleichter Teppichboden und hinter mir Bücherregale. Die Luft ist leicht stickig. Keine Kunst zu erraten, wo ich mich gerade befinde: Ich sitze in einer Bibliothek.
Wo es unter dem Semester und während der Prüfungsphase gern mal hoch hergeht und Sitzplätze zur Mangelware werden, herrscht zu dieser Jahreszeit Flaute. Ganze Lesesäle könnte ich für mich haben. Es gibt immer ein leeres Schließfach. Alle Bücher stehen da, wo sie sollen und die Bibliothekare freuen sich, richtet man ein Anliegen als sie.
Die Ansage eines Wetterdienstes verrät mir, dass draußen angenehme 25 Grad herrschen. Im Gegensatz dazu ist es drinnen eiskalt. Die Mitarbeitenden der Unibibliothek scheinen allesamt aus Nordfinnland zu stammen. Anders kann ich mir die frostigen Temperaturen in den Lesesälen nicht erklären. Während man es draußen im Sommeroutfit gut hat, sitze ich im Lesesaal mit einem Schal und überlege, ob ich die vorsorglich eingepackte Fleecejacke aus dem Schließfach holen sollte. Meine aktuelle Erkältung habe ich mit Sicherheit vom Sitzen in der Bibliothek bekommen.
Ich versuche, mir einzureden, dass mir die anderen zwar einige schöne Urlaubserlebnisse voraushaben, ich aber dafür ganz viel schaffe. Die Tatsache, dass ich diesen Blogbeitrag schreibe, während ich doch arbeiten soll, verrät aber auch, dass ich bis auf meine Erkältung nicht sehr viel erreicht habe.
Ich muss Schluss machen, meine Hände sind eiskalt. Ich hole mir Handschuhe für drinnen, esse aber draußen erst mal ein Eis!

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Aug 23, 2017
Autor: Annika
Rubrik: studium
Aug 23, 2017

Master live

Hoch hinaus - Wände erklettern

Seit fast zwei Jahren gehe ich regelmäßig Bouldern. Das ist eine Sportart, bei der man mit Hilfe von bunten Griffen die Wände hoch klettert. Dabei ist man nicht gesichert, aber da es nur etwa vier Meter hoch geht und der Boden mit dicken Matten ausgelegt ist, ist die Verletzungsgefahr sehr gering.
Ich habe schon viele Sportarten ausprobiert: Kung Fu, Leichtathletik, Jazz-Tanz, Ballett, Rock ’n’ roll, Salsa, Joggen, Pilates, Yoga, … Sportarten, die mit Bällen zu tun haben, liegen mir gar nicht, dafür alle, die Koordination erfordern – die machen mir Spaß und darin liegt auch eher mein Talent. Trotzdem hat mich bisher keine Sportart länger als ein paar Monate gepackt. Beim Bouldern war das anders. Man braucht zwar Kraft, aber noch viel wichtiger ist die Technik! Durch eine kreative, ausgefallene Technik kann man viel fehlende Kraft ausgleichen. Außerdem gefällt mir, dass man kleine Ziele vor sich hat. Man nimmt sich zum Beispiel eine rote Route vor, beginnt bei den Start-Griffen und arbeitet sich die Wand hoch bis zu den Ziel-Griffen. Dann hat man ein kleines Erfolgserlebnis (vorausgesetzt, man schafft die Route) und kann sich die nächste Route aussuchen. Beim Laufen hat man ja erst nach einer halben oder vollen Stunde das Erfolgserlebnis, die Strecke X in der Zeit Y geschafft zu haben.
Als ich mit dem Bouldern angefangen habe, war das größte Problem, meinen Kopf auszuschalten und meinem Körper zu vertrauen. Man kommt öfter in Situationen, in denen man sich überwinden muss, eine Hand loszulassen, um weiter zu klettern. Das ist mir zu Beginn extrem schwergefallen. Je öfter ich jedoch die Erfahrung machte, dass ich der jeweils anderen Hand vertrauen kann und sie nicht abrutscht, desto leichter fällt es mir und desto schwierigere Routen schaffe ich.
Für die Hände und Finger ist das Bouldern schon eine starke Belastung. Man sollte als Anfänger gut aufpassen, da man sich Gelenke und Sehnen verletzen kann, wenn man sich nicht langsam an die Belastung herantastet und gewöhnt.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Aug 15, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
Aug 15, 2017

Master live

Wohnheim auf dem Bauernhof

Zwischen zwei meiner Praktika hatte ich ein paar Wochen frei, in denen ich die ganzen Eindrücke und Erfahrungen erst mal verarbeiten und sortieren konnte. Ich habe die Zeit aber auch genutzt, um ein paar Freundinnen zu besuchen. Unter anderem bin ich dafür nach Osnabrück gefahren, wo eine Freundin von mir studiert. Sie lebt im Studierendenwohnheim. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber wenn ich Wohnheim höre, habe ich direkt bestimmte Assoziationen im Kopf – leider nicht gerade positive. In meiner Vorstellung (und ich habe das auch schon beobachten können) spielen jeden Abend Betrunkene Wikingerschach vor dem Haus, die Küchen sind ranzig und unordentlich, die Zimmer kahl und ungemütlich.
Meine Freundin jedoch hat großes Glück gehabt: Ihr Wohnheim ist ein ehemaliger Bauernhof, 60 Studierende wohnen dort. Die süßen alten Häuschen, in denen die WGs untergebracht sind, sind alle nach ihrer früheren Benutzung benannt. So gibt es eine WG im Schweinestall, eine andere im Kornspeicher. Die Häuser stehen inmitten von Wiesen und Bäumen, überall gibt es Beete und die Menschen dort haben Hängematten aufgespannt und Lampions in die Bäume gehängt. Hühner und Katzen leben in Massen auf dem Hof und während der zwei Tage, die ich dort war, habe ich einen großen Igel und eine Kröte gesehen. So ein idyllisches Wohnen …
Einmal pro Jahr wird dort ein Hoffest organisiert, das alle zusammen gestalten. Überhaupt gibt es wohl keinen Abend, an dem nicht irgendwer irgendwas organisiert, man kann sich immer mit ans Lagerfeuer setzen, zusammen kochen oder grillen, in der Sonne liegen, am Hühnerstall mitbauen, und und und. Eine wirklich schöne Gemeinschaft und für mich die Traumvorstellung vom WG- und Studi-Leben. Die Kehrseite ist hingegen, dass sich die Verantwortung für bestimmte Dinge bei 60 Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern sehr leicht verläuft. So bleiben die Überreste vom Hoffest eben doch länger als nötig liegen und es sind immer dieselben zehn Personen, die sich für bestimmte Aufgaben bereit erklären. So ein Zusammenleben will gut organisiert sein, das merke ich ja schon in meiner kleinen, überschaubaren Dreier-WG!

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Jul 31, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
Jul 31, 2017