Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Master live

Faszinierendes aus der Tierwelt

Ein Fachbereich, von dem ich vorher nicht einmal wusste, ist die sogenannte Neuroethologie. Ethologie bedeutet Verhaltensforschung; die Neurotheologie hat zum Ziel, das Verhalten von Tieren bis auf die Ebene neuronaler Schaltkreise nachzuvollziehen.
Jede Woche war ein anderer Wissenschaftler in unserem Seminar zu Gast und hat über seine Forschung mit einer bestimmten Tierart geredet. Natürlich gab es einige Vorlesungen zu Studien mit intelligenten Menschenaffen, vor allen Dingen im Vergleich mit Kindern – das nennt man komparative Entwicklungsforschung. Spannend wurde es für mich, als es um Vögel ging. So erkennen sich Krähen zum Beispiel im Spiegel, was als Zeichen für Selbstbewusstsein gedeutet wird und selbst Kinder erst ab einem bestimmten Alter können! Zudem wird die Fähigkeit zur „Theory of Mind“ ihnen zugesprochen, also die Fähigkeit, Wissen, Gefühle und Überzeugungen anderer Lebewesen zu erkennen und zu interpretieren. Noch beeindruckender fand ich, dass es tatsächlich Papageien gibt, die nach intensivem Training Sprache in produktiver und kreativer Weise benutzen, um ihre Bedürfnisse auszudrücken, also nicht nur Gesprochenes nachplappern. Das ist insbesondere deswegen interessant, weil wir die Fähigkeit zur kreativen Sprache normalerweise nur Menschen zusprechen.
Aber nicht nur Vögel sind interessant, sondern auch Fliegen und Kröten. Bei Fliegen wurde das Gehirn bis auf jedes einzelne Neuron entschlüsselt. Nach diesem Vorbild können Roboter gebaut werden, die Fähigkeiten von Fliegen haben, zum Beispiel sich fliegend durch einen Raum zu navigieren. Und die neuronale Entschlüsselung des Fliegenfangmechanismus von Kröten wird heute zum Bau von intelligenten Fabrikrobotern eingesetzt, die Objekte erkennen und greifen können. Unglaublich spannend! Aber auch ein wenig gruselig manchmal, wie schnell die Wissenschaft vorangeht und wie sehr der Mensch in Genom und Gehirn von Tieren eingreift. Nicht zuletzt aus einer Forschungsethischen Perspektive gegenüber Tieren ist dort meiner Meinung nach eine Grundsatzdiskussion notwendig!

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  Feb 27, 2017
Autor: Lukas
Rubrik: studium
Feb 27, 2017

Master live

Trauma-Seminar

Als Teil des Moduls „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ habe ich in diesem Semester ein Seminar besucht, in dem es um Störungen durch Traumata ging. In den ersten drei Sitzungen haben wir besprochen, welche spezifischen Ereignisse traumatische Folgen haben können, zum Beispiel Misshandlung und Vernachlässigung im Kindes- und Jugendalter oder Krieg und Flucht.
Ich habe mit zwei Kommilitoninnen ein Referat über die traumatischen Folgen von Krieg und Flucht gehalten. Ich fand vor allem die Behandlungsansätze spannend. Zum Beispiel gibt es eine Methode, die viel angewandt wird und vor allem auch nicht-sprachlich genutzt werden kann, bei der man seine Lebensgeschichte anhand positiver und negativer Erfahrungen aufrollt. Dafür legt man ein Seil auf den Boden aus, das stellt das Leben dar. Blumen stehen für positive/stärkende, Steine für negative/schwächende Ereignisse. So kann man nach und herausarbeiten, welche Ereignisse für die eigene psychische Entwicklung und für den aktuellen psychischen Zustand ausschlaggebend waren.
In den nächsten Seminarsitzungen haben wir über Störungsbilder gesprochen, die aufgrund traumatischer Erfahrungen entstehen können. Am bekanntesten ist die Posttraumatische Belastungsstörung. Bei dieser erleben Personen das traumatische Ereignis immer wieder in ihrer Vorstellung. Der Unterschied ist, dass sie sich nicht erinnern (auch das kann schon schlimm sein), sondern die Situation tatsächlich wiedererleben. Häufig werden diese sogenannten „Flashbacks“ durch Trauma-Trigger ausgelöst, also durch Reize, die an das traumatische Erlebnis erinnern. In meinem Praktikum in einer Klinik kannte ich einen Patienten, bei dem die Flashbacks durch herzhaftes Beißen in einen Apfel und das Geräusch, das dabei entsteht, ausgelöst wurden. In einer womöglich Jahre zurückliegenden Situation hatte er im Zusammenhang mit diesem Geräusch anscheinend etwas Negatives erlebt.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Feb 22, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
Feb 22, 2017

Master live

Ein hartes Semester

Dieses Semester war das aufwendigste meines ganzen Studiums. Das habe ich mir ein wenig selbst zuzuschreiben, da ich meinen Master gerne in der Regelstudienzeit schaffen möchte, aber trotzdem die Sommersemester entspannter gestalten will. Ich dachte also, dass ich den Winter über einfach mehr als nötig mache. Dabei habe ich mich allerdings etwas übernommen, was sich leider direkt in den Noten niedergeschlagen hat.
In diesem Semester wollte ich viele sehr unterschiedliche Fachbereiche (Neuro, Wissenschaftstheorie, praktische Philosophie, Psychologie, Psychiatrie und Sprachphilosophie) gleichzeitig abdecken. Trotzdem bin ich davon ausgegangen, gute Noten in allen Fächern bekommen zu können – im Nachhinein unrealistisch und überambitioniert. Ich habe bisher alles bestanden und in der Philosophie entweder gute Leistungen erbracht oder wertvolles Feedback erhalten.
Umso mehr wurde ich in den vergangenen Wochen mit meinem eigenen Ehrgeiz konfrontiert. Beim Mittagessen in der Mensa erzählte mir eine Kommilitonin von einem Artikel, dessen These ich sehr treffend finde: Den Abiturienten meiner Generation würde – auch durch Youtube, Instagram und Facebook – immer vermittelt, absolut besonders und talentiert zu sein. Und das ist ja im Grunde auch etwas Schönes, kann aber zu überhöhten Erwartungen führen und dazu, dass man den eigenen Wert nur noch über seine Leistungen definiert. Und dieses Semester habe ich noch einmal gemerkt: Noten haben nichts mit der eigenen Wertigkeit zu tun. Denn sie hängen im starken Maße davon ab, wie viel Zeit man zum Lernen hat, und wie bereit man ist, dem Auswendiglerndruck des Bachelor-/Master-Systems nachzugeben. Und nein, ich möchte meine Zeit und meine psychische Gesundheit nicht aufs Spiel setzen, um über Wochen viele Stunden am Tage Dinge auswendig zu lernen, die ich dann wieder vergesse. Natürlich, zu bestehen ist wichtig und auch, dass man nicht ewig studiert. Aber mich so zu übernehmen wie dieses Semester, das möchte ich nicht noch einmal im Leben machen. Denn Lernen ist kein Prozess, den man beliebig beschleunigen kann. Man braucht seine Zeit.

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  Feb 21, 2017
Autor: Lukas
Rubrik: studium
Feb 21, 2017