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Was tun nach dem Abi?

Die Stadt macht krank

Neulich war Shivaratri, ein hinduistischer Feiertag zu Ehren der Gottheit Shivas. Zigtausende, wenn nicht Millionen Menschen strömten zum Pashupati, der wichtigsten hinduistischen Tempelanlage der Welt, mitten in Kathmandu. Unter ihnen viele Inder, die extra für diesen Anlass den weiten Weg auf sich genommen hatten.
Weil meine Hilfsorganisation Shanti in der Tempelanlage jedes Jahr ein kostenloses Health-Camp für alle Besucher betreibt, mussten wir um 6 Uhr morgens vor Ort sein. Wir bauten Tische, Bänke und Stühle unter einer Plane auf. Außerdem lagerten wir Medikamente und mehr als 500 Liter Wasser, das wir an die Besucher verteilen sollten. Zu Beginn war wenig los. Der größte Trubel fand sowieso im Zentrum der Tempelanlage statt. Ich fühlte mich krank, deshalb haute ich mich im unweiten Shanti-Center noch mal für eine Stunde aufs Ohr. Danach ging es mir ein bisschen besser, aber die leichten Kopfschmerzen und die Appetitlosigkeit waren immer noch nicht weg.
Am Nachmittag füllte sich die Tempelanlage und viele Besucher freuten sich über unser Wasserangebot. Von den Sadus, den Hindu-Priestern, die vor dem Betreten des Tempels nichts essen und trinken dürfen, kamen hingegen nur wenige vorbei. Ein Junge in meinem Alter erreichte mit pumpendem Herz unseren Stand. Man konnte seinen Herzschlag sogar durch sein T-Shirt sehen. Vermutlich stand er unter Drogeneinfluss. Unser Arzt machte allerdings gerade Mittagspause und uns Helfern war es verboten, Menschen medizinisch zu behandeln. Auch diejenigen, die bereits ein Pflegepraktikum oder eine medizinische Ausbildung absolviert hatten, durften nicht einmal seinen Puls messen. Bis der Arzt kam, hatte sich der Herzschlag des Jungen zum Glück wieder etwas beruhigt. Trotzdem wurde er vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.
Um 16 Uhr war das Wasser leer und wir bauten ab. Als ich zuhause ankam, legte ich mich ins Bett und bekam prompt Fieber. Nachts übergab ich mich auch noch. Ich musste weg. Weg von dem Lärm, dem Dreck, den Menschen, raus aus der Stadt, die mich krank gemacht hat. Ich konnte es kaum erwarten, aus Kathmandu zu flüchten und wieder saubere Luft zu atmen.

Autor: Max  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 22, 2019
Autor: Max
Rubrik: orientieren
Feb 22, 2019

Was tun nach dem Abi?

Neustart in Madrid

Die Zeit vergeht unglaublich schnell: Mittlerweile bin ich schon seit einem Monat in Madrid. Ein WG-Zimmer hatte ich bereits während meines Praktikums in Benidorm gefunden. Leider liegt meine jetzige WG rund 70 Minuten vom Zentrum und 80 Minuten von meiner Arbeitsstelle entfernt – gewöhnungsbedürftig! Wenigstens ist eine Metrostation in der Nähe und meine drei Mitbewohner sind sehr nett.
Das Praktikum vermittelte mir eine Redakteurin bei der deutschen Zeitung in Benidorm. An meinem neuen Job macht mir besonders viel Spaß, dass ich nun für zwei Blogs einer deutschen Journalistin schreiben kann. Dadurch kann ich den Online-Journalismus kennenlernen und erfahre auch viel über die Suchmaschinen-Optimierung (SEO) und das Einbetten von Anzeigen und Videos. Eine Herausforderung für mich ist, dass ich nun nicht mehr auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Spanisch schreibe. Das dauert natürlich viel länger, da ich viele mir unbekannte Vokabeln erstmal suchen und übersetzen muss. Nichtsdestotrotz finde ich es toll, in einer Fremdsprache schreiben zu können – außerdem sind die Themen meist sehr interessant. Vor allem drehen sich diese rund um das Thema Beruf und Studium. Das Spektrum ist allerdings breit gefächert: Ich durfte zum Beispiel eine der größten Tourismusmessen in Spanien besuchen, um darüber einen Artikel zu schreiben. Wenn meine Termine in der Stadt weit voneinander entfernt liegen, fahre ich danach meistens nach Hause und schreibe dort die Texte. Wenn ich keine Termine habe, fahre ich ins Büro und schreibe zum Beispiel Pressemitteilungen für die Blogs um.

Was tun nach dem Abi?

Ein etwas anderes Kinoerlebnis

Große Säle, Soundsystem, breite Sitze mit Getränkehaltern, unbezahlbares Popcorn und unzählige Vorstellungen von mittags bis in die Nacht hinein – so kennt man Kinos in Europa. Nun ja, in Nepal ist das alles ein bisschen anders.
Am Geburtstag meines nepalesischen Freundes Sujan gingen wir ins Kino, in die allererste Vorstellung des gerade startenden Films „Tiger Zinda Hai“. Der Film lief aber nicht erst am Abend, nein, er startete um 8.30 Uhr morgens. Um noch Tickets zu bekommen, kreuzten wir eine Stunde vorher auf. Umgerechnet kostete der Eintritt 1,25 Euro. Bevor der Film begann, besorgten wir uns noch Popcorn für rund 40 Cent – von Preiswucher keine Spur.
Zwar waren die Sessel etwas heruntergekommen, aber ansonsten war der Zustand des Saals allemal akzeptabel. Vor dem Film wurde natürlich erstmal Werbung gezeigt. Allerdings schaute ich etwas ungläubig, als Werbespots für Markenzement liefen. Außerdem zeigten sie immer wieder Anti-Rauch-Kampagnen. Dann begann endlich der Film. Es ging um indische Krankenschwestern, die in Pakistan von einer Terrororganisation gefangen gehalten wurden. Nur ein gut gebauter indischer Geheimagent namens Tiger konnte sie retten. Bei seinem ersten Auftritt – gespielt wurde er von einem äußerst bekannten indischen Schauspieler – brach im Kinosaal Jubel aus. Tiger wurde wie ein Superheld gefeiert. Immer, wenn Tiger in Slow-Motion auf die Terroristen schoss, seine Muskeln zeigte oder kurz davor war, seine Geliebte zu küssen, wurde gejubelt. Übrigens sah man im ganzen Film keinen einzigen Kuss – das wäre in einem indischen Film unangebracht gewesen.
Insgesamt dauerte der Film zweieinhalb Stunden, wobei er sehr vorhersehbar war. Dafür war das Jubeln der Zuschauer ein Erlebnis für sich.

Autor: Max  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 12, 2019