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Barrierefrei studieren?

(K)ein Präzedenzfall

Mir wurde bald klar, dass ich mir eine andere Scanhilfe suchen musste. Zwar versuchte ich in den Semesterferien alles selbst umzusetzen, aber auf Dauer war das nicht die richtige Lösung; zumal ich, wenn mir nach dem Scannen die Braillezeile nur Buchstabensalat anzeigt, ja nicht erkennen kann, was die entsprechende Seite im Buch abbildet. Somit kann ich vieles nicht ohne sehende Hilfe ausbessern.

Eine passende Scanhilfe zu finden, war - und ist - jedoch nicht leicht.

Einer der Politikdozenten setzte sich sehr für mich ein. Er wollte den Antrag auf eine Hilfskraft stellen, die mir unter anderem auch bei der Literaturrecherche, beim Querlesen usw. helfen könnte. Gemeinsam mit der FSI (Fachschaftsinitiative) machte er sich dafür stark, dass mir eine Assistenz aus den Studiengebühren finanziert werden sollte. Ich hätte diese Unterstützung gerne angenommen und freute mich auch sehr darüber, dass sich der Dozent um die Lösung meiner Probleme bemühte, als wären es seine eigenen.

Der Vorschlag wurde abgelehnt. Obwohl das für mich ärgerlich war, konnte ich es irgendwie auch verstehen. Die Gründe waren:

1. Das Argument, dass ich selbst keine Studiengebühren bezahle und

2. die Befürchtung, ich könnte ein Präzedenzfall sein, der weitere Ansprüche nach sich zieht.

Auf diese und ähnliche Weise vergeht viel wertvolle Zeit. Manchmal helfen mir Bekannte, manchmal mache ich die Arbeit selbst. Und wie es im kommenden Semester aussieht, weiß niemand. Noch ist nichts bewilligt. Ich kann nur abwarten und hoffen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Sep 18, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Sep 18, 2008

Barrierefrei studieren?

Erfolglos auf der Suche

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich ein Unternehmen vorgestellt, welches mir umfangreiche und gute Leistungen bot. Der Haken an der Sache war allerdings, dass ich diese nur dann bekommen konnte, wenn ich dafür bezahlte; und ich musste nicht wenig bezahlen. Vor dem Hintergrund, dass ich keinen Cent davon gegenfinanziert bekam, verärgerte es mich umso mehr, wie die Scanhilfe arbeitete. Von Woche zu Woche wurde der Stapel an Literatur, den sie für mich lesbar machen sollte, nicht kleiner, sondern größer. Sie schaffte - ich hatte schon damals diesen Eindruck und wenn ich ihre Resultate mit denen späterer Scanhilfen vergleiche, bestätigt er sich - ungewöhnlich wenige Seiten an einem Abend. Noch dazu waren diese dann oftmals nur mäßig Korrektur gelesen, ja manchmal sogar so fehlerhaft, als hätte ein Blinder, der den Text auf dem Bildschirm nicht mit dem im Buch vergleichen kann, die Literatur eingescannt.

Ich hatte persönlich nichts gegen diese Studentin, aber ich hatte doch erwartet, dass sie schneller und besser arbeiten würde. Computer waren nicht ihre Welt. Und so entschied ich schließlich, auch wegen meines dünner werdenden Geldbeutels, den Vertrag mit ihr zu beenden. Keiner nahm mir das übel. Nur musste ich jetzt wieder von vorne anfangen. Oder aber die Semesterferien nutzen, um selbst alles einzuscannen, was an Pflicht- und sonstiger Lektüre anfiel. Das sparte mir zwar eine Menge Kosten, war aber, wie sich schon bald zeigte, auch keine befriedigende Lösung.

 

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Sep 15, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Sep 15, 2008

Barrierefrei studieren?

Bitte keine Raucherin

Meine erste Scanassistenz bekam ich von einer Einrichtung zur Verfügung gestellt, die ich, wie so viele andere Institutionen und Personen in diesem Blog, nicht namentlich nennen möchte.

Ich wurde zu einem Gespräch eingeladen, um die Details zu klären. Wofür brauchte ich im Einzelnen eine Hilfskraft? Das war das Eine. Zum Anderen durfte ich eine Art Steckbrief dazu anlegen, wie ich mir die Person vorstellte, die diese Arbeit übernehmen würde. Denn sie sollte schließlich in meiner Wohnung arbeiten. Dafür war wichtig, dass ich ihr vertrauen konnte und dafür war wiederum wichtig, dass sie mir sympathisch war.

Eine beispielhafte Frage war, ob ich lieber einen Mann oder eine Frau bei mir zu Hause hätte. Und ich konnte sagen, dass ich mir einen Nichtraucher wünschte.

Aufgrund meiner Angaben suchte die Einrichtung eine geeignete junge Dame und arrangierte ein erstes Treffen zwischen uns. Es gab etliche Bestimmungen und Regelungen, aber das war ja gut so. Immer stand fest, an wen wir uns bei Problemen wenden und wo wir denjenigen erreichen konnten. Nach den ersten Wochen, die die Assistenz für mich gearbeitet hatte, wurden weitere Treffen mit der Einrichtung vereinbart. Alles, was es zu besprechen gab, besprachen wir dabei auch tatsächlich, sodass wir alle drei - die Assistenz, die zwischen uns vermittelnde Einrichtung und ich - stets genau wussten, woran wir im Moment waren. Hier wurde also nichts dem Zufall überlassen. Ich schätzte diese Vorgehensweise, aber sie hatte auch ihren Preis.

 

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Sep 11, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Sep 11, 2008