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Barrierefrei studieren?

Eine gute Hilfe

Zu Beginn des Sommersemesters lernte ich die Hilfskraft kennen, die für ein bestimmtes Stunden-Kontingent für mich arbeiten sollte. Ob bei mir zuhause oder woanders, war noch nicht geklärt. Ich war erst einmal froh darüber, dass es wieder jemanden gab, der mir einiges an Arbeit abnehmen würde. Wieso ich an dieser Stelle "wieder" schreibe, dazu später mehr.

Ich musste nun also weder selbst scannen, noch das Scannen selbst bezahlen. Geregelt wurde das Ganze über einen Hilfskraftfond. Der Behindertenbeauftragte unserer Universität setzte sich dafür ein, dass ich die Assistenz bekam, für die ich sehr dankbar bin. Bedingung bei der Mittelvergabe war, den Job einem Nicht-EU-Studenten zu geben. Natürlich sah ich darin kein Problem.

Schließlich übernahm eine Türkin die Aufgabe. Ich traf sie zum ersten Mal irgendwo in der Stadt und fand sie sofort nett. Wir verstanden uns gut und sie begriff rasch, worum es mir ging und was ihre Aufgaben sein sollten. Sie wurde für mich zu einem Glückstreffer; nicht nur, weil sie schnell und sauber arbeitet.

Inzwischen sind die Stunden alle aufgebraucht, das Anstellungsverhältnis - sie war nicht direkt bei mir angestellt - ist also beendet. Wir könnten uns beide gut vorstellen, so weiterzumachen wie bisher. Aber dafür braucht sie erst einmal einen neuen Arbeitsvertrag. Alles muss erneut genehmigt werden. Wenn ich Glück habe, lässt sich mit der Zeit auch etwas Längerfristiges durchsetzen, so dass ich nicht jedes Semester wieder wegen einer Hilfskraft anfragen muss.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Aug 21, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Aug 21, 2008

Barrierefrei studieren?

War früher nicht alles besser?

Als ich noch zur Schule ging, hatten wir - wir waren zwei Blinde in der gleichen Jahrgangsstufe - einen Zivildienstleistenden, der sich um die Aufbereitung unserer Materialien kümmerte. Er scannte Texte ein oder schnitt zahlreiche Buchstaben aus Moosgummi aus, damit wir diese anschließend auf einem Tisch vor uns ausbreiten konnten, um so die Mendelschen Regeln einzuüben. Auch übertrug er wichtige Zeichnungen für uns auf eine spezielle Folie, auf der wir sie, wenn der Maßstab groß genug gewählt war, anschließend abtasten konnten. Allerdings verwirrten solche Zeichnungen meistens mehr als dass sie halfen.

Der Punkt ist aber: Während meiner Schulzeit war stets eine Hilfskraft da, auf die ich bei Bedarf zurückgreifen konnte. Der Zivi stand gewissermaßen zwischen den Lehrern und den blinden Schülern und unterstützte beide Seiten dabei, dass wir im Unterricht möglichst die gleichen Bedingungen bekamen wie die sehenden Klassenkameraden.

Seit ich in der Uni bin, hat sich diesbezüglich einiges geändert. Zwar organisierte der Behindertenbeauftragte für das vergangene Semester eine Hilfe für mich, aber selbstverständlich war das nicht. Aus den verschiedensten Gründen, die ich hier nicht im Einzelnen erläutern möchte, hatte ich lange Zeit nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich scanne die Texte selbst ein und lese sie anschließend mit einem Sehenden Korrektur. Oder ich bezahle aus der eigenen Tasche dafür, dass die Texte ordentlich umgesetzt werden. Geschenkt wurde mir da vorerst nichts mehr.

 

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Aug 12, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Aug 12, 2008

Barrierefrei studieren?

Ein gutes, altes Hilfsmittel

Noch schwieriger wird es bei Klausurfragen wie: Ordnen Sie den Begriffen aus Spalte A jeweils einen Begriff aus Spalte B zu. Oder: Bringen Sie die folgenden Ereignisse - insgesamt zwölf - in die richtige, chronologische Reihenfolge. Einfach war es auch nicht lateinische Datumsangaben in deutsche zu übertragen, da ich mir ständig nicht merken konnte, wie viele X oder I ich nun schon umgerechnet hatte. Und sie auf einem Schmierzettel wegzustreichen, geht ja nicht.

Geht nicht? Geht doch. Wieso ich erst nach der Erfahrung mit den Datumsangaben darauf gekommen bin, weiß ich allerdings auch nicht. Über meinen Computer und die Braillezeile habe ich ja bereits gesprochen. Neben diesen Hilfsmitteln gibt es noch eine Punktschrift-Schreibmaschine. Die funktioniert, grob gesagt, wie jede andere auch. Nur dass es eben nicht für jeden Buchstaben und für jedes Zeichen eine Taste gibt, sondern insgesamt nur neun. Je nach Tastenkombination werden die verschiedenen Buchstaben in dickes Papier gestanzt.

Zwar sind diese Blindenschrift-Schreibmaschinen sperrig, schwer und beim Benutzen eher laut, aber sie bieten mir die Gelegenheit z.B. Zuordnungsfragen abzuschreiben. Man könnte sagen, sie sind meine Möglichkeit zum Erstellen eines Schmierzettels. Und damit ist letztlich schon viel gewonnen.

Dieselben Möglichkeiten habe ich übrigens auch mit meiner Braillezeile. Denn sie gehört zu denen, die man auch dann, wenn sie gerade nicht an den Computer angeschlossen ist, als Notizgerät einsetzen kann.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Aug 8, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Aug 8, 2008