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Barrierefrei studieren?

Klausuren verstehen

Manchmal sind bei Klausuren auch die Fragen selbst ein Problem. Eine Frage, die man vor sich sieht, versteht man sicherlich leichter als wenn man sie nur hört. Vor allem dann, wenn sie aus mehreren Sätzen besteht, zu denen viele Nebensätze, Einschübe in Gedankenstrichen unter anderem gehören.

Einmal hatte ich eine eigentlich schriftlich abzulegende Klausur zu einer Vorlesung zu bearbeiten, die sich zwei Dozenten geteilt hatten. Entsprechend stellte anschließend jeder die Fragen zu den Themen seiner Sitzungen. Das Amüsante daran war, dass die beiden mich gemeinsam prüften. Während die Fragen des einen Dozenten klar und präzise gestellt waren, so dass man sofort verstand, worum es ging, bereiteten mir die des Professors Schwierigkeiten. Zumal dieser die Angewohnheit hat, Dinge, die man auch einfach sagen kann, umständlich und kompliziert auszudrücken. Da bekommt auch jeder, der die Fragen vor sich liegen hat und lesen kann, Schwierigkeiten herauszufinden, wie sie gemeint sind.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Situation war anstrengend und belehrend. Der Professor musste mir seine chaotischen Fragen nicht nur zweimal, sondern immer wieder vorlesen. Und neben ihm saß sein Kollege, der mir seine Fragen in der Regel nur einmal vorzulesen brauchte. Obwohl es sich um eine Prüfung handelte, fand ich diese Situation auch unterhaltsam.

Es war allerdings auch nicht die letzte Klausur bei diesem Professor und die zweite wurde, was die Formulierung der Fragen betrifft, nicht besser als die erste.

 

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Aug 5, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Aug 5, 2008

Barrierefrei studieren?

Frage und Antwort

Eine schriftliche Klausur lässt sich also, wenn auch etwas umständlich und nicht ohne Hilfe Dritter, organisieren. Aber wie verlaufen mündliche Prüfungen?

Ich habe davon gehört, dass ein blinder Student dem Dozenten seine Antwort Wort für Wort diktieren musste, damit dieser sie genau so zu Papier bringen konnte, wie der Student sie auch selbst formuliert hätte. Also sprechen, wie man schreibt. Ist das nicht eine Behinderung für den Behinderten?

Aber es ist nun einmal auch für die Dozenten nicht leicht, eine eigentlich schriftliche Klausur mündlich durchzuführen. Ein einfaches Beispiel: Er stellt mir eine Frage. Ich sage, was mir dazu einfällt. Er stellt mir die nächste Frage. Allerdings erst dann, wenn ich ihm angezeigt habe, dass meine Antwort zur vorherigen Frage nun abgeschlossen ist. Denn wenn ich das nicht tue, kann er mein Klausurergebnis beeinflussen, ohne es natürlich zu wollen.

Früher oder später muss er mir schließlich die nächste Frage vorlesen. Tut er dies, nachdem ich ihm das Eine oder Andere zur vorherigen erzählt habe, kann man dies so interpretieren, dass er mit meiner Antwort einverstanden ist. Ist er hingegen noch nicht zufrieden, wartet er ab, ob von meiner Seite noch mehr kommt. Und das wiederum ist für mich ein Signal, besser noch einmal zu überlegen; ein Signal, das mir bei einer schriftlichen Klausur nicht gegeben würde.

Daher bleibt nur die Möglichkeit, dass ich so lange über eine Frage nachdenke, bis ich darum bitte die nächste hören zu dürfen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 31, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 31, 2008

Barrierfrei studieren?

Zwischenprüfung ein bisschen anders

Anstatt mich nun noch tiefer in den sozialen Kontakten, die ja nur der Hintergrund meines Studium sind, zu verlieren, möchte ich zu den wesentlichen Aspekten eines Studiums mit Behinderung zurückkehren. Einer davon ist die Organisation einer schriftlichen Zwischenprüfung, die vor kurzem auf dem Plan stand.  Über die technischen Umstände, die für meine Dozenten und mich mit so etwas verbunden sind, habe ich bereits geschrieben.

Auch diesmal bot mir der Professor an, die Prüfung mündlich abzulegen. Aber diesmal wollte ich das nicht. Es war mir wichtig, für alle gleiche Bedingungen zu schaffen und außerdem kann man sich bei einer schriftlichen Prüfung, bei der man Essays verfassen soll, einfach länger Gedanken über die Antwort selbst und die Struktur der Antwort machen. In einer mündlichen Prüfung sagt man spontan irgendetwas dazu, während man in einer schriftlichen jederzeit wieder löschen kann, was man einmal in die Tasten getippt hat.

Um es kurz zu machen: Mit Hilfe des Behindertenbeauftragten der Universität war schnell eine Lösung gefunden. Das Institut für Politikwissenschaft organisierte ein Programm, das direkt vor der Prüfung auf meinen Laptop installiert wurde. Dieses Programm dokumentiert, wann auf welche Dokumente zugegriffen wird. So war sichergestellt, dass ich nicht spicken konnte, obwohl alle Informationen auf meiner Festplatte gespeichert sind.

Dummerweise kam es dann aber doch noch zu ein paar kleineren Problemen. So wurde z.B. der Text der Prüfungsfragen auf meiner Braillezeile nicht angezeigt, weshalb ich sie mir noch einmal diktieren lassen musste. Aber im Großen und Ganzen bin ich mit dieser Lösung doch gut gefahren.

 

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 24, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 24, 2008