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Barrierefrei studieren?

Das gute Geld und was daraus folgt (Teil 2 von 2)

Die zweite Alternative wäre gewesen, mit dem Verlag zu verhandeln. Warum auch nicht? Ich bin nicht irgendeine Praktikantin. Als Buchwissenschaftsstudentin habe ich Marktkenntnisse und weiß auch, wie ein Manuskript zum Buch wird, bin also mit den Abteilungen und Arbeitsabläufen eines Verlages - zumindest in der Theorie - vertraut. Hinzu kommt, dass das Praktikum, wenn ich es denn angenommen hätte, unbezahlt gewesen wäre. Ich hätte allerdings eine konkrete Aufgabe ausführen und somit dem Verlag doch ein Stück weit Arbeit abnehmen sollen. Was ja auch der Sinn eines Praktikums ist: geben und nehmen. Der Betrieb gewährt Einblicke in die inneren Strukturen, der Praktikant hilft mit, im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten. Nur hätte ich das aus meiner Position heraus nicht zwangsläufig ohne Entgelt tun müssen.

Anders ausgedrückt, hätte ich dem Verlag anbieten können, für die Dauer des Praktikums in eine der überteuerten Wohnungen zu ziehen – unter der Voraussetzung allerdings, dass sich die Praktikumsstelle an den, für mich entstehenden Unkosten beteiligt, sodass die Mietzahlungen, die ich selbst noch zu leisten habe, in einem finanziell annehmbaren Rahmen bleiben.

Mit wem spricht man als Praktikant über solche Dinge? Mit der Personalabteilung? Der Geschäftsführung? Oder spricht man überhaupt nicht darüber?

Ich jedenfalls habe es nicht getan, zumal ich auf diese Alternative erst aufmerksam geworden bin, nachdem beide Seiten das Praktikum endgültig abgesagt hatten.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Apr 23, 2010
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Apr 23, 2010

Barrierefrei studieren?

Das gute Geld und seine Folgen (Teil 1 von 2)

Auch das nächste geplante Praktikum hatte unter einer Art Krankheit zu leiden. Und die war so hartnäckig, dass ich am Ende doch nicht nach Weimar gefahren bin, um das  Praktikum anzutreten.

Die Sache ist einfach: Ich konnte keine geeignete Wohnung finden. Geeignet, das heißt in meinem Fall, dass die Unterkunft entweder nahe bei der Praktikumsstelle liegen oder aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen sein muss. Denn, den Weg vom Küchentisch zum Arbeitsplatz zu lernen, ist, wie schon mehrfach erwähnt, für eine Blinde ziemlich aufwändig. Daher sollte er kurz sein oder übersichtlich, also nicht mit mehrmaligem Umsteigen an weitläufigen Bus- oder Bahnhaltestellen gespickt. Und natürlich darf die Unterkunft nicht allzu viel kosten.

Zunächst gab es sogar eine Zusage. Aus dieser wurde drei Wochen vor Praktikumsbeginn dann aber eine Absage der Vermieterin, die nichts mit meiner Person oder meiner Behinderung zu tun hatte, aber dennoch zu einem Problem führte. Denn daraufhin ließen sich nur noch Unterkünfte auftreiben, für die ich weit über 800 Euro hätte bezahlen müssen. Und das, so meine Meinung, verbietet sich von selbst. Doch ansonsten war für den betreffenden Zeitraum bereits alles ausgebucht.

Als es eigentlich schon fast zu spät war, schaltete sich auf mein Bitten hin auch die Praktikumsstelle in die Suche ein. Ebenfalls erfolglos.

Was blieb mir also anderes übrig, als das Praktikum abzusagen?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Apr 14, 2010
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Apr 14, 2010

Barrierefrei studieren?

Hilflos?

Krank zu werden, das ist natürlich immer lästig. Als besonders ärgerlich habe ich es aber während meines Praktikums empfunden. Da war ich schon einmal in Leipzig, um die Deutsche Zentralbücherei für Blinde besser kennen zu lernen und dann fesselte mich irgendein nerviger Infekt ans Bett. Damit nicht genug, stand ich zudem vor der Herausforderung, einen Arzt aufsuchen zu müssen. Was in einer fremden Stadt schon ohnehin etwas unangenehm, für mich als Blinde aber doppelt schwierig ist.

Ich ließ mir einen guten Allgemeinmediziner empfehlen, bestellte ein Taxi und fuhr los. Die Praxis des ausgewählten Doktors ist tief in einem Einkaufszentrum versteckt. Selbst der Taxifahrer, der mich, zu meinem Glück, bis vor die Tür führte, hatte Schwierigkeiten, sich dort zu orientieren.

Und nach der Untersuchung und dem Ausstellen des Krankenscheins musste ich natürlich wieder zurück.

Inzwischen hatte ich erfahren, dass die nächste Straßenbahnhaltestelle nicht weit entfernt lag.

„Gibt es jemanden im Haus, den Sie rufen könnten, damit er mich zur Straßenbahn bringt?“, fragte ich daher die Sprechstundenhilfe.

„Nein.“

Ich wartete, aber mehr kam nicht. Kein Versuch, mir zu erklären, wie ich den Weg finden könnte. In solchen Momenten ist man nicht nur behindert, sondern vor allem fühlt man sich dann auch so!

Nach kurzem unangenehmen Schweigen bot ein anderer Patient an, mich zur Straßenbahn zu begleiten.

Als Nächstes musste ich eine Apotheke finden, um mir ein sprechendes Fieberthermometer zu besorgen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Mar 31, 2010
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Mar 31, 2010