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Barrierefrei studieren?

Kommt nicht in Frage

Als die Erlanger Buchwissenschaft im Frühjahr eine Studienfahrt nach Hamburg unternahm, wurde auch „Books on Demand", ein Internetbuchhändler in Norderstedt besucht. Ich war sehr begeistert von der Führung, die wir dort bekamen. Und ich bin nach wie vor fest entschlossen, meinen nächsten, veröffentlichungsreifen Roman bei diesem Unternehmen zu publizieren. Außerdem soll sich meine Magisterarbeit in einem Kapitel mit „Books on Demand" beschäftigen. Aber das ist ein anderes Thema, auf das ich später zurückkomme.

Jedenfalls dachte ich dann, ich könnte doch einmal ein Praktikum bei „Books on Demand" machen. Nur wenn ich mir die aktuelle Stellenanzeige so ansehe, ist der Traum schon wieder ausgeträumt.

Tatsächlich wird in der Lektorats- und Layoutabteilung von „Books on Demand" ein Praktikant gesucht. Klingt phantastisch! Aber was macht eine Blinde in einer Layoutabteilung? Wer an der Stelle interessiert ist, heißt es weiter in der Anzeige, sollte mit den Programmen Photoshop und InDesign arbeiten können. Natürlich kann ich das nicht. Meine Behinderung macht es unmöglich, wie vieles andere auch. Und anstatt mich endlich mit dieser Situation abzufinden, verärgert es mich jedes Mal aufs Neue, dass so viele, interessante Jobs und Einblicke für mich immer unerreichbar bleiben.

Nun ja, zurzeit absolviere ich immerhin ein vierwöchiges Praktikum beim Börsenblatt. Diese Buchhandelsfachzeitschrift sitzt in Frankfurt und, wie während meines Praktikums in der Redaktion von abi>>, lerne ich hier den redaktionellen Alltag ganz gut kennen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Aug 10, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Aug 10, 2009

Barrierefrei studieren?

Praktikum gesucht

Wo finde ich ein geeignetes Praktikum? Gute Frage! Nächste Frage! Denn darauf gibt es keine Antwort, zumindest keine positive.

Ich habe Stunden damit verbracht, Praktikumsbörsen zu durchsuchen. Aber was ich bräuchte, ist doch sehr speziell: ein Praktikum bei einem Buchverlag zwischen Ende August und Mitte Oktober. Also zum einen äußerst kurzfristig. Zum anderen sollte dieses Praktikum zwei, vielleicht drei, höchstens aber vier Wochen lang dauern. Und da wird es dann schon schwierig. Es gibt interessante Angebote für zwei oder drei Monate. Oder äußerst reizvolle Angebote für ein halbes Jahr. Doch so viel Zeit habe ich leider nicht.

Versuche ich dann zusätzlich noch, eine Stelle hier in der Gegend zu finden, stehe ich am Ende sicherlich mit leeren Händen da. Zumindest, solange ich mich darauf beschränke, die Anzeigen zu durchforsten. Stattdessen sollte ich Initiativbewerbungen starten.

Aber da ist dann ja auch noch meine Behinderung, die für die Verlage sicherlich zum Ausschlusskriterium werden könnte. Ich habe das schon einmal ausprobiert: bei einem Verlag, der einen Praktikanten suchte, angerufen und nachgefragt, ob sie mich nehmen würden. Aber die Leute dort wussten nicht, wie sie mich sinnvoll einsetzen könnten. Sie waren spontan einfach überfragt. Und das ist ja auch völlig verständlich. Nur stößt man als Blinder zunächst oft auf eine ablehnende Haltung und damit auf eine weitere Hürde, die es jedes Mal zu überwinden gilt, bis das geeignete Praktikum gefunden ist.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 23, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 23, 2009

Barrierefrei studieren?

Was will mir dieser Flyer sagen?

Natürlich sind nicht alle so wie diese Studentin in der Cafeteria. Nur passiert es mir leider viel zu häufig, dass ich übergangen oder bewusst geschnitten werde. Beispielsweise auch dann, wenn Flyer verteilt werden. Klar, ich kann keine Flyer lesen. Aber vielleicht interessiert mich ja trotzdem, worum es geht. Viele kommen nicht einmal auf diesen Gedanken.

Andere wiederum drücken mir den Flyer mit der Bemerkung in die Hand: „Vielleicht kannst du ihn dir ja von irgendjemandem vorlesen lassen." Oder sie erklären mir kurz, worum es geht, nennen mir Zeit und Ort der beworbenen Veranstaltung und gehen dann weiter. Und ich freue mich dann darüber, dass ich gesehen worden bin. Denn meine Blindheit ist doch kein Grund, nicht auf mich einzugehen.

Anfang der Woche verteilte jemand Flyer in Briefkästen. Ich kam gerade nach Hause, als er vor unserem Wohnheim stand. Er ging mir entgegen, begrüßte mich und lud mich zu irgendeinem Sommerfest ein, das auf dem Flyer angekündigt wurde. Dann meinte er: „Ich kenne dich ja aus der Politikvorlesung."

Ich kannte ihn nicht. Aber er hatte mich dort wahrgenommen und anschließend eins und eins zusammengezählt. Ergebnis: Zwei. Ich bin blind, ich kann keine Flyer lesen, also wäre es doch nett, mir zu helfen. Und so fügte er noch hinzu: Falls ich zum Sommerfest kommen und dort seine Stimme hören würde, könne ich ihn jederzeit ansprechen. Er nannte mir seinen Namen und sagte, dass er mir dann gerne helfen würde.

Ich war beeindruckt und dankbar dafür, wie sehr er auf mich und meine Behinderung eingegangen ist.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 9, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 9, 2009