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Barrierefrei studieren?

Abgesperrt!

Neulich habe ich eine Seminarsitzung geschwänzt, was ich weder oft noch gerne tue. Und in diesem Fall lag es nicht einmal daran, dass ich keine Lust hatte hinzugehen. Stattdessen fühlte ich mich von der Situation, der ich plötzlich gegenüber stand, schlichtweg überfordert.

Letztlich ist meine Sehbehinderung dafür verantwortlich zu machen, dass ich den Kurs nicht besuchte. Und die Baustelle, die den Busverkehr an der Haltestelle am Bahnhof völlig lahm legte. Vor ein paar Tagen noch hatte sie nur eine Straßenseite unbefahrbar gemacht, sodass ich problemlos den Bus nehmen konnte, den ich brauchte, um zum Seminar zu gelangen. Aber nun erfuhr ich, dass auch die andere Straßenseite gesperrt war. Von hier aus kam ich also nicht weiter.

Irgendein Mann nannte mir zwei Haltestellen, an denen ich es versuchen könnte und ließ mich dann einfach stehen. Super! Da ich keine der beiden genannten Haltestellen je zuvor gebraucht hatte, hatte ich mir auch nie die Mühe gemacht, den genauen Weg dorthin zu lernen. Also hätte ich mich jetzt zuerst zu einer Haltestelle durchfragen und dort dann herausfinden müssen, ob da ein Bus vorbeikam, der mich zum Seminargebäude bringen würde. Falls nicht, hätte ich das gleiche Spiel noch einmal mit der nächsten Haltestelle machen müssen. Und falls wieder nicht ...

In solchen Momenten ärgert es mich maßlos, dass ich behindert und somit darauf angewiesen bin, dass ich mich auf alle möglichen Kleinigkeiten verlassen kann. Ich stoße doch viel zu leicht an meine Grenzen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jun 17, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jun 17, 2009

Barrierefrei studieren?

Unterkunft gesucht

Im Sommer mache ich mein nächstes Praktikum: Beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt / Main. Genauer gesagt beim Börsenblatt, also bei der wichtigsten Buchhandelszeitschrift überhaupt. Ich freue mich schon sehr darauf, aber natürlich wollen diese vier Wochen auch gut vorbereitet sein.

Das fängt schon mit der Suche nach einer geeigneten Unterkunft an. Sicherlich kann jeder irgendwo einen Platz zum Schlafen finden. Ich brauche allerdings einen, der möglichst nahe bei der Praktikumsstelle liegt. Oder aber einen, von dem ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln leicht in die Redaktion gelangen kann. Leicht, das heißt nach Möglichkeit ohne Umzusteigen. Außerdem vermeide ich es lieber, eine viel befahrene Straße zu überqueren, an der die Ampel weder piept noch vibriert, also nicht an die Bedürfnisse Blinder angepasst ist.

Wenn und Aber - das ist mein Programm. Ich habe ja bereits nach meinem Praktikum im Bundestag in einem Blog darüber berichtet, wie aufwändig es für einen Blinden sein kann, sich in einer fremden Stadt zu orientieren. Doch in Frankfurt ist es schon schwierig, überhaupt eine Unterkunft zu finden. Muss diese dann auch noch auf meine speziellen Erfordernisse zugeschnitten sein, wird es nicht gerade einfacher.

Trotzdem absolviere ich lieber Praktika, die mich wirklich interessieren. Ich könnte es mir auch bequem machen und bei mir zu Hause nach irgendeinem Verlag suchen. Aber das ist nicht mein Ding. Und sich durchzubeißen, zahlt sich am Ende doch immer aus.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jun 9, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jun 9, 2009

Barrierefrei studieren?

Machen Sie Ihre Musik aus!

Wenn ich im nächsten Semester einen Dozenten habe, der mich noch nicht kennt, stehe ich jedes Mal vor einer wichtigen Frage: Soll ich ihn vor Seminarbeginn darauf hinweisen, dass in seinem Kurs diesmal eine Blinde sitzt oder nicht? Zum ersten Mal habe ich mich nun dafür entschieden, den Dozenten im Unklaren zu lassen. Aber das hatte sofort einen unangenehmen Zwischenfall zur Folge.

Ich habe in der Uni grundsätzlich meinen Laptop dabei. Dieser verfügt über eine Sprachausgabe, sodass ich hören kann, was ich in die Tastatur tippe oder was auf dem Bildschirm geschrieben steht. Um die anderen nicht mit dem permanenten Klang der Sprachausgabe zu belästigen, stöpsle ich einen Kopfhörer ein.

So saß ich auch zu Beginn des Seminars auf meinem Platz: Vor mir auf dem Tisch stand der Laptop und im Ohr hatte ich einen Kopfhörerstöpsel. Das veranlasste den Dozenten zu der Aufforderung: „Machen Sie Ihre Musik aus!"

Ich reagierte nicht. Einerseits war ich mir nicht sicher, ob ich ihn richtig verstanden hatte. Andererseits konnte er mich ja nicht meinen. Denn ich hörte schließlich keine Musik. Natürlich schaute er zu mir, als er mich ansprach. Doch woher hätte ich das wissen sollen?

Da nichts geschah, setzte er nach: „Hallo!" Woraufhin eine Kommilitonin einwarf: „Sie ist blind." Erst jetzt wurde mir klar, dass sich der Dozent an mich gewandt hatte und ich erklärte ihm schnell, wieso ich mit Kopfhörer im Ohr vor einem Laptop saß und dass ich das  brauche, um effektiv mitarbeiten zu können.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  May 14, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
May 14, 2009