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Barrierefrei studieren?

Der Fluch der Klebebindung

Wie bereits erzählt, habe ich eine Assistenz, die mir beim Einscannen Einiges abnimmt. Aber alles kann auch sie nicht schaffen. Außerdem ist sie eine Studentin wie ich. Sie arbeitet nicht nur bei mir, sondern verdient auch noch anderswo das nötige Kleingeld, um sich ihr Studium zu finanzieren. Und auch sie muss Hausarbeiten schreiben. Sie kann zurzeit also nicht so oft zum Scannen kommen, wie ich ihre Hilfe bräuchte. Zumal dann, wenn es sich um Bücher handelt, die man beim besten Willen nicht einscannen kann. Das sind dann auch ausgerechnet die Texte, die ich zum Einstieg in ein Kapitel meiner Hausarbeit dringend benötige.

Bei dem Buch, das ich gerade einscannen müsste, ist die Verarbeitung eine Katastrophe. Normalerweise ist bei einem Buch mit Klebebindung der Bundsteg relativ groß zu wählen. Nur wurde das im vorliegenden Fall nicht berücksichtigt, sodass ich die einzelnen Seiten nicht flach auf den Scanner legen kann. Daher fehlen am inneren Rand in jeder Zeile zirka acht Zeichen. Um auch diese erfassen zu können, müsste ich das Buch in der Mitte auseinanderbrechen. Aber das darf ich nicht, weil es der Bibliothek gehört. Trotzdem macht mich dieser Zustand so wütend, dass ich es am liebsten tun würde.

Lesen kann man diese acht Zeichen vermutlich gerade noch so. Aber einscannen? Unmöglich! Ein Sehender könnte sie ergänzend in den Laptop eintippen. Einem Blinden aber bleibt da nichts anderes übrig, als darauf zu warten, dass wieder ein Sehender da ist, der das für ihn erledigt.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Apr 3, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Apr 3, 2009

Barrierefrei studieren?

Panne Internet

Als ich gestern im Wohnheim an meinem Arbeitsplatz saß, funktionierte plötzlich das Internet nicht mehr. Das ist an sich ja auch nicht weiter schlimm. Ein oder zwei Tage ohne das WWW sind kein Problem. Länger wäre in diesem Fall aber doch unangenehm, da ich dringend einiges für meine Hausarbeit recherchieren musste. Und diese Hausarbeit sollte ich bald abgeben.

Nur kann ich nicht selbständig im Internet arbeiten, wenn der Zugang an meinem Arbeitsplatz ausfällt. Alle anderen gehen dann an die Terminals in den Bibliotheken, um dort nach geeigneten Titeln zu suchen. Dummerweise sind diese Terminals nicht auf Blinde eingestellt. Sie verfügen also weder über Sprachausgabe noch über Braillezeile. Das wiederum bedeutet, dass ich mir Hilfe beim Recherchieren suchen muss. Nur habe ich eben auch nicht immer einen Freund oder meine Familie in greifbarer Nähe, die mich unterstützen könnten. Folglich bleibt mir nur, mich an die Hilfskräfte der Bibliotheken zu wenden. Ich tue das nicht gerne, zumindest nicht so oft. Denn ich will ihnen nicht lästig werden oder sie von ihrer eigentlichen Arbeit abhalten. Aber manchmal geht es eben nicht anders.

Im Falle meiner aktuellen Hausarbeit hätte eine kurze Hilfe aber nicht ausgereicht, da ich dafür so einige Homepages über UN-Friedenseinsätze durchsuchen muss. Und so etwas macht man doch am besten alleine, weil es viel Zeit kostet.

Doch glücklicherweise ist das Internet schon heute wieder frei zugänglich.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Mar 26, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Mar 26, 2009

Barrierefrei studieren?

Taxi Dozent

Ich habe ja schon einmal von einem Streik berichtet. Während ich mein Praktikum im Bundestag absolvierte, streikte in Berlin zwei Wochen lang der öffentliche Nahverkehr. Auch aus Erlangen kenne ich das schon. Meistens macht mir das nichts aus, weil ich fast alle Wege, die ich für den Uni-Alltag brauche, inzwischen zu Fuß finde.

Gegen Ende des letzten Semesters gab es wieder einmal einen Streik. Der dauerte diesmal zwar nur wenige Stunden an. Aber die Arbeit wurde ausgerechnet an dem einzigen Tag in der ganzen Woche niedergelegt, an dem ich ein Seminar in einer Straße hatte, zu der ich zu Fuß noch nicht finde. Und ausgerechnet an diesem Nachmittag konnten mich die Kommilitonen, welche mich normalerweise mit dem Auto mitnahmen, nicht im Anschluss an den Kurs zum nächsten bringen.

Ich hatte dennoch Glück. Denn der Dozent, der das Seminar leitete, bekam mit, wie die Kommilitonen mir das sagten. Und da auch keiner der anderen Studenten mich fahren konnte, bot der Dozent spontan an, das einmal selbst zu übernehmen. Dabei musste er überhaupt nicht in die Gegend, in der mein nächster Kurs auf mich wartete. Und sein Angebot brachte mich im ersten Moment so durcheinander, dass ich nicht wusste, was ich sagen sollte. Er schlug mir vor, mich trotzdem dort abzuliefern. Und das tat er dann auch. Ich fuhr also in seinem Auto mit. Das war schon irgendwie seltsam, gleichzeitig aber auch interessant. Vor allem freute ich mich darüber, dass sich der Dozent - wieder einmal - so hilfsbereit zeigte.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Mar 23, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Mar 23, 2009