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Studieren mit Kind

Alles gut

Ich hab´s ja schon erwähnt: Geld habe ich nicht viel. Macht aber (fast) nichts.

Was aber was macht: der Sommer ist endgültig außer Sichtweite.

Also war ich vor ein paar Tagen mit Carla im Second-Hand-Laden.

Denn obwohl meine über alles geliebte Tochter nicht gerade ein Fan meiner Küche ist

und raffinierte Essens-Verweigerungsstrategien entwickelt hat,

wächst sie unglaublich schnell.

Wir waren auf der Suche nach einer Winterjacke, Pullovern, Strickjacken, Gummistiefeln,

Hosen, Turnschuhen für den Kindergarten, Hausschuhen für zuhause und den Kindergarten – also nach fast allem. Carla war auch sehr geduldig beim Anprobieren

(bis sie die Ecke mit den Spielsachen entdeckt hat…),

und wir haben für richtig wenig Geld fast alles bekommen. Richtig gut!

Richtig gut war auch, dass unsere unvergleichlichen Nachbarn uns Freitagnachmittag in den Zoo mitgenommen haben. Und sie haben sogar den Eintritt bezahlt! Unvergleichlich gut!

Carla saß im Bollerwagen mit dem letzten Eis des Jahres, das sich in ihrem Gesicht verteilte und ließ sich von mir durch den Zoo kutschieren. Natürlich haben die unvergleichlichen Nachbarn auch einmal gezogen. Trotzdem, ich war so geschafft, dass ich im Auto eingeschlafen bin. Carla auch. Unvergleichlich guter Tag.

Autor: Jasmin  |  Rubrik: studium  |  Oct 14, 2011
Autor: Jasmin
Rubrik: studium
Oct 14, 2011

Studieren mit Kind

Relativ wenig Geld

Möglich, dass es an der Nähe des Themas zu meinem eigenen Alltag liegt. Als Studentin mit Kind kommt es mir so vor, als könnte man den Begriff „arm“ viel öfter in Zeitungen lesen. Öfter als „prekär“, was vor wenigen Jahren recht beliebt war.

Und es kommt mir so vor, als ob Menschen, die vor wenigen Jahren noch sauber in ihren Grüppchen als Hartzer, Rentner, Studenten, Zeitarbeiter, Alleinerziehende etc. gehalten wurden, jetzt einfach unter der Kategorie „arm“ abgelegt werden.

Das vergrößert natürlich das Grüppchen und macht es auch ein wenig salonfähig, „arm“ zu sein. Weil es ja auch Referendare, Freiberufler, Volontäre betrifft und nicht nur die üblichen Verdächtigen. Und „arm“ versteckt sich auch gerne hinter Verdunkelungsbegriffen wie schlecht bezahlt, Geringverdiener, Dumping-Löhne, Billigarbeiter. So liest sich das in diversen Zeitungen.

Wenngleich „arm“ in Deutschland natürlich relativ ist: Arm ist, wer weniger als 60 Porzent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat.

Wobei man natürlich nicht automatisch arm ist, wenn man mit Kind studiert. Und möglicherweise geht das ja auch vorbei, das mit dem chronischen Geldmangel. Aber man sollte sich schon darüber im Klaren sein, dass man relativ arm ist. Auch wenn man das bei diversen Beratungsstellen sicher blumiger beschreiben würde: als beinahe heroisch-mütterlichen Verzicht der natürlich tausendmal aufgewogen wird durch das, was man in der Beziehung zu seinem Kind blabla …Glaubt das bloß nicht! Wie auch immer: Man sollte es also nicht schlimm finden, das Kind (und sich selbst) auf dem Kindergartenbasar einzukleiden. Und neue (gebrauchte) Küchenstühle müssen warten bis irgendwann, vor allem, wenn man doch mal ausgehen will. Und immer schön brav selber kochen. Und Reste vom Sonntag am Dienstag aufwärmen (halt irgendwie so wie bei Oma früher, als „arm“ noch nicht so oft in der Zeitung stand). Leider erfordert es Zeit, selbst zu kochen. Und Koordination, wenn ich gleichzeitig mit Carla Memory spiele. Aber vor allem eine gewisse Frustrationstoleranz: Es schmeckt nämlich nicht immer. Auch Carla nicht. So ehrlich muss ich sein. Auch irgendwie: armes Kind. Aber zum Glück nur relativ.

Autor: Jasmin  |  Rubrik: studium  |  Sep 30, 2011
Autor: Jasmin
Rubrik: studium
Sep 30, 2011

Studieren mit Kind

Samstag ist Papatag

Diesen Samstag arbeite ich zum ersten Mal seit Wochen wieder im Plattenladen, um mir zumindest ein Taschengeld zu verdienen. Das ist leicht zu organisieren, es ist ja Papatag. Und weil Carla und ich erst um zehn aus dem Haus müssen, bleiben wir länger im Bett; (genauer: ich bleibe im Bett, während Carla die Wohnung umgestaltet). Irgendwann zwischen Frühstück und Anziehen bricht Geheul los und es steht fest, dass wir niemals pünktlich am Laden sein werden, dass ich vielleicht aber trotzdem noch Duschen sollte! Grund für das Geheul: Carlas Puppenbaby hat ein Bein gebrochen. Carla behauptet, „das Bein ist einfach abgefallen, Mama, einfach so!“ Puppenbabys trägt man eben nicht am Fuß durch die Gegend, aber das kommt jetzt zu spät… Muss das Puppenbaby jetzt sterben und durch ein neues ersetzt werden? Oder kann man das reparieren?

Ich kann es nicht, das steht fest. Ich kann das Bein mit Pflastern und Verband fixieren und erstmal duschen. Während Carla unter Schniefen und Schluchzen ihre Puppe tröstet und mehrfach verkündet, wie sehr sie ihr Baby liebt. Wir fahren zum Puppendoktor. Wir müssen sowieso los (und zwar spätestens genau jetzt)! Im Laden sind wir auch mit Carlas Papa verabredet. Wenn nicht viel los ist, können wir da noch Kaffee trinken. Vorher will der Puppendoktor noch unglaublich viel Geld für die Reparatur, aber günstiger als eine neue Puppe ist es allemal. Und ein so geliebtes Puppenbaby ist ja sowieso nicht zu ersetzen, Werte und so. Außerdem verdien ich ja heute was!

Autor: Jasmin  |  Rubrik: studium  |  Sep 23, 2011
Autor: Jasmin
Rubrik: studium
Sep 23, 2011