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Studieren mit Kind

Vorteile

Ich mache mein Praktikum in einem eher kleinen Museum. Zugegeben. Da ereignet sich nicht wöchentlich Spektakuläres. Der Vorteil: Ich gewinne einen Überblick über die verschiedenen Arbeitsbereiche. Es ist also auf keinen Fall eintönig, dagegen aber sehr wahrscheinlich, dass Praktikanten an größeren Museen wochenlang die gleiche Tätigkeit ausführen, während ich fast überall ein bisschen „mitspielen“ darf: Für die Bibliothek muss der Neuzugang an Büchern inventarisiert werden, die Rückgabe von Leihgaben muss im Bestandsinventar vermerkt werden, für die Aufsicht in den Ausstellungsräumen wird kurzfristig eine Vertretung gesucht und die Schließfächer in der Garderobe brauchen neue Nummern. Außerdem geht das Gerücht von Ungeziefer im Depot, dort sollte also einmal gründlich geputzt werden, weniger angenehm also. Zum Ausgleich darf ich aber mit, um mit dem Ausstellungstechniker, ganz gemütlich im Café, die neuen Ausstellungsräume planen (da quatsche ich dann auch mit rein, sie reißt mich halt schon ein bisschen mit, die Begeisterung).

Und dann ist da noch die Frage, wie können die Objekte samt der zugehörigen Info am besten präsentiert werden? Und welche Objekte dürfen denn nun eigentlich vom Depot ins Museum wandern?

Durch diesen Rundumblick gehe ich selbst wieder gerne in Museen. Jetzt interessiert mich nicht mehr nur, was präsentiert wird, sondern vor allem, wie es präsentiert wird. Und das trifft auf die wohl wichtigste Lektion meines Praktikums: Bei der Gestaltung einer Ausstellung hat der Ausstellungsleiter möglicherweise freie Hand, was er nicht hat, ist Geld. Für die passende Beleuchtung zum Beispiel. Oder für etwas weniger miefige Vitrinen. Oder für Multimedia-Schnickschnack. Beim nächsten Museumsbesuch also nicht zu kritisch sein, lieber mal staunen, wie aus fast nichts überhaupt eine Ausstellung zustande gekommen ist!

Autor: Jasmin  |  Rubrik: studium  |  Sep 16, 2011
Autor: Jasmin
Rubrik: studium
Sep 16, 2011

Studieren mit Kind

Neurose

Ich habe Angst. Zumindest ein wenig. Morgen fahre ich zum ersten Mal an meine Uni. Angst macht mir dabei nicht das gruselig Unbekannte, sondern das, was ich von mir schon so richtig gut kenne: Werde ich in den richtigen Bus steigen? An der richtigen Haltestelle aussteigen? Das einzig richtige Uni-Gebäude und den einzig richtigen Seminarraum finden? Nein, werde ich nicht (mittlerweile kann ich mich recht gut einschätzen und versuche damit zurecht zu kommen). Ich werde auch keinesfalls pünktlich sein (Vorsorglich habe ich mich per Mail schon einmal dafür entschuldigt und die Schuld daran der Bahn gegeben). Und ich werde auch nicht ausgeruht und konzentriert dem Seminar folgen, sondern ich werde verschwitzt und zerzauselt auf dem exponiertesten Platz im Raum sitzen, wirr um mich schielen und mich fragen, ob ich die Herdplatte abgestellt und das Fenster zugemacht habe. Meistens habe ich das. Wahrscheinlichkeit statt Gewissheit. Muss reichen.

Aber irgendwann ist man ja dann doch angekommen und spätestens der Praxisteil des Seminars im Kunstquartier in Hagen wird mich von meiner eventuell in Flammen stehenden Wohnung ablenken, ganz bestimmt. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass ich einiges aus dem Museumspraktikum mit den Seminarinhalten verknüpfen kann – darüber mache ich mir keine Sorgen. Ich werde Inhalte verknüpfen, wie eine Irre.

Und mit viel Glück komme ich sogar noch Samstagnacht nach Hause, wenn alles klappt und ich den letzten Zug erwische. Und vom Zugfenster sehe ich dann, ein paar Minuten vor dem Bahnhof, dass meine Wohnung noch steht und alles ist gut. Und am Sonntag hole ich Carla.

Autor: Jasmin  |  Rubrik: studium  |  Aug 26, 2011
Autor: Jasmin
Rubrik: studium
Aug 26, 2011

Studieren mit Kind

Museen sind keine Supermärkte

Eine Woche ohne Tochter ist jetzt vorbei, der befürchtete Systemzusammenbruch ist ausgeblieben (dafür hab ich auch keines der Projekte meiner To-Do-Liste begonnen) und ich könnte mich tatsächlich daran gewöhnen, morgens in Ruhe Nachrichten zu lesen, bevor ich aus dem Haus gehe. Ich bin ja so entspannt…

Was sofort etwas nachlässt, wenn ich daran denke, dass ich die Hausarbeit in zwei Wochen abgeben will, dazwischen noch ein Wochenendseminar stattfindet und schon am Sonntag Carla wiederkommt, die sich sicher erstmal wieder eingewöhnen muss. Aber das wird schon werden.

Was mir schrecklich fehlt, ist der Job im Plattenladen. Auch wegen des Geldes, aber vor allem vermisse ich es, während der Arbeit Musik hören zu können. Ich bin schrecklich schlecht ausgerüstet zu Hause und YouTube ist auch nicht immer die beste Lösung. Das kostet mich so viel Zeit, weil es so viel Auswahl gibt, und dann hör ich doch wieder nur, was ich schon kenne. Aus Faulheit. Ich sehe schon, ich muss in die Stadt und im Plattenladen kramen und möglichst wenig Geld für möglichst viele Platten ausgeben.

Und warum läuft in Museen eigentlich keine Musik? Im Supermarkt wird man ja auch auf grausamste Weise beschallt! Wegen der Gema-Gebühren? Ich wünsche mir für die nächste archäologische Ausstellung Beschallung mit Songs, die sich um Geschichte, Steinzeit usw. drehen. Das fände ich nett. Aber mir fällt da jetzt auch nicht wirklich was ein, vielleicht TonSteineScherben? Oder „Cave Men“ von Jimmy Castor Bunch (um jetzt mal kurz missionarisch zu werden: sehr witziger Song!)? Oder Queens of the Stone Age? Oder diese Art Musik, die man auf Mittelaltermärkten zu hören bekommt? Oder ein Requiem? Die Schwierigkeit dabei ist wohl, den kleinsten gemeinsamen musikalischen Nenner zu finden. Sehe ich ja ein. Ein Museum ist ja auch kein Supermarkt, den man früher oder später betreten muss, wenn man nicht verhungern will. Schon schade.

Autor: Jasmin  |  Rubrik: studium  |  Aug 19, 2011
Autor: Jasmin
Rubrik: studium
Aug 19, 2011