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Studieren im Ausland

Kein Weihnachtsgefühl

Es ist ja bekannt, dass Unterschiede erst im direkten Vergleich deutlich werden. Diesen Satz kann ich momentan ganz gut nachvollziehen. Während man sich in Deutschland vor selbstgebastelten Adventskalendern, Plätzchen und Weihnachtsmärkten kaum retten kann, ist hier in Seoul ein kleiner Plastiktannenbaum in der Bibliothek das einzige, was an Weihnachten erinnert. In Heidelberg hatte ich den Weihnachtsmarkt direkt vor meiner Haustür. Die Dauerbeschallung mit Weihnachtsliedern, der Geruch nach Bratwürstchen und Glühwein und die bunten Lichter zwingen jedem Besucher Weihnachtsgefühle nahezu auf. Damit verbunden sind aber auch Gedanken an noch fehlende Geschenke, nahende Weihnachtsfeiern und alles, was noch organisiert werden muss. Ich glaube, der Großteil der Bevölkerung fiebert auf Weihnachten hin, ist aber dann doch erleichtert, wenn es wieder vorbei ist.
Hier ist es ganz anders. In Korea gibt es zwar eine große christliche Gemeinde, aber traditionell ist es kein christlich geprägtes Land. Die Isolation bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, die nachfolgende Besetzung von Japan, der Korea-Krieg und die Bemühungen um den wirtschaftlichen Aufschwung ließen wenig Zeit für Weihnachten. Der Dezember fühlt sich hier an wie jeder andere Wintermonat – keine Tannenbäume, kein Spekulatius, kein Weihnachtsschmuck. Bemerkt habe ich das erst, als ich Bilder aus Deutschland gesehen habe. Vermisse ich es? Ehrlich gesagt nicht. Wir Austauschstudierenden sind hier momentan mit dem Lernen beschäftigt und genießen nebenher noch die letzten gemeinsamen Tage vor den Ferien. Daher mein Fazit: Weihnachten ohne das übertriebene Weihnachtsgefühl fühlt sich gut an.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Dec 21, 2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
Dec 21, 2018

Studieren im Ausland

Angekommen?

Als ich vor ein paar Tagen mit einer Freundin telefonierte und wir unsere Pläne abglichen, wurde mir bewusst, dass ich momentan ein Leben in Etappen führe. Ich bin immer nur ein paar Monate an einem Ort, bis ich weiterziehe. Momentan bin ich in Seoul, ab Februar in Frankfurt für ein Praktikum beim Hessischen Rundfunk, ab April werde ich meine Bachelorarbeit schreiben und wenn alles nach Plan läuft, bin ich ab Juli für zwei Monate in Berlin. Danach steht wohl mein Master an, auch wenn ich noch nicht weiß, wo ich ihn machen werde oder in welchem Bereich. Bin ich Teil der digitalen Nomaden, die nirgendwo sesshaft werden und immer unterwegs sind? Bin ich auf der Suche nach mir, meinem Leben oder jage ich etwas hinterher?
Mein Leben fühlt sich momentan nicht nach absoluter Freiheit an, da ich weiterhin gewisse Erwartungen in Form von Fristen und Prüfungen erfüllen muss. Diese Dinge sehe ich nicht als Einschränkung, sondern eher als wichtige Richtungsweiser in meinem Alltag. Natürlich ist die Klausurenphase stressig, frustrierend und schlafraubend, aber würde ich mir ohne den Prüfungsdruck tatsächlich die Kursmaterialien so intensiv anschauen und versuchen, den Stoff zu verstehen? Sehr unwahrscheinlich. Meine Pflichten und Aufgaben geben meinem Aufenthalt einen Sinn und eine Funktion. Die Finanzierung läuft übrigens nur, wenn ich etwas vorweisen kann, denn niemand bezahlt jahrelange Weltreisen mit der Intention, in den Tag hinein zu leben. Mein Auslandssemester und meine Praktika öffnen mir die Welt, rechtfertigen die Finanzierung und geben mir Dinge mit auf den Weg, die man durch Reisen allein nicht bekommen kann. Ich kann jedem empfehlen, zu versuchen, so viel wie möglich zu reisen, aber dabei nicht nur Urlaub zu machen. Natürlich ist das auch schön, aber durch Aufenthalte mit mehr Inhalt und Struktur kann man deutlich mehr mitnehmen als nur hübsche Fotos und Andenken.

 

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Dec 13, 2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
Dec 13, 2018

Studieren im Ausland

Wohnen im Auslandssemester

Für mich stand von Anfang an fest, dass ich in meinem Auslandssemester keine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer mieten, sondern in einem Wohnheim unterkommen will.
In Taiwan gibt es tatsächlich jede Menge Wohnheime, allerdings ist es üblich, dass sich Bachelorstudierende ein Zimmer mit drei Mitbewohnern teilen. Die Hochbetten sind schmal und darunter stehen ein Schrank und ein Tisch. Ganz abgeneigt war ich nicht, denn wie kann man besser Studierende vor Ort kennenlernen?
Als ich bei meiner Bewerbung Prioritäten bezüglich meiner gewünschten Wohnart angeben sollte, habe ich mich dann allerdings doch für etwas anderes entschieden: das sogenannte International House. Hier gibt es je nach Wunsch sowohl Einzel- als auch Doppelzimmer, viel Platz und Gemeinschaftsräume. Ich hatte Glück: Einige Wochen nach meiner Bewerbung bekam ich die Zusage für das International House. Ein Vorteil, der mir vorher gar nicht bewusst war, ist, dass es sehr einfach ist, Anschluss zu finden: Austauschstudierende sind schließlich alle auf der Suche nach neuen Kontakten und wohnen hier zusammen in einem Haus. Wahrer Luxus ist auch, dass jeder ein eigenes Badezimmer hat und, dass beim Einzug Matratzen und Bettwäsche schon vorhanden sind. Der Normalfall in Taiwan ist nämlich, dass Studierende beim Einzug eine Matratze selbst mitbringen müssen, obwohl die Zimmer ansonsten möbliert sind. Die Nachfrage ist so hoch, dass Händler an den ersten Unitagen vor den Wohnheimen Matratzen aller Art verkaufen.
Übrigens: So schlimm wäre die WG-Suche im Ausland wohl doch nicht gewesen. Über Facebook-Gruppen und WG-Webseiten haben viele Austauschstudierende, die nicht in den Wohnheimen oder im International House untergekommen sind, eine Unterkunft gefunden. Mein Tipp: Zuerst ein Hostel buchen und sich dann die Wohnungen vor Ort anschauen. So erspart man sich böse Überraschungen!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Dec 6, 2018