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Studieren im Ausland

Kulturelles Prag

Jedes Jahr im Frühling wird der Prager Stadtteil Zizkov zum Zentrum der Kultur – so auch dieses Jahr.
Zizkov war früher ein graues Arbeiterviertel, hat sich aber mittlerweile zu einem Zentrum der Prager Subkultur entwickelt. Es gibt hier viele Bars, Clubs und junge Menschen. Beim Festival Zizkovska noc (Zizkov-Nacht) ist hier noch mehr los als sonst, der Eintritt kostete nur wenig Geld. Ich war bei einigen Konzerten meiner tschechischen Lieblingsbands. Die musikalische Spannweite des Festivals umfasst alles von Jazz bis Hip-Hop und Metal.
Das Besondere: Die Zizkovska noc ist dabei nicht nur ein reines Musikfestival mit Konzerten und Partys; darüber hinaus gibt es ein umfangreiches Programm mit Theater und Ausstellungen. Ich besuchte beispielsweise das Stück „F.E.A.R.“ einer britischen Theaterkompanie. Sehr eindrucksvoll brachte der Schauspieler verschiedene Aspekte von Angst in Wort und Bewegung zum Ausdruck.
Auch wenn die Zizkovska noc nun vorüber ist, stehen eine Reihe weiterer Veranstaltungen und Festivals bereits in meinem Kalender, auf die ich mich als nächstes freue. Und wenn gerade einmal kein Festival ist, besuche ich eines der vielen Theater oder eine Galerie. Die Prager Theaterszene ist breit gefächert – selbst die tschechische Nationalhymne entstammt einem Theaterstück – und in den großen Kunsttempeln löst eine spannende Ausstellung die andere ab. In Prag ist einfach immer etwas los.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  May 22, 2018

Studieren im Ausland

Tschechisch lernen in Prag

In meinem Auslandssemester an der Karls-Universität Prag absolviere ich das Programm „Cestina pro cizince“, also Tschechisch für Ausländer. Die intensiven Kurse laufen auf verschiedenen Ebenen ab. Ich besuche etwa das Seminar „Analyse authentischer tschechischer Texte“. Hier beschäftigen wir uns mit ausgewählten Texten. Auch die anderen Seminare wie „Mündlicher und schriftlicher Ausdruck“ sowie „Morphologie und Syntax“ tragen dazu bei, dass mein Tschechisch immer besser wird. Ich muss zum Beispiel regelmäßig kurze, schriftliche Essays abgeben, was meinen schriftlichen Ausdruck erheblich trainiert.
Viel Freude bereitet mir das Seminar „Tschechische Kultur nach dem Zweiten Weltkrieg“, in dem es umfassend um tschechische Literatur, Architektur, Film, Musik nach 1945 geht. Der architektonische Reichtum Prags wird mir in diesem Seminar immer wieder bewusst.
Großartig am Studieren in Prag ist, dass Menschen aus vielen verschiedenen Ländern zusammenkommen, die alle aus irgendwelchen Gründen Tschechisch lernen wollen. So sitze ich mit Studierenden aus Polen, Russland, Japan, Korea, Ungarn und natürlich Leipziger Kommilitonen im Seminar. Oft tauschen wir uns in den Uni-Veranstaltungen über unsere verschiedenen Kulturen aus.
Das Studieren an der Prager Uni läuft auch sonst ein wenig anders ab als in Leipzig. Mir scheint es, als müsse deutlich mehr geleistet werden, um die gleiche Anzahl an Credits zu bekommen wie in Deutschland. Zum Beispiel herrscht an der Karls-Uni Anwesenheitspflicht. Kann man zur Veranstaltung nicht erscheinen, fordert die Lehrkraft unter Umständen eine Ausgleichsleistung ein.
Was meiner Meinung nach jedoch sowohl für das Studium in Prag als auch für das in Leipzig gilt: Am besten lernt man eine Fremdsprache, wenn man sie tatsächlich in Gesprächen anwendet.

Studieren im Ausland

Die Bretagne

Es ist dunkel und kalt, als ich Prag verlasse, und auch, als ich in Rennes in der Bretagne ankomme. In dieser mehr als beschaulichen Stadt besuche ich eine Freundin. Allerorts werden Crêpes verkauft und es gibt Boutiquen in schmucken Häuschen. Beim Markt kommen die Bauern und Händler aus der Region zusammen und bieten ihre Waren an. Besonders beeindruckend ist die Auswahl an Meeresfrüchten: Hier gibt es nicht nur frische Austern, sondern auch gigantische Schalentiere und ganze Fische. Es regnet – zum Glück ist der Großteil des Marktes überdacht.
Weiter geht’s nach Fougères, ein netter Ort im Nordwesten. Nur ein paar Touristen haben sich hierher verirrt und laufen die Orte ab, die auf dem kostenlosen Stadtplan der Touristinformation verzeichnet sind. Das Großartigste an Fougères ist die Burg, deren Burggraben noch intakt und mit Wasser gefüllt ist und von deren Türmen man einen großartigen Ausblick genießt – zum Beispiel auf eine heranrollende Regenfront.
Nach eineinhalb Stunden Autofahrt per Anhalter erreiche ich Guérande. Die Stadt ist europaweit für den Handel mit „Fleur de Sel“ (Salzblumen) bekannt. Die dicken Stadtmauern scheinen den Stadtkern heute nicht mehr vor fremden Feinden, sondern vor dem Laufe der Zeit zu schützen, der es hier augenscheinlich nur langsam herein schafft. Die Salzfelder werden gerade nicht bewirtschaftet, erst im Sommer wieder. Im modernen Salzmuseum und dem daran angeschlossenen Shop ist nicht viel los. Nur ein paar Kilometer von hier endet Europa an der Küste und irgendwo da drüben, in tausenden Kilometern Entfernung, liegt Amerika. Wie sich Menschen hier wohl früher gefühlt haben, als sie von dessen Existenz noch nichts wussten? Die Wellen peitschen an den Strand und dann kommt das Wasser auch von oben. Es regnet mal wieder. Doch das stört mich gar nicht mehr, denn die Bretagne ist eben nicht nur reich an Regen, sondern auch an Regenbögen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  May 4, 2018
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
May 4, 2018