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Studieren im Ausland

Unverhofft nach Salvador

Mein bester Freund Rapha war schon seit einer Weile in seiner Heimatstadt Vitória da Conquista. Trotzdem sprachen wir fast jeden Tag miteinander und erzählten uns alle Neuigkeiten. So war er einer der ersten gewesen, der von meinem Überfall erfahren hatte.

Seit Wochen lag er mir in den Ohren, dass ich ihn doch endlich besuchen sollte. Also habe ich angefangen, nach günstigen Tickets zu suchen. Da aber gerade Hauptreisezeit ist, sind die Flüge leider viel zu teuer. Aber nicht alle: Am kommenden Wochenende bietet eine Fluggesellschaft ganz besonders günstige Flugtickets an. Ein kurzer Blick auf die Buchungsseite bestätigte, dass auch Flüge von Fortaleza nach Vitória da Conquista dabei sind. Allerdings gibt es keinen Direktflug, alle gehen über Salvador, die Hauptstadt des Bundesstaates Bahia.

Das finde ich wirklich super, denn schon seitdem ich meinen ersten brasilianischen Literaturkurs besucht habe, ist es mein Traum, Salvador kennenzulernen. Jorge Amado, einer der bekanntesten Schriftsteller Brasiliens, hat einen Großteil seiner Bücher über Salvador geschrieben. Auch deshalb möchte ich die Stadt unbedingt erleben, schließlich ist Amado einer meiner Lieblingsautoren. Und das Beste ist: Ich kann eine ganze Woche dort verbringen, ohne dass der Flugpreis sich groß verändert.

Nun ist nur noch die Frage offen, wo ich in Salvador schlafen werde. Ich könnte mir natürlich einfach ein günstiges Hostel buchen, aber ich übernachte eigentlich lieber bei Bekannten oder Freunden, wenn ich verreise. Nicht unbedingt wegen des Geldes, sondern weil ich eine Stadt ganz anders kennenlernen kann, wenn ich mit Einheimischen unterwegs bin.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Sep 9, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Sep 9, 2015

Studieren im Ausland

Eine Erfahrung von Solidarität und Hilfsbereitschaft

Als ich meine Freundin Thais anrief, war sie völlig aus dem Häuschen. Aber unserer Geschichte, der Täter wolle mich an einen bestimmten Ort locken, um mich ein zweites Mal auszurauben, glaubte sie nicht. Sie berichtete mir, dass die Frau, die meine Tasche gefunden hatte, eine Visitenkarte unserer gemeinsamen Zahnärztin in meinem Geldbeutel entdeckt hatte. Da auch mein Studierendenausweis in der Tasche war, kannte sie außerdem meinen Namen. Deshalb hat die Finderin bei der Zahnärztin angerufen und gefragt, ob sie irgendeine Möglichkeit hätte, mich zu kontaktieren. Die Zahnärztin wiederum hat sich daran erinnert, dass ich durch eine Empfehlung von Thais zu ihr gekommen war. Deshalb bekam Thais den Anruf von der Zahnärztin, mit dem Hinweis, dass meine Tasche gefunden worden sei.

Als Thais zu Ende gesprochen hatte, konnte ich gar nicht glauben, wie viel Mühe sich diese Menschen gemacht hatten, die mich ja entweder gar nicht oder nur sehr flüchtig kannten. Alles nur, um mir meine Tasche wiederzugeben. Als ich ihr dies sagte, lachte sie und meinte, man würde sich der Solidarität der Menschen immer erst in schwierigen Situationen bewusst. Beinahe jeder wurde hier in Fortaleza schon einmal überfallen und hat sich daraufhin natürlich gewünscht, die eigenen Sachen wieder zu bekommen. Wahrscheinlich konnten sich die beiden einfach nur zu gut in meine Situation versetzen und haben deshalb alles getan, damit ich meine Tasche wiederbekomme.

Rafa hat das ganze Telefonat mitgehört und nachdem ich aufgelegt hatte, war er überzeugt, dass unsere Verschwörungstheorie nicht stimmte. Trotzdem wollte er auf Nummer sicher gehen, und die Tasche zusammen mit seinem Freund abholen.

Als sie sich am nächsten Tag auf den Weg machten, war ich doch etwas nervös. Was, wenn ihnen auf dem Weg etwas passieren würde? Vielleicht war es ja doch eine Falle?! Aber in weniger als eineinhalb Stunden waren sie mit meinen Sachen zurück und schwärmten nur so von der netten Dame, die sie gefunden hatte. Ich hatte wohl wirklich einfach nur Glück!

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Sep 4, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Sep 4, 2015

Studieren im Ausland

Ein Trick – oder stimmt das wirklich?

In den nächsten Tagen schreckte ich jedes Mal zusammen, wenn ich jemanden hinter mir rennen hörte. Sobald ich ein Motorrad sah, musste ich an den Überfall denken. Ich hatte Angst, dass der Motorradfahrer mich bedrohen könnte, so wie es mir in der vergangenen Woche passiert war. Sowohl Rapha als auch andere Freunde sagten mir, dass es ihnen genauso gegangen war, nachdem sie überfallen worden waren, und sie mehrere Monate gebraucht hatten, um nicht mehr in jedem Motorradfahrer einen potenziellen Räuber zu sehen.

Am vierten Tag nach dem Überfall schrieb mir Thais eine aufgeregte Nachricht. Wie es aussah, wurde meine Tasche gefunden! Jemand hatte sie angerufen, und ihr eine Andresse genannt, bei der ich die Tasche abholen sollte. Im ersten Moment fanden mein Mitbewohner und ich das äußerst merkwürdig. Woher sollte diese Person Thais’ Telefonnummer haben? Das konnte doch nur der Mann sein, der mich überfallen hatte! Schließlich hatte ich ihre Nummer in meinem Handy gespeichert. Rafa sagte mir, ich dürfe auf gar keinen Fall dorthin fahren, um meine Tasche abzuholen.

Die Adresse war sehr weit weg und befand in einem wirklich gefährlichen Stadtteil. Er bot an, mit einem Freund zusammen hinzufahren. Es könne gut möglich sein, dass sich die Täter beim Anblick der schmalen Ausbeute wirklich geärgert hatten und nun noch mehr von mir stehlen wollten, mutmaßte er – und ich fand den Gedanken gar nicht verkehrt. Einer seiner Freunde war überfallen worden und dann, unter dem Vorwand, sein Rucksack sei gefunden worden, von den Dieben in einen Hinterhalt gelockt und ein zweites Mal ausgeraubt worden. Als ich diese Geschichte hörte, wurde ich ganz nervös. Aber spekulieren hilft jetzt auch nicht weiter.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Sep 1, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Sep 1, 2015