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Studieren im Ausland

Und dann passierte es ...

Mir passierte es an einem ganz normalen Dienstagnachmittag. Morgens war ich in der Uni gewesen und hatte mich mit einem meiner kapverdischen Freunde zum Kreolunterricht getroffen. Nachdem wir zusammen in der Mensa gewesen waren, machte er sich zu seinem Englischnachhilfeunterricht auf und ich beschloss, wieder nach Hause zu fahren. Die drei Stunden bis zu meinem Tanzunterricht wollte ich nutzen, um die Wohnung etwas auf Vordermann zu bringen, Kleider zu waschen und ein Nickerchen zu machen.

Wie immer fuhr ich mit dem Bus, stieg an meiner Haltestelle aus und begann die sieben Häuserblocks bis zu mir nach Hause zu laufen. Die Mittagshitze brannte vom Himmel und nur wenige Leute waren auf der Straße.

Zwei Blocks von meiner Wohnung entfernt fuhr ein Motorrad an mir vorbei und bog in eine Seitenstraße ab. Als ich an der Straße vorbeilief, sah ich, wie ein Mann von seinem Motorrad abstieg und es abschloss. Da dies eine alltägliche Szene für mich war, dachte ich mir nicht viel dabei und lief ganz normal weiter. Doch als ich eine Minute später plötzlich jemanden hinter mir rennen hörte, war mir klar, dass es ein Überfall war. Der Motorradfahrer hatte immer noch seinen Helm auf, sodass ich ihn nicht erkennen konnte. Er hielt eine Pistole in der Hand (ob sie echt war, kann ich nicht sagen, doch natürlich wollte ich es nicht darauf ankommen lassen) und schrie mich an, dass ich ihm meine Tasche geben soll, weil er mich ansonsten erschießen würde. Wie versteinert stand ich vor ihm. Er riss mir meine Tasche von der Schulter und rannte davon. Auf dem Weg fiel sie ihm noch einmal auf den Boden, er hob sie hektisch auf, rannte weiter in die Seitenstraße zu seinem Motorrad und fuhr davon. Geschockt stand ich auf der Straße. Langsam kamen die Leute, die in der Nähe gestanden hatten, auf mich zu und fragten mich, ob es mir gut ging. Mir war Gott sei Dank nichts passiert, aber der Schock saß tief.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Aug 18, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Aug 18, 2015

Studieren im Ausland

Krank versichert

Mit dem Ende des Studiums läuft auch meine bisherige Krankenversicherung aus. Ich habe mich arbeitssuchend gemeldet und bin bei meinen Eltern untergekommen, bis mein Praktikum in England beginnt. Ich habe wohl leider keinen Anspruch auf irgendwelche Leistungen – und mein geplanter Auslandsaufenthalt macht die Sache noch komplizierter. Bis jetzt war ich immer über die Familienversicherung meiner Eltern mitversichert, das geht aber nur bis 25 – und wäre im Ausland vielleicht ohnehin schwierig geworden. Da in Deutschland eine Versicherungspflicht besteht, musste ich mich auch rückwirkend für die Zeit seit der Exmatrikulation freiwillig versichern und Beiträge zahlen. In Großbritannien hatte ich zuvor den NHS (National Health Service) genutzt. Nun war mir nicht ganz klar, ob ich für die drei Monate unbezahltes Praktikum Anspruch darauf hätte, beziehungsweise wie sich das auf die Versicherungslage in Deutschland auswirken würde.

Nach Gesprächen mit meiner Krankenversicherung, mehreren Telefonaten mit dem DVKA (Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung-Ausland) und einer direkten Anfrage beim „NHS Overseas Team“ für Europa, wurde mir erklärt, dass der Anspruch auf die Dienstleistungen des NHS aufenthaltsbedingt ist. Nur wer in Großbritannien wohnt, hat Anspruch auf Versicherungsleistungen. Das müsste also klappen. Nun muss ich nur noch meiner Krankenversicherung in Deutschland deutlich machen, dass ich dort auf jeden Fall versichert sein werde. Dafür muss ich eine Praktikumsbescheinigung, einen Aufenthaltsnachweis oder einen Registrierungsnachweis einreichen. Falls jemand von euch nach dem Studium ein Auslandspraktikum plant: Informiert euch rechtzeitig!

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Aug 17, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Aug 17, 2015

Studieren im Ausland

Ungutes Gefühl

Schon bei meiner Ankunft in Brasilien war ich von verschiedenen Leuten gewarnt worden, dass Fortaleza eine der gefährlichsten Städte des Landes sei und ich vor allem abends nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr alleine aus dem Haus gehen sollte. Das ist aber leichter gesagt als getan. Da ich kein Auto besitze und trotzdem nach 18 Uhr noch ein soziales Leben führen möchte, lässt es sich einfach nicht vermeiden, auch abends mit dem Bus zu fahren. Um bis zur Haltestelle zu kommen, muss ich an sieben Häuserblocks vorbei laufen. An der Haltestelle warte ich meistens allein. Natürlich ist mir manchmal etwas unheimlich zumute, doch ich kann es mir einfach nicht leisten, jeden Abend mit dem Taxi nach Hause zu fahren. Unter der Woche habe ich jeden Abend Tanzunterricht, sodass ich meistens nicht vor 21 Uhr daheim bin. Manchmal nimmt mich jemand aus der Tanzgruppe mit und manchmal fahre ich zuerst mit dem Bus und das letzte Stück dann mit dem Motorrad-Taxi, da es um einiges billiger ist als ein normales Auto-Taxi. Aber oft laufe ich auch an den sieben Häuserblocks entlang bis zu meiner Wohnung.

Von meinen brasilianischen Freunden ist eigentlich so gut wie jeder schon einmal überfallen worden und auch den meisten Austauschstudierenden ist das schon passiert. Nur ich hatte bis jetzt Glück. Natürlich habe ich etwas Angst bei dem Gedanken, überfallen zu werden. Aber immerhin weiß ich, was in diesem Fall zu tun wäre: Solange man ein Handy und umgerechnet rund 20 Euro dabei hat und ohne Widersprüche abgibt, sind die Diebe zufrieden. So wird man zwar sein Handy und etwas Geld los, aber man bleibt unversehrt. Auf keinen Fall soll man sich auf Diskussionen einlassen. Bisher ist es mir nicht passiert und ich hoffe, dass es auch so bleibt. Denn was soll ich machen? Es bringt ja nichts, sich in seinem Haus einzusperren und permanent Angst zu haben. Mit einem unguten Gefühl bin ich aber manchmal schon unterwegs.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Aug 7, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Aug 7, 2015