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Studieren im Ausland

Perfekt für mich

Ich hatte eigentlich schon fast die Hoffnung aufgegeben, eine brasilianische Wohngemeinschaft zu finden, als mich mein bester Freund Rapha eines Nachmittags ganz aufgeregt anrief: Er hatte doch tatsächlich eine WG für mich aufgetan. Ein Bekannter von ihm wohnte alleine in einer Zwei-Zimmer-Wohnung und suchte nach einem Mitbewohner. Da er erst seit ein paar Monaten in Fortaleza war und noch nicht viele Freundschaften geschlossen hatte, freue er sich über jemanden, mit dem er auch mal was kochen und abends weggehen könnte, meinte Rapha.

Ich konnte mein Glück kaum fassen! Rapha diktierte mir die Nummer seines Freundes und erklärte mir, dass ich ihn jederzeit anrufen könnte, da er von zu Hause aus arbeitete. Ich wollte schon fast auflegen, als mir noch etwas einfiel: „Wie heißt denn eigentlich dein Bekannter?“ Er heißt auch Rafael, so wie mein bester Freund. Nur schreibt man ihn mit ‚f’ und nicht mit ‚ph’.

Als ich Rafaels Nummer wählte, war ich ganz aufgeregt. Ich hoffte so, dass wir uns gut verstehen würden. Außerdem hoffte ich, dass er deutlich sprechen würde, denn wenn die Leute nuscheln oder zu schnell sprechen, verstehe ich auf Portugiesisch immer noch nicht alles am Telefon. Es stellte sich aber schnell heraus, dass ich mir ganz umsonst Sorgen gemacht hatte. Wir telefonierten fast zwanzig Minuten miteinander und verabredeten uns schließlich fürs Wochenende. Rafael hatte ein Auto und schlug vor, zuerst zusammen mit meinem Rapha zum Strand zu gehen und anschließend zu ihm nach Hause zu fahren, sodass ich auch gleich seine (und vielleicht bald meine zukünftige) Wohnung kennenlernten konnte.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Apr 8, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Apr 8, 2015

Studieren im Ausland

Umzug?

Mein erstes Auslandssemester in Fortaleza habe ich nun also erfolgreich abgeschlossen. Einerseits bin ich deshalb total glücklich, da ich nun endlich Ferien habe. Andererseits bedeutet das aber auch, dass meine Mitbewohner bald alle zurück in ihre Heimat gehen werden. Von all den Austauschstudierenden, die dieses Jahr an die „Universidade Federal do Ceará“ gekommen sind, bin ich fast die einzige, die nicht nur für ein Semester bleibt. Sowohl Mélanie (meine französische Mitbewohnerin) als auch Pepe und Polo aus Mexiko beginnen langsam, alles für ihre Rückreise vorzubereiten. In einem Monat werden sie aufbrechen.

Für mich stellt sich dadurch die Frage, wo und mit wem ich während des zweiten Semesters wohnen werde. Soll ich einfach bleiben und mit den neuen Austauschstudierenden wohnen, die bald in Fortaleza ankommen? Irgendwie habe ich darauf keine Lust. Die meisten Austauschstudierenden können kein oder nur sehr wenig Portugiesisch, wenn sie in Brasilien ankommen. Das heißt, dass ich wieder für mehrere Monate Englisch, Spanisch oder Deutsch sprechen müsste und mein Portugiesisch nicht verbessern würde. Außerdem hatte ich ja eigentlich schon von Anfang an in einer brasilianischen WG wohnen wollen. Damals hatte mir meine Betreuerin erzählt, dass es nur sehr wenige WGs in Brasilien gibt, weil die meisten Studierenden noch bei ihren Eltern oder in einem Studentenwohnheim leben.

Als ich meinem besten Freund Rapha erzählte, dass ich gerne umziehen würde, versprach er mir, sich nach einer WG in Fortalzea umzuhören. Hoffentlich klappt es!

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Mar 31, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Mar 31, 2015

Studieren im Ausland

Eine Stadt in Sektoren

Thais hatte Recht behalten. Wenige Stunden, nachdem Polo und ich in Brasília angekommen waren, wusste ich, dass ich die Stadt liebte. Zumindest, um sie für ein verlängertes Wochenende zu besuchen. Dort zu leben, das wäre noch einmal ein anderes Thema. Die Architektur war einfach der Wahnsinn. Aber auch die Struktur der Stadt faszinierte mich. Ich war noch nie an einem ähnlichen Ort gewesen. Brasília ist in verschiedene Sektoren aufgeteilt. Es gibt einen Hotelsektor, einen Banksektor, einen Wohnsektor, einen Einkaufssektor, einen Sektor, in dem die Bars und Diskotheken sind, und so ging es weiter. Wir hatten Glück, dass der Hotelsektor nicht weit von den touristischen Attraktionen wie dem Kongress, der Kathedrale und dem Platz der drei Gewalten entfernt liegt. So verbrachten wir das ganze Wochenende damit, Brasília zu Fuß zu erkunden. Polo hatte so viel über die verschiedenen Bauwerke gelesen, dass er der perfekte Touristenführer war. Nur im Kongress nahmen wir zusätzlich an einer Führung teil.

Am ersten Abend gingen wir in einem Restaurant essen, das uns im Hotel als nicht allzu teuer empfohlen worden war. Als wir dort jedoch ankamen und die Speisekarte sahen, waren wir völlig geschockt. Ein Gericht unter dreißig Euro war praktisch nicht zu finden. In den anderen Restaurants war das Essen allerdings noch teurer. Thais hatte uns zwar schon vorgewarnt, doch hatten wir nicht gedacht, dass es so kostspielig werden würde. Schließlich entschieden wir uns doch für das erste Restaurant und beschlossen einfach, es uns an diesem Wochenende richtig gut gehen zu lassen. In Fortaleza konnten wir wieder täglich für 30 Cent in der Mensa essen.

Das Wochenende ging viel zu schnell vorbei, sodass wir bald auch schon wieder im Taxi auf dem Weg zum Flughafen waren. Als wir auf die Autobahn fuhren, erklärte uns der Taxifahrer, dass sonntags alle Autobahnspuren bis auf eine gesperrt werden, sodass die Bevölkerung die Straße zum Joggen, Fahrradfahren oder Inlineskaten benutzen kann. Und tatsächlich, die Autobahn war in eine Art Park verwandelt worden, in dem die Leute mit ihren Hunden joggen gingen, Skateboard fuhren und kleine Kinder Fahrradfahren lernten.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Mar 25, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Mar 25, 2015