Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

USA

Bewerben und Bangen

Da staunte ich nicht schlecht, als ich mich in den USA auf den Internetseiten verschiedener deutscher Unis umschaute. Philosophie wollte ich studieren, und vor einem Jahr verließ ich Deutschland noch mit dem Glauben, für so ein Studium könne man sich einfach einschreiben, wo man wollte. Schließlich, so dachte ich, braucht man für das Studium der Philosophie keine Labore oder andere teure Einrichtungen. Den Unis müsste es also egal sein, ob da ein paar Studenten mehr oder weniger kämen. Falsch gedacht. Für das Wintersemester 2007/08 nahm die Freie Universität Berlin zum Beispiel nur Studieninteressierte mit einer Durchschnittsnote von 1,8 und besser auf. An der Humboldt-Universität in Berlin war man sogar noch strenger.

In der Hoffnung im kommenden Semester könnten sich vielleicht weniger Leute bewerben und ich würde dann auch mit meinem Abi-Schnitt von 2,3 genommen, bewarb ich mich trotzdem dort - aufgrund der Unsicherheit aber auch an anderen Unis. In München an der Ludwig-Maximilians-Universität, so fand ich heraus, würde man nicht auf zwei Ziffern reduziert. Hier soll man ein Motivationsschreiben verfassen, woraufhin man zu einem Gespräch mit einem der Philosophieprofessoren eingeladen wird. Der Gedanke in München zu studieren gefiel mir zwar nicht so sehr, die „humanere" Behandlung aber dafür umso mehr.

Kurzum setzte ich mich an den Computer und schrieb mit großem Vergnügen an einem zweiseitigen Motivationsschreiben. Warum bin ich für das Studium der Philosophie geeignet und warum gerade in München? Das, so hieß es auf der Internetseite, solle Leitfaden des Schreibens sein. Für Letzteres fiel mir nicht so viel ein, für Ersteres aber umso mehr. Nach eineinhalb Stunden hatte ich eine erste Version. Ich schrieb, dass mir das Lernen viel Freude macht, dass sich durch meine vielen Reisen mein Horizont erweitert hat und dass ich schon den einen oder anderen Philosophen gelesen hätte. Das war Mitte Juli. Wenige Wochen darauf trat ich meine Rückreise nach Deutschland an. Und kurz nach meiner Rückkehr flatterte auch ein Brief aus München ins Haus - die erwartete Einladung zum Gespräch!

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Sep 5, 2008
Autor:
Rubrik: studium
Sep 5, 2008

USA

Ein Jahr USA - ein Resümee

Ein Jahr habe ich jetzt in den USA Philosophie studiert. Dass das Leben in einer fremden Kultur mit all den neuen und unbekannten Reizen, Möglichkeiten und Unwägbarkeiten vom eigentlichen Studium ablenkt, ist offensichtlich. Nichtsdestotrotz war es ein Erlebnis, das ich gerade wegen dieser für das eigentliche Studium weniger relevanten Erfahrungen als für mich prägend bezeichne. Sei es der Kulturrelativismus, den man mit der Zeit entwickelt, oder die Freundschaften anderer Art, die man schließt. Anderer Art dadurch, dass man als Unbeholfener in einem fremden Land besonders mit denen Freundschaft schließt, die auf einen zu gehen, und dadurch, dass man die Freundschaften auf andere Art und Weise aufrecht halten muss  als durch regelmäßige Besuche. Ganz konkret habe ich einerseits Freunde gewonnen, mit denen ich gerne intellektuelle Gespräche führe und andere, die ich als „typische Amerikaner" faszinierend finde.

Ganz nebenbei habe ich natürlich mein Englisch perfektioniert, was sicher zurück in Deutschland und für den Rest meines Lebens von großem Nutzen sein wird. Ob das Studium an deutschen Unis ganz anders ist, werde ich erst dieses Jahr erfahren. Meine Bewerbungen habe ich verschickt und jetzt warte ich noch auf Antwort.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 13, 2008
Autor:
Rubrik: studium
Aug 13, 2008

USA

Hablo español

'Hablo español' - 'Ich spreche Spanisch' las ich neulich in einem Werbeaufdruck für eine Anwaltskanzlei auf einem Stadtbus. Mit diesem Satz erschließt sich diese Anwaltskanzlei eine stetig wachsende Zahl von Amerikanern als neue Klienten - die Einwanderer aus Süd- und Zentralamerika. Wenn ich zum 'self-checkout' von Acmee - dem typischen Supermarkt hier gehe, dann habe ich die Wahl zwischen Englisch und Spanisch. Wenn ich eine Billigvorwahl wähle, um bei meinen Eltern anzurufen, dann sagt eine Stimme 'For English press one, for Spanish press two!' Wenn ich abends eine viertel Stunde nach Ladenschluss aus meinem Coffee shop geschmissen werde, lese ich auf den umgedreht auf die Tische gestellten Stühle: 'Hecho in China' - 'Made in China' auf Spanisch.

In Texas und Kalifornien leben Millionen illegal eingewanderte spanisch sprechende Mexikaner und andere aus ganz Mittelamerika. Schätzungen gehen von 5 bis 20 Millionen illegalen Einwanderern aus. Die, die ich hier in Philadelphia kennen gelernt habe, arbeiten alle für Landschaftspfleger als Handlanger, die den Rasen mähen, Blätter rechen und Bäume fällen. Vor ein paar Monaten war davon die Rede einen Zaun entlang der mexikanischen Grenze zu bauen, doch interessanterweise lehnte der Präsident diesen Antrag aus seiner Partei ab. Illegale Einwanderer sind billige Arbeitskräfte für die riesigen Plantagen in Kalifornien und Florida - die Hauptproduzenten von Obst und Gemüse der USA. Immer wieder werden scheinbar willkürlich ein paar Familien aus ihren Häusern geholt und im Flugzeug zurück in ihr Heimatland geschickt. Manchmal bleiben die Kinder, die hier geboren wurden im Land und die Eltern probieren es nach einer Weile einfach noch einmal.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 4, 2008
Autor:
Rubrik: studium
Aug 4, 2008