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Studieren im Ausland

Bauer oder Akademiker

Was sagte schon der Alte Fritz? „Die Landwirtschaft ist die erste aller Künste.“ Auf vielen Traktoren findet man dann auch Sticker wie „Landwirtschaft für eine gesunde Volkswirtschaft“ oder ähnliches. Oftmals werden Landwirte als konservativ oder rau wahrgenommen. Pragmatisch, würde ich eher sagen. Als Student und „Bücherwurm“ muss man sich dann doch einiges anhören von diesen Pragmatikern: „So und nicht anders wird’s gemacht, das hat nämlich schon immer so funktioniert“, sagen die. Oder: „Verstehste das nicht, ist doch selbsterklärend!“ Viele Wissenschaftler sind da aufgeschmissen. Manchmal introvertiert, sind sie ja quasi das charakterliche Gegenteil eines Landwirts.
Allerdings kommt bei meinem Praktikum nicht nur diese „praktische“ Seite durch, sondern auch der akademische Hintergrund. Wie man zum Beispiel Klärschlamm zur Düngung einsetzen kann, optimale Zufuhrstoffe für Biogas bekommt oder welche Sorten am besten wachsen – das alles ist dokumentiert. Schließlich haben tausende von Wissenschaftlern das in jahrelangen Versuchsanordnungen und deren statistischer Auswertung herausgefunden. In der Realität wird man aber wohl keinen Landwirt vorfinden, der sich daran hält. Die verlassen sich doch oft auf ihre Erfahrung.
Eine romantische Vorstellung vom Bauern, der sich um sein Land kümmert und in harmonischem Einklang mit der Natur lebt, habe ich allerdings nicht bekommen. Bei den niedrigen Preisen für Lebensmittel in Deutschland, kann man das auch kaum erwarten.
Dennoch genieße ich mein Praktikum: Ich sammle Proben an der Ostsee, helfe bei der Ernte in Brandenburg und führe Versuche in Berlin-Mitte durch. Außerdem beträgt mein Arbeitsweg nur 30 Sekunden.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jul 29, 2014
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jul 29, 2014

Studieren im Ausland

Daniel, der Jackpot

Ich hatte Glück, ziemlich weit vorne zu sitzen und so wenigstens ein bisschen was zu verstehen. Aber das, was ich verstand, verwirrte mich nur umso mehr. Learning Agreement vor der Abreise abgeben oder danach. Arrival-Form im Original per Post schicken oder als Kopie per E-Mail. Letter of Acceptance nachreichen oder nicht. Ähm, ja was denn nun? Ich quälte mich durch die Veranstaltung, bis nach zwei Stunden endgültig alle Studierenden in diesem Hörsaal keinen Durchblick mehr hatten und das Treffen beendet wurde. Frustriert wackelte ich nach Hause.
Daheim checkte ich mein Postfach und wie es der Zufall so wollte, war darin eine Mail des Erasmus-Koordinators Daniel Bride meiner Dubliner Austausch-Uni. Na super, dachte ich, noch mehr Verwirrung. Aber genau das Gegenteil war der Fall. In der seitenlangen Mail wurden alle Fragen behandelt, die wir Austauschstudenten uns jetzt gerade stellen: Wer unterzeichnet das Learning Agreement, woher bekommen wir den Zulassungsbescheid der Austausch-Uni, hat unsere Registrierung geklappt, wann findet die Kurswahl statt und, und, und. Das nenne ich Service. Als ich Daniel noch ein paar weitere Fragen stellte, erhielt ich innerhalb eines Tages eine Antwort mit den nötigen Formularen angehängt. Zudem war die Mail auch noch auf Deutsch, da er dies neben BWL studiert hatte. Na, wenn der Kerl kein Jackpot ist!
Was ich damit sagen möchte, ist, dass man den Kopf nicht gleich in den Sand stecken sollte, wenn man bei der ersten Anlaufstelle nicht die passenden Antworten auf seine Fragen bekommt. Manchmal muss man ein bisschen rumfragen oder es ergibt sich, wie bei mir in, von selbst. Ja, ich muss schon zugeben, dass ich auch immer ein bisschen voreilig im Frustriertsein bin. Vielleicht lehrt mich dieses Auslandsabenteuer ja endlich ein bisschen mehr Ausdauer und Geduld.

Autor: Sabrina  |  Rubrik: studium  |  Jul 23, 2014
Autor: Sabrina
Rubrik: studium
Jul 23, 2014

Studieren im Ausland

Von einem Büro zum anderen

Bevor ich mit dem Studium richtig loslegen konnte, verabredete ich mich mit Jonathan, meinem Paten, um die ganzen Universitätsangelegenheiten zu klären. Er hatte mich schon vorgewarnt: „Du warst ja bereits mit Thais im Rathaus und bei der Bundespolizei wegen der Beantragung des Visums. Daher hast du schon einen Einblick in die Bürokratie Brasiliens bekommen. Auch um dich in der Uni zu immatrikulieren, müssen wir zu drei verschiedenen Büros auf zwei unterschiedlichen Campus.”
Also gingen wir zuerst mit meinen Dokumenten aus Deutschland ins Büro für internationale Beziehungen. Dort wurde ich der Direktorin vorgestellt, bekam ein Papier, das ich ausfüllen musste, und anschließend wurden wir zu einem anderen Büro auf dem Campus Pici geschickt. Während wir auf den Bus warteten, erklärte mir mein Betreuer, dass dort die ganzen Naturwissenschaften, aber auch die Sport-Studiengänge angesiedelt seien. Als wir nach einer halben Stunde ankamen, meinte er: „So, jetzt müssen wir noch mal Bus fahren. Der Campus ist riesig. Zu Fuß kommst du hier nicht weit.” Der Campus Pici war in den 40er Jahren eine US-amerikanische Kaserne gewesen und dann viele Jahre später zu einem Uni-Campus umfunktioniert worden, erklärte mir Jonathan.
Im nächsten Büro wurden wir von einem netten Herrn empfangen, der mich in Fortaleza willkommen hieß, das bereits ausgefüllte Dokument unterschrieb und mir ein neues gab, das ich ebenfalls ausfüllen und dann wieder zurück zum Campus Benfica bringen sollte. Als wir dort nach anderthalb Stunden ankamen, hatten wir noch 20 Minuten, bis das Studierendensekretariat schließt. Die Frau an der Rezeption kontrollierte meine ganzen Papiere, und nachdem ich jetzt alles zusammenhatte, führte sie mich weiter ins Akademische Auslandsamt. Dort wollte meine Sachbearbeiterin die Kurse sehen, die ich belegen wollte. Als ich sie aussuchte, war das neue Vorlesungsverzeichnis noch nicht veröffentlicht worden, also hatte ich mir Kurse des letzten Semesters ausgesucht. Diese wurden allerdings dieses Semester teilweise nicht mehr angeboten. Die nette Dame zeigte mir also das aktuelle Verzeichnis und tippte auf ihre Uhr: Ich hatte noch fünf Minuten um mich neu zu entscheiden.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jul 23, 2014
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jul 23, 2014