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Studieren im Ausland

Liebe auf den ersten Blick

Also gut, es war ein Date! Auch, wenn ich es anfangs verleugnete. Ich war hier im College nie mit einem Mitschüler „auf einem Date“, deswegen weigerte ich mich zuvor, das Besprechen unseres Schulprojektes als „Date“ zu bezeichnen. Trotzdem überlegte ich fieberhaft, was ich anziehen sollte. Trotz kaltem Februar-Wetter entschied ich mich für mein neues Lieblings-T-Shirt unter der dicken Winterjacke. Bevor ich schließlich aus dem Auto stieg, schrieb ich Marc eine SMS, ob er schon da sei. Es war fünf Minuten vor unserer verabredeten Zeit. – Und er war bereits da! Wow! Amerikaner sind eigentlich fast immer spät dran, jedenfalls ist das bisher meine Erfahrung gewesen. Marc scheint eine Ausnahme zu sein. Nervös (aus welchem Grund auch immer, schliesslich war ich schon immer eine Streberin, die das Wesentliche im Auge hatte) machte ich mich auf den Weg zur Pizzeria, gegenüber vom College-Campus.

Ich öffnete die Glastür und suchte ihn mit meinem Blick. Zuletzt wanderten meine Augen zu der Person, die direkt neben mir stand und mich bereits anlächelte. Da war er also. Marc. Ich muss zugeben, über die Tage habe ich sein Aussehen fast vergessen und war deswegen umso mehr „geflashed“. Bisher habe ich ihn nur im Unterricht sitzend gesehen. Nun stand er da. Mit seiner Wollmütze auf dem Kopf sah er so süß aus, dass mein Herz anfing, schnell zu schlagen. Ich glaube, es hatte mich in diesem Augenblick erwischt.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Jul 25, 2013
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Jul 25, 2013

Studieren im Ausland

Studieren in Deutschland: "Thewi" an der "FAU"

Es ging um die Geschichte des Computers als Rechenmaschine und als Universalmedium sowie dessen Einsatz für Computerspiele, als ich meinen Freund in Erlangen besuchte. Er studiert Theater- und Medienwissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität und ist damit ganz klar etwas, was ich gar nicht bin: Geisteswissenschaftler. Wo ich beispielsweise freie Vorträge von Professoren über Gene gewohnt bin, stand hier wortwörtlich eine „Vorlesung“ über eineinhalb Stunden an. Da musste ich mich deutschen Fachwörtern wie ludische Komplexität und Netzwerkredundanz stellen, um zu merken, man hätte es auch einfacher ausdrücken können.

Darüber hinaus merkte ich auch, wie sehr die Deutschen Akronyme lieben: die Uni ist die „FAU“, die Fakultät ist die „Philfak“ (Philosophische Fakultät) und man studiert „Thewi“ statt Theaterwissenschaften. Vielleicht sind im Englischen die Worte an sich ja einfach kürzer.

Theorie ist hier König, bestätigte mir auch mein Kumpel, der aber meinte, dass ich die Vorlesungen zu Sexualität und Weiblichkeit auf der Theaterbühne sicher interessant gefunden hätte. Zu den Quellen gehört dann zum Beispiel Rousseau, der Schauspieler und vor allem Schauspielerinnen für Banditen hält, oder eine ehemalige Pornodarstellerin, die sich über das Geschäft auslässt. Wer sich fragt, worüber hier geforscht wird, dem könnte man den Forschungstitel der Dozentin dieses Kurses nahelegen: Performative Pornografie – Livesex auf der Bühne des Kunstheaters.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jul 23, 2013
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jul 23, 2013

Studieren im Ausland

Deutsche Tugenden, gute Tugenden?

Habt ihr schon einmal aus voller Überzeugung und wiederholt „Nein“ gesagt, es dann aber nach wenigen Tagen zutiefst bereut? Gut, dann haben wir etwas gemeinsam. Es gibt eine sehr beliebte Talkshow hier in New York und Marc hatte zwei Tickets. Spät am Mittwochabend bekam ich eine SMS von ihm. Er lud mich ein, mich mit ihm am nächsten Morgen unter das Publikum zu mischen. „Halt, nein, das geht natürlich nicht, ich habe Unterricht“, war mein streberischer Gedanke. Und so lehnte ich dankend ab. Die Tage vergingen und am Sonntag schrieb ich ihm und erkundigte mich, wie ihm die Talkshow gefallen hat. Aus seiner Antwort konnte ich schließen, dass er sich freute, von mir zu hören. Wahrscheinlich hat er meine Absage zu der Talkshow falsch interpretiert und dachte, ich hätte kein Interesse, etwas mit ihm zu unternehmen. Jedoch schrieben wir an diesem Tag bis sehr spät in die Nacht hin und her. Ich erfuhr, dass er bei einem berühmten Elektronik-Geschäft am Times Square arbeitete und zwar fast jeden Tag und immer in der Nachtschicht. Er lud mich außerdem wieder ein: Er wollte mit mir ein amerikanisches Fest mit dem Namen „Mardi Gras“ feiern. Und zwar in der nächsten Woche, spät abends. Und was machte ich? Richtig, ich sagte, ich könne nicht mitten in der Woche spät abends feiern gehen! Der Unterricht würde darunter leiden! Grrr, dieses Deutsche Pflichtgefühl scheint kein Klischee zu sein. Hatte ich ihn damit wieder verschreckt? Vielleicht, aber wir trafen uns ein paar Tage später, um unser Klassenprojekt zu besprechen. Danach war dann nichts mehr so, wie es vorher war.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Jul 15, 2013
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Jul 15, 2013