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Was tun nach dem Abi?

Luxusübernachtung - ohne Luxus

Die erste Urlaubswoche ist bereits vorüber und leider muss ich feststellen, dass das Geld recht schnell durch die Hände fließt. Mit einem Kollegen, der ebenfalls Urlaub hat, bin ich an die spanische Grenze bzw. knapp nördlich davon gefahren. Die Wellen waren die ersten zwei Tage passabel, sodass wir noch ins Wasser konnten, doch ab Dienstag war einfach nur noch Mittelmeer. Surfen war nicht mehr, also was tun mit der gewonnenen Zeit? Genau: Kulturtrips! Wir sind hoch nach Biarritz gefahren, um uns die Stadt mal anzusehen, hatten nur leider nicht die sengende Hitze auf dem Radar gehabt. Diese machte jegliches Umherschlendern unmöglich, sodass wir uns einfach faul vier Stunden an den Stadtstrand gelegt haben. War aber auch mal schön erholsam und eine völlig neue Erfahrung! Ich muss nämlich zugeben, dass ich, trotz meines Berufes, noch nie einfach so am Strand lag und mir die Sonne auf den Bauch habe scheinen lassen. Die Nächte waren ebenfalls sehr warm, wurden allerdings zu fortschreitender Stunde dann erträglich.

Wenn einem nicht von den Freunden und Helfern in Hell- und Dunkelblau ein Strich durch die Rechnung gemacht wird. Grundsätzlich sind wir nämlich am Wildcampen, das heißt, wir stellen uns einfach irgendwohin und schlafen. Das hatte bisher auch ganz gut geklappt, doch die Glückssträhne war wohl am Ende: Donnerstagmorgen: Aus dem Bus quälen, Zähneputzen und was trinken und – oh Schreck: ein Strafzettel. 17 Euro für die Übernachtung auf dem Parkplatz am Strand. Na gut, das geht noch, geteilt durch zwei Personen, außerdem hätten wir auf dem Campingplatz das gleiche gezahlt.

Aber die nächste Nacht hatte es in sich: Extra etwas weiter weg ins Landesinnere gefahren, damit die patroullierenden Polizisten uns auch nicht finden, werden wir am nächsten Morgen unsanft durch lautes Klopfen an der Bustür geweckt: 135 Euro für das Schlafen im Bus? In nächster Zeit werde ich wohl einen saftigen Strafzettel nach Deutschland geschickt bekommen. Für die Kohle hätten wir uns auch einfach ein echt passables Hotelzimmer nehmen können. Aber okay, das passiert mir so schnell nicht mehr, bin jetzt nämlich in Spanien auf dem Weg nach Galicien mit Halt in Asturien und hier in Spanien sind die Behörden, was das Wildcampen anbelangt, um einiges entspannter als in Frankreich!

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 29, 2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 29, 2012

Schülerleben live

Jetzt wird es ernst

Okay, jetzt wird es ernst: Der erste Karton steht bereit. Ein paar Bücher sind schnell verstaut, aber wie bitte soll ein ganzes Leben in eine Umzugskiste passen? Und wo fängt man da überhaupt an? Auch würde ich gerne alten Krempel übers Internet für Geld an den Mann bringen, denn das kann man ja bekanntlich immer gebrauchen, aber das ist gar nicht so leicht, wenn man nicht mal mehr eine richtige Adresse hat.

Seit nunmehr zwei Monaten jette ich durch Europa. Urlaub am östlichen Mittelmeer, Kurztrip nach Hamburg und pendeln zwischen Köln und daheim – wobei... „zuhause” ist auch relativ geworden. Zuhause ist da, wo mein Koffer und mein Netbook sind. Doch dieser Karton lässt mich vermuten, dass sich das bald ändern wird. „Endlich!”, sollte ich nun sagen, doch der Übergang ist gar nicht so leicht. Besonders wenn man nicht einmal weiß, an welchem Ort man wieder auspacken wird. Gerade kann ich mir jedenfalls nur schwer vorstellen, meine Möbel woanders wieder aufzubauen.

Und wie findet man es, dieses Örtchen? Ich habe das Gefühl, mir steht so viel bevor, von dem ich nicht den geringsten Schimmer habe. In der Schule war nie die Rede von Wohnungssuche, Zentralheizung oder Kaution! Wie soll man da als kompletter Neuling auf dem Markt durchsteigen? Das einzig Erleichternde daran scheint zu sein, dass die anderen ebenso wenig Ahnung haben wie ich.

Einmal mehr wird mir klar, dass diese ganze Zeit ein einziger großer Anfang ist. Doch so langsam habe ich das Gefühl, dass ich meinen Weg finde. Wo immer der mich auch hinführen wird.

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 27, 2012
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 27, 2012

Schülerleben live

Praktikum, ja oder nein?

Liebe Schule,

nicht, dass du denkst, ich wolle mich nun im Nachhinein über dich beschweren. In der Tat habe ich mehr von dir gelernt, als ich dachte. Zumindest kann ich nun in jedem halbwegs intellektuell angehauchten Wälzer die Anspielungen auf vorige Werke verstehen und weiß, dass es sich bei „Faust” nicht nur um ein menschliches Körperteil handelt.

Trotzdem möchte ich an dieser Stelle einen leichten, klitzekleinen Funken Kritik anbringen. Vergangenen Freitag hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Meine Erwartungen von „kurz mal hin und schnell wieder weg” wurden jedoch insofern enttäuscht, als dass ich erst nach über einer Stunde und völlig fertig mit den Nerven das Büro wieder verließ. Ich hatte mich für ein Praktikum in einer Online-Redaktion beworben und es war wirklich spannend zu sehen, was sich hinter den Kulissen einer erfolgreichen Website für Frauen verbirgt. Auf die modernen Methoden eines solchen Kennenlernens war ich jedoch nicht gefasst. Nachdem ich das gewöhnliche „Verkaufsgespräch“, das uns während der Schulzeit nicht nur in Deutsch sondern auch auf englischer und französischer Sprache eingetrichtert wurde, hinter mich gebracht hatte, ließ man mich plötzlich mit einem Blatt Papier und einem Stift allein. Ich solle mir doch in den nächsten zwanzig Minuten ein Konzept für eine funktionierende Internetseite ausdenken, inklusive Marketing und Finanzierung, versteht sich.

Meine Wahl fiel auf eine Komposition aus Buch und Film, so etwas gab es schließlich noch nicht. Aber natürlich kamen mir in diesem Moment nur die dämlichsten Namensideen: „Zeile lebt", „booksNmovies" oder wieso nicht gleich eine Mischung aus beiden wie „Boovie"?!

Noch viel weniger Ahnung als von der Namensfindung hatte ich von Finanzen und Geschäftskonzepten. Das merkte auch mein Gegenüber schnell. Der größte Klops sollte jedoch noch folgen: „Nennen Sie mir drei Gründe, wieso wir sie nehmen sollten, aber ich möchte sie noch nie gehört haben.”

Wie war das nochmal mit dem motiviert? Einen älteren Schuh gab es wohl kaum. Ich ähm... weil... Na ja, weil mein Freund hier wohnt und ähm... Ich fahre gerne mit der Bahn. Und, und... Ich war so lange faul, das möchte ich jetzt ändern. Etwas Blöderes hätte mir wohl kaum einfallen können!

Und nun? Na ja, das Praktikum mache ich doch nicht. Schweren Herzens musste ich absagen. Nicht nur, dass Uni- und Wohnungssuche erstmal Priorität haben sollten. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass die langen Arbeitszeiten und die nicht vorhandene Bezahlung mich abschreckten. Von null auf hundert war eben noch nie so leicht. Aber eins habe ich trotzdem gelernt: Sei vorbereitet auf das Unmögliche und vor allem, nimm das, was in der Schule gelehrt wird, nicht allzu ernst.

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 17, 2012
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 17, 2012