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Schülerleben live

Physik und Mathe und das Abi ist rum

Nach dem unendlich anstrengenden Aufsatz über das Nichtstun, respektive Deutsch-Abitur, ging für mich persönlich das Abi eigentlich erst richtig los. Mathe und Physik standen auf dem Plan, beides Fächer, in denen ich an sich immer gut war und in denen ich entsprechend meinen Schnitt halten wollte. Das war vermutlich auch der Grund, weswegen ich mit einer gehörigen Portion Druck auf den Schultern in die Physik Prüfung ging. Genauer gesagt war die Pumpe ordentlich am Arbeiten, glücklicherweise stellte sich dies aber im Moment des Prüfungsbeginns wieder ein. Nach kurzem Überfliegen der Aufgaben war recht schnell klar, dass die Vorbereitung ausreichend gewesen war und kein Grund zur Nervosität bestand! Insofern war der Test recht schnell geschrieben, am Ende waren sogar noch gute 30 Minuten übrig und ich hatte Zeit zum Essen.

Als ich heimkam, beschloss ich, wider aller guten Vorsätze, den Tag nicht der Vorbereitung auf das Mathe-Abi zu widmen, sondern ein bisschen zu entspannen. Dies war insofern eher fahrlässig, als ich für Mathe bisher kaum etwas Nennenswertes gemacht hatte, aber das war mir in dem Moment relativ egal.

Am Mittwoch war‘s mir eigentlich immer noch egal, aber ich hab kalte Füße bekommen. Gelernt habe ich natürlich trotzdem nicht. Dafür aber am Donnerstag! Extra früh aufgestanden, trotz Feiertag, und von 8 bis 15 Uhr (fast) durchgelernt. Wirklich beruhigt war ich danach nicht, aber ich hatte beschlossen, es nun gut sein zu lassen.

Dann kam die Prüfung und ich war unglaublich froh, nicht mehr gelernt zu haben. Alles, was ich mehr gemacht hätte, wäre, aus lerntechnischer Sicht zumindest, reine Zeitverschwendung gewesen. Zufälligerweise hatte ich nämlich mit den sieben Stunden Lernen perfekt die Aufgabentypen abgedeckt, sodass das Mathe-Abi ebenfalls sehr gut verlief. Ich fühlte mich, als sei das Abi bereits hinter mir und habe die beiden abschließenden mündlichen Prüfungen beinahe vergessen. Die erste nach nur fünf Tagen, die zweite dann nach den Pfingstferien. Hilft alles nichts, ich werde wohl wieder lernen müssen, aber die Motivation ist trotzdem weg. Ich hoffe mal, die vier Stunden vor der Englisch-Prüfung helfen irgendwie und vertraue einfach mal auf mein Kurzzeitgedächtnis. Der Witz am Englisch-Colloquium ist nämlich, dass die sprachlichen Fähigkeiten zwar in die Bewertung eingehen, der Inhalt jedoch eine viel größere Rolle spielt als das in bisherigen Klausuren der Fall war. Denn man muss den Stoff der vergangenen vier Semester beherrschen. Das heißt im Extremfall, dass man bestimmte Stilmittel der durchgesprochenen Kurzgeschichten können muss beziehungsweise Charaktereigenschaften der Protagonisten von „Brave New World“ aus dem Ärmel schütteln soll.

Ich hoffe einfach, wie immer, auf mein Improvisationstalent. Wird schon irgendwie werden.

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 5, 2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 5, 2012

Schülerleben live

Verletzungsgefahr beim Abitur

Von mir hat man in letzter Zeit wenig gehört. Das liegt vor allem daran, dass ich gerade meine Abiturprüfungen schreibe und einerseits nicht viel Interessantes erlebe und andererseits gelernt habe und keine Blog schreiben sollte. Jetzt tue ich das aber trotzdem in einer kleinen Matherlernpause.

Als ich kleiner war und während der Abizeit an der Turnhalle vorbei gelaufen bin, ist mir irgendwie immer so ein kleiner Schauer über den Rücken gelaufen und ich war sehr froh, dass es noch so ewig hin ist, bis auch ich mal in dieser unangenehmen Situation sein werde. Irgendwann war es aber auch bei mir soweit. Im Endeffekt ist es gar nicht so schlimm, wie ich es mir ausgemalt habe: Man hat sich ja die letzten beiden Jahre im Unterricht vorbereitet und jährlich machen tausende das Abitur, das muss also zu schaffen sein.

Natürlich sind die Abiturwochen ziemlich anstrengend, aber so fürchterlich ist es dann doch nicht. Heute ist mir zum Beispiel etwas sehr lustiges im Englisch Abitur passiert: Ich war gerade auf dem Rückweg von der Toilette und wollte mich wieder an meinen Platz setzen, da hat sich irgendwie der rechte Fuß im linken Hosenbein verheddert. Ich weiß auch nicht, wie so was passieren kann! Als ich es danach nachspielen wollte, ist es mir auch partout nicht mehr gelungen. Naja, ich bin umgefallen und zwar mit so viel Schwung, dass ich noch weiter gekippt bin, mit meinem Kopf die Tischkante gestreift habe und dann halb sitzend mit dem Kopf über dem Boden hing. Zu diesem Zeitpunkt haben schon alle laut gelacht.

Die Aufsicht konnte sich den Kommentar, ob ich denn Mr. Beans Spicktechniken weiter ausfeilen wollte, nicht verkneifen.

Naja, jetzt tut mir jedenfalls der Kopf weh, aber wenigstens ist nichts Schlimmeres passiert und alle haben einmal kräftig gelacht, was bei dem Stress ja auch ganz entspannend wirken kann.

Das Abi birgt also scheinbar eher die Gefahr, sich zu verletzten als durchzufallen.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 1, 2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 1, 2012

Schülerleben live

Vom Nichtstun

Ich werde jetzt etwas behaupten, was so ziemlich jeden hier etwas überraschen wird: Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat ein Fünkchen Humor. Oder zumindest der Teil der Mitarbeiter, der das Deutsch-Abitur 2012 entworfen hat.

Doch von vorne: Seit Mitte der 11. Klasse stand für mich eigentlich fest, das Lernen für das Deutsch-Abi auf ein Minimum zu beschränken. In meinem Fall hieß das, einfach gar nichts zu machen. Ein etwas riskantes Unterfangen, gibt es doch nur ein Themengebiet, bei dem man wirklich nichts lernen muss: Aufgabenteil V, Argumentieren auch in freieren Formen. Hier muss man zu einem vorgegebenen Thema wahlweise eine Erörterung oder einen anderen argumentativen Text zu Papier bringen. 2011 war ein Kommentar über die Freundschaft in Zeiten von Facebook verlangt, entsprechend konnte man davon ausgehen, dass dieses Jahr kein Kommentar drankommen würde. Unser Deutschlehrer hatte uns aber bereits darauf vorbereitet, mit der Alternative, Rede oder Essay, ebenfalls einigermaßen klarzukommen. So ging ich also in die Prüfung, auf ein gutes Thema und eine Rede hoffend. Denn unter einem guten Essay konnte ich mir, um ehrlich zu sein, nicht ganz so viel vorstellen. Wir bekommen also die Themenhefte ausgeteilt, ich blättere gespannt zum Themengebiet V (die anderen hatte ich ja kategorisch ausgeschlossen) und kann meinen Mund erstmal nichtmehr schließen.

„Muße. Vom Glück des Nichtstuns, so lautet der Titel eines im Jahr 2010 erschienenen Buchs von Ulrich Schnabel [...] Gewünscht wird ein Essay über das Nichtstun in einer Länge von etwa 1500 Wörtern. [...]“.

Gut, mit dem Essay hatte ich mich recht schnell abgefunden, doch mit dem Thema – Nichtstun – hatte ich schon ein paar Startschwierigkeiten. Ein derart schwammiger Begriff, dass ich selbst jetzt noch nicht sicher bin, ob ich mich darüber freuen soll, unendliche Freiheiten gehabt zu haben oder aber Angst davor haben sollte, auch ohne weiteres einfach elegant am Thema vorbeigeschrammt zu sein. Nach knapp eineinhalb Stunden fing ich also an, das Thema zu bearbeiten, und siehe da: Ein neuer Vielschreib-Rekord stellte sich ein: Gute zwölf Seiten plus Gliederung und Ideensammlung habe ich zu Papier gebracht. Wobei die Seitenanzahl ja erstmal nicht in Beziehung zur Note steht. So viel über das Nichtstun zu schreiben hätte ich vor vollbrachter Leistung nicht für möglich gehalten, ehrlich! Bleibt abzuwarten, was der Erst- und der Zweitkorrektor davon halten. Im Prinzip würde mich nichts zwischen 11 Punkten und einer glatten Themaverfehlung wundern, also bleibe ich gespannt.

Das ist halt das Los des Nichtstuns: Mangels Alternativen aufgrund fehlender Vorbereitung hat sich das Ministerium wohl gedacht, macht es uns eine Freude und lässt uns Lern-Verweigerer über unsere Vorbereitung schreiben. Respekt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  May 31, 2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
May 31, 2012