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Mein Referendariat

Es geht in die zweite Runde

Als ich in den vergangenen Wochen Probeklausuren für das erste Staatsexamen korrigiert habe, kamen diese unguten Erinnerungen an meine eigene Examensvorbereitung wieder hoch. Jetzt saß ich auf der anderen Seite und korrigierte die Klausuren von diesen armen Seelen. Wenn man nur wenige Punkte vergeben kann, ist das auch für den Korrektor kein schönes Gefühl.
Nach einem Jahr Jura-Pause ging es mit Beginn meines Referendariats nun also auch für mich zurück in diese Welt. Ich habe dabei gemischte Gefühle: In Arbeitsgruppen zu arbeiten und im Vorbereitungskurs Hausaufgaben aufzubekommen, brachte auf der einen Seite Erinnerungen an meine Schulzeit zurück. Ersti-Parties und die AG-„Klassen“-Fahrt verstärkten dieses Gefühl noch. Aber auf der anderen Seite war ich bestürzt, was ich nach fünf Jahren Studium alles noch nicht weiß. Manchmal finde ich es auch langweilig. Nachdem ich mich in Brügge mit aktueller Weltpolitik beschäftigen konnte, geht es nun manchmal um spannende Dinge wie die Zuständigkeit eines Gerichts oder die Prozessfähigkeit von Personen. In solchen Momenten kann ich mir gar nicht vorstellen, das für die nächsten zwei Jahre zu machen. Am liebsten würde ich endlich mal praktisch arbeiten.
Doch dann gibt es auch wieder spannende Momente im Referendariat. Absolut abstruse Sachverhalte, von denen man denkt, dass diese von schlechten Hollywood-Regisseuren ausgedacht worden sein müssen. Oder, wenn man bei einem Fall erst einmal herausfinden muss, was überhaupt passiert ist. Gerade habe ich zum Beispiel mein erstes Urteil – wenn auch nur als Probeklausur – verfasst. Und das fühlte sich schon ziemlich gut an!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  28.12.2018
Autor: Luisa
Rubrik: studium
28.12.2018

Mein Referendariat

„Das wird schlimm für euch“

„Ihr werdet euch oft denken: Das ist nicht zu schaffen.“ Mit diesen Worten wurden wir auf der Einführungsveranstaltung für das Referendariat von den anderen Referendaren, die schon Erfahrung hatten, mental auf das zweite Staatsexamen vorbereitet. Wie aufbauend! Sowas nennt man dann wohl Erwartungsmanagement!
Eine Woche vor offiziellem Beginn des Referendariats hat der Personalrat uns alle zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Es gab viele nützliche Tipps und Tricks. Das Referendariat in Berlin scheint allerdings ziemlich verschult zu sein. Wenn man nicht zu einer Arbeitsgruppe geht, muss man morgens anrufen und sich krankmelden; ab vier Krankheitstagen muss man ein Attest vorlegen, und wenn man zu häufig fehlt, drohen Lohnkürzungen. In den Arbeitsgemeinschaften gibt es Noten, sowohl für die mündliche Beteiligung als auch für die Übungsklausuren.
Nach dieser teilweisen eher ernüchternden Einführung ging es in eine Bar, um die anderen Referendare kennenzulernen. Es waren sehr viele interessante Leute dabei; aufgrund der langen Wartezeiten in Berlin hatten auch viele in der Zwischenzeit einen Master im Ausland gemacht oder promoviert. Ich bin also nicht die einzige, die über ein Jahr lang keine Berührungspunkte mit dem deutschen Recht hatte – beruhigend.
Wenn ich an den Beginn des Referendariats denke, kann ich nicht ganz aufrichtig sagen, dass ich mich freue – vor allem, weil das zweite Staatsexamen am Ende bedrohlich wirkt. Aber worauf ich schon gespannt bin, ist Jura in der Praxis zu erleben.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  21.11.2018
Autor: Luisa
Rubrik: studium
21.11.2018

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