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Mit dem Fahrrad durch Afrika

Gustav Golf

In Windhoek erwartete ich meinen nächsten Mitfahrer, Steven aus Wales. Wir sind uns auf meiner letzten Fahrradtour 2004 in Laos begegnet und dann zusammen illegal durch Ost-Tibet nach Lahsa und weiter zum Mount-Everest-Basislager gefahren. So eine Reise prägt, schweißt zusammen und machte uns zu sehr guten Freunden. Diesmal wollte Steven mich auf meinen letzten Kilometern nach Kapstadt begleiten.

Doch bevor es aufs Fahrrad ging, fuhren wir mit einem gemieteten Golf in den Norden Namibias. Die alten, kantigen Golfs der ersten Generation werden in Südafrika immer noch produziert und prägen hier das Straßenbild. Steven war überzeugt davon, dass der Wagen einen deutschen Namen brauchte, um noch besser und zuverlässiger über die staubigen Pisten zu heizen und so tauften wir ihn Gustav.

Schnell lernten wir, was man auf den Pisten berücksichtigen sollte. Trotz Hitze ist anzuraten, alle Fenster geschlossen zu halten und lieber die Lüftung aufzudrehen, so dass man immer ein bisschen Überdruck im Auto hat. Das hält den Staub zurück und verhindert, dass man nach einem langen Fahrtag sein Gepäck im Kofferraum mit einem Spaten ausgraben muss. Auch fühlen sich in Gustav manchmal auf den Pisten 100 Kilometer pro Stunde recht sicher an, aber wehe da kommen ein paar Schlaglöcher. Die können so einen kleinen Golf schnell an die Grenzen bringen

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Feb 11, 2009
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Feb 11, 2009

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Steil, steiler, zu steil

Bei diesen Voraussetzungen haben wir unsere Taschen mit Lebensmitteln für mehrere Tage voll gestopft und wussten nie so genau, wie weit wir es an jedem Tag schaffen würden. Doch das Radfahren war relativ problemlos. Täglich wurden wir von zahlreichen Touristenbussen und Jeeps überholt, die oft anhielten und uns mit allen möglichen Leckereien versorgten. Die Gaben reichten von Austern über griechischen Salat bis zu Sportgetränken. Es war einfach ein schönes Radfahren durch die weite Landschaft Namibias.

Nach einer Woche erreichten wir die Küste. Hier hat Deutschland noch mehr Spuren hinterlassen. In Swakopmund läuft alles so geordnet ab, dass sich die Stadt auch an der Nordsee befinden könnte. Wir machten dort ein paar Ruhetage und nutzten die Zeit zum Sandboarden, Fischessen und Robbenansehen. Für den Rückweg hatten wir uns die Piste c-28 ausgesucht. An dieser Stelle muss ich eine Warnung an andere Radfahrer aussprechen: „Fahrt sie nicht!" Die ersten 180 Kilometer waren gut fahrbar, nur der Gegenwind und die kontinuierlich ansteigende Piste sorgten für Müdigkeit. Doch was danach kam, macht keinen Spaß mehr. Der Boshua-Pass ist an Steilheit kaum zu übertreffen, an Fahren ist deswegen in keinster Weise zu denken. Man tut sich schon beim Schieben schwer, das Fahrrad zu halten. Doch wer denkt, dass man am Pass das Gröbste geschafft hat, der täuscht. Es geht kontinuierlich steil bergauf und bergab. An diesem Tag schafften wir in acht Stunden gerade einmal 60 Kilometer. Erst 30 Kilometer vor Windhoek beginnt eine schöne Asphaltstrasse und man kann die Schlussabfahrt in die Stadt genießen.

Nach zwei Wochen auf dem Tandem verabschiede ich mich von Hans und schon am selben Tag kommt Steven aus London. Wir hatten uns vor vier Jahren in Asien getroffen und sind gemeinsam eineinhalb Monate durch Tibet gefahren. Nun geht es zusammen nach Südafrika.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jan 29, 2009
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jan 29, 2009

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Ein weites Land

Die Farmen hier in Namibia haben ganz andere Dimensionen als in Europa. Es ist keine Seltenheit, dass sie größer als 10.000 Hektar sind. Eine Farm, die wir passierten, hieß Lichtenstein und es ist anzunehmen, dass sie größer ist als das Land in Europa. Aufgrund der sehr ariden Lage kann das Land aber nicht intensiv genutzt werden. So befinden sich auf einer Farmgröße von 24.000 Hektar gerade einmal 1.000 Rinder. Oder aber die Farm ist eine reine Jagdfarm; dass heißt, hier können Touristen Wild jagen und dann die begehrten Trophäen (etwa Oryx, Kudu oder Leopard) mit nach Hause nehmen.

Von den Pisten hatte ich im Vorfeld immer nur das Beste gehört. Sie wären gut gepflegt und würden ständig gewartet. Dies mag vielleicht stimmen, aber deswegen muss der Belag nicht unbedingt ideal zum Radfahren sein. Der Zustand kann sich rasch ändern. So kann eine Piste schon in wenigen Tagen von sehr gut fahrbar in „unradelbar" übergehen, wenn zu viele Touristen mit ihren Geländewagen darüber brettern und sie in ein einziges Waschbrett verwandeln. Allerdings gibt es auch Abschnitte, die mit einer asphaltierten Straße zu vergleichen sind.

Aber eines stimmt fast immer: Vertraue bei der Einschätzung des Straßenzustandes keinem Autofahrer! Er nimmt die Qualität immer falsch wahr. Auch verschätzt er sich bei den Distanzen regelmäßig. Der „Namibien-Kilometer" kann schon mal dem Zehnfachen eines „Europa-Kilometer" entsprechen.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jan 21, 2009
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jan 21, 2009