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Mit dem Fahrrad durch Afrika

Ein Marathonlauf durch die Wüste

Die Landschaft hatte in der nächsten Zeit leider nicht allzu viel zu bieten. Meist bekam ich Busch zu sehen, so weit das Auge reichte. Da kam mir an einem Zeltplatz, 200 Kilometer östlich von Livingstone, ein Treffen mit einer Gruppe Kanadier ganz gelegen. Die Gruppe junger Sportler hatte sich vorgenommen, Afrika joggend von West nach Ost zu durchqueren. Um die 4.200 Kilometer von Namibia nach Tansania zu bewältigen, sind insgesamt 100 Marathons geplant. 1.800 Kilometer hatten sie bis dahin schon hinter sich.

Ich fühlte mich gut und da ich zu der Zeit aufgrund meines defekten Hinterrades keinen Mitfahrer mitnehmen konnte, beschloss ich, es einfach mal anders herum zu machen und begleitete die drei Sportler für einen Tag. Es war nicht mein bester Marathon, aber ich war schon ein bisschen stolz auf mich, dass ich ihn aus dem Stand heraus geschafft habe. Das letzte Mal bin ich vor über einem Jahr gelaufen. Am nächsten Tag rächte sich dann mein Übermut mit einem gewaltigen Muskelkater, der mich erst einmal einen weiteren Tag am Zeltplatz festhielt. Die Läufer kann man übrigens unter http://www.see-them-run.com verfolgen.

Mit etwas Verspätung erreichte ich schließlich Livingstone und konnte dort die Victoria Falls bewundern. Die Wassermassen lockten mich und ich gönnte mir eine weitere Abwechslung vom Radfahren und ging einen Tag in den Fluten des Sambesi raften. Da der Fluss noch sehr viel Wasser führte, waren die über 15 Stromschnellen alle „relativ" harmlos und konnten ihrem Namen, „Overlander Eater, The Mother und Hellsgarden" nicht ganz erfüllen. Aber trotzdem hatte ich großen Spaß dabei, in den Fluten zu paddeln.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 15, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 15, 2008

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Die EM in Afrika

Von Lusaka aus ging es weiter in den Westen von Sambia. Die Fußball-Europameisterschaft kam immer näher und bestimmte so auch in den folgenden Wochen meinen Routenplan. Ich achtete darauf, dass ich immer zu den Deutschlandspielen in größeren Orten war, damit ich die Übertragungen verfolgen konnte.

Zum Eröffnungsspiel traf ich in einer Hotelanlage in Kafue einen Deutschen, der sich dort mit seiner sambischen Frau zu Ruhe gesetzt hat. Das Spiel geriet in den Hintergrund, es gab einfach zu viel zu berichten. Er hatte fast in allen Erdteilen als Ingenieur gearbeitet und wusste von den besten Tricks zu erzählen: wie man Alkohol in den Iran schmuggelt, seine Rente in Sambia mit kleinen Geschäften aufbessert und wie man Taxifahrer vom korrekten Fahrpreis überzeugt. Nicht alle seine Ratschläge sollte man verfolgen, aber den Schmuggler-Tipp für muslimische Länder, Gin in Dosen einzufüllen, auf denen große Schweineköpfe kleben, da sie ursprünglich für Erbsensuppe mit Schweinefleisch bestimmt waren, kann man sich merken. Dass man aus Spiritus zur Not auch etwas Hochprozentiges machen kann, eher nicht.

Die Fußballbegeisterung war leider in diesem Teil Afrikas nicht besonders groß, so dass ich viele Spiele alleine oder nur mit ein paar Schwarzen zusammen sah. Die hielten eigentlich immer zu der scheinbar stärkeren Mannschaft oder zu dem Team mit den meisten Premier-League-Spielern. Nach dem Deutschland-Türkei-Spiel sagte mir einer: „Ach weißt du, ich gratuliere dir zum Sieg, weil auch einer von meinen Spielern gewonnen hat." Ich fragte: „Du meinst weil Balack für Chelsea spielt?" „Ja, die Blauen sind mein Team."

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 10, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 10, 2008

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Ersatzteile gesucht

Am Abend erreichte ich einen Vorort von Lusaka und traf auch hier wieder auf sehr nette Sambesen, zum Beispiel Louis. Der nahm mich von Bar zu Bar mit und stellte mich seinen Freunden vor. Sie gaben mir gleich ein Bier aus, was mir in Afrika noch nicht passiert ist. Es war ein sehr schöner Abend und nur schwer konnte ich ihnen erklären, dass ich mein Zelt einer weiteren Bar an diesem Abend vorziehen würde.

Mein Fahrrad hatte bisher so halbwegs durchgehalten. Aber ich musste nach ein paar Kilometern meine Laufräder tauschen und somit ist es nun erst einmal vorbei mit Mitfahrern. In Lusaka suchte ich nach ein paar Ersatzteilen für meine Nabe, aber ich konnte nur Teile für indische und chinesische Fahrräder finden. Immerhin habe ich das kaputte Laufrad jetzt wieder so hinbekommen, dass es gut rollt. Meine Reise kann ich ohne Hindernisse und Einschränkungen fortsetzen, nur werde ich auf den nächsten 1200 Kilometern bis nach Namibia keine Mitfahrer mehr mitnehmen können. In Namibia wird mir wohl ein Freund ein neues Hinterrad mitbringen.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 3, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 3, 2008