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Mit dem Fahrrad durch Afrika

Back to Africa

Nach meinem zweiwöchigen Ausflug zur Bergkirchweih in Deutschland fiel mir bei meiner Rückkehr nach Afrika sofort auf, welche Besonderheiten diesen Kontinent ausmachen und das Reisen mit einzigartigen Erlebnissen erfüllen. Es ist die Offenheit und die Fröhlichkeit der Menschen, die mir fast überall entgegengebracht wird. So gab es auch gleich bei meiner ersten Etappe nach dem „Heimaturlaub" sehr schöne Momente.

Landschaftlich war auf der Strecke nichts bis gar nichts geboten. Aber dafür war es umso schöner, die Menschen auf der Straße zu erleben. Die einheimischen Fahrradfahrer, die meist schwer beladen unterwegs waren, grüßten mich mit einem: „Hello, how are you?" und dazu wurde mir der nach oben ausgestreckte Daumen gezeigt. Manchmal kam es auch zu einem kleinen Rennen, wenn einer meinte, er müsse mich allzu provokant überholen. Der Schnellste war ich noch nie, aber dafür habe ich eine gute Ausdauer. Da können meine Freunde aus der Grundschule noch ein Lied davon singen, wenn ich sie die ganze Pause lang beim Fangen über den Hof gejagt habe. So erhöhte ich auch hier nur langsam über lange Strecken das Tempo und Schritt für Schritt musste einer nach dem anderen erschöpft aufgeben. Oft aber auch gezwungenermaßen, da die Kette bei den afrikanischen „China-Rädern" schnell runterspringt oder andere technische Probleme auftauchen.

In einem kleineren Dorf suchte ich nach den üblichen Fast-Food-Straßenständen, an denen es Pommes für wenig Geld gibt. An einer Weggabelung entdeckte ich welche. Als ich dann in die Straße einbog und die Menschen - andere Fahrradfahrer, die auf Kundschaft warteten - mich sahen, fing die ganze Menge das Jubeln an und sofort war ich von vielen neugierigen Männern umlagert. Sie interessierten sich für mein Fahrrad und mir wurden alle möglichen Fragen gestellt. Ich machte ihnen klar, dass sie das Rad anschauen dürfen, aber nicht anfassen. Sofort sorgten zwei, drei Männer dafür, dass die Menge einen sicheren Abstand behielt und ich konnte in „Ruhe" meine Pommes essen.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Nov 6, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Nov 6, 2008

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Die letzen Tage in Malawi

Kurz vor Sonnenuntergang stoppte ich in einem kleinen Dorf und fragte, ob es hier möglich wäre, mein Zelt für eine Nacht aufzustellen. Sofort brachten mich die Einwohner zum Bürgermeister und der erklärte mir, dass es ihm eine Ehre sei, mich zu beherbergen und dass er für meine Sicherheit sorgen würde. So stellte ich mein Zelt vor seinem Büro auf und kochte unter Beobachtung des halben Dorfes mein Abendessen. Die Spaghetti, die ich in meinen Topf warf, sorgten für Verwunderung. Dieses teure europäische Nahrungsmittel kann sich hier fast niemand leisten - von den billigsten Nudeln kosten 500 Gramm über einen Euro - und ist somit nahezu unbekannt. Leider hatte ich nicht mehr genug, um meine Beobachter mal probieren zu lassen. Bei ihnen stehen eher Mais, Reis, Bananen und ein paar Wurzeln, die gekocht werden, auf dem Speiseplan.

Während dem Kochen lernte ich Sibusiso kennen. Er war 24 Jahre alt und sprach sehr gut Englisch. Von meinem Angebot, mich auf der morgigen Etappe zu begleiten, war er begeistert. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen und ich genoss eine ruhige Nacht in meinem Zelt.

Nach den Tagen abseits des Malawi-Sees genoss ich es, wieder ans Wasser zu kommen und fand in Nhkata Bay einen guten Platz zum relaxen. Nhkata Bay ist der Touristenort schlechthin in Malawi. Ein Ressort steht neben dem anderen, aber dennoch war es für mich ein schöner Platz. Ich traf andere nette Reisende und genoss es, am Abend ein wenig Party zu machen: Ein bisschen Einstimmung auf meinen heimatlichen Besuch zur Bergkirchweih war nicht verkehrt!

Die restlichen Tage in Malawi vergingen recht schnell. Ich fuhr noch ein paar Tage am See entlang, bis ich schließlich wieder in die Berge kam, um die Hauptstadt Lilongwe auf 1.200 Meter Höhe zu erreichen. Einen Tag lang noch ein paar Souvenirs kaufen und schon saß ich im Flieger in Richtung Bergkirchweih.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 30, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 30, 2008

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Barfuß im Schlamm

Doch die Idylle an meinem Campingplatz am Malawi-See konnte nicht über die Strapazen hinweg täuschen, die mich am nächsten Tag erwarteten. In der Nacht hatte es doch stärker geregnet, als ich mitbekommen habe und so wurde der nächste Tag zu einer regelrechten Schlammschlacht. Bei den ersten schlimmen, schlammigen Abschnitten überlegte ich noch, zur asphaltierten Straße zurückzukehren, aber irgendetwas trieb mich weiter. „Ich bin einfach nicht der Typ, der schon bei der ersten Schwierigkeit aufgibt", dachte ich mir. Und so schob und trug ich mein Gefährt durch den Schlamm. Alle zwei, drei Meter musste ich anhalten und große Schlammbatzen von den Rädern entfernen. Meine Schutzbleche hatte ich schon vorher bei den ersten „harmlosen" Pfützen entfernt. Aber nicht nur die Räder versanken tief im Schlamm, auch meine Füße. Die Sandalen waren der Belastung nicht mehr gewachsen, und nach und nach lösten sich die Riemen von der Sohle ab. Mir blieb nur noch eines: mich barfuß durch den Schlamm zu arbeiten. Bei kurzen trockeneren Fahrabschnitten band ich mir die Sandalen mit Spannriemen an die Füße. Schuhe wechseln ging nicht, die sind mir ja in Ruanda geklaut worden. Nach 15 Kilometern und drei Stunden harter Arbeit hatte ich das Gröbste überstanden und konnte so langsam wieder von einer Straße sprechen.

Etwas später besserte sich auch das Wetter und das Fahrradfahren machte wieder Spaß - wenn nicht ein ständiges Quietschen und Krachen von Kette und Bremsen mich begleitet hätte. Erst eine gründliche Reinigung des Rads in einem kleinen Bächlein sorgte für Abhilfe.

So ein Tag geht ganz schön auf das Material und ist wahrscheinlich belastender als 1.000 Kilometer auf guter Straße zu fahren. Meine Zeitplanung musste ich auch über den Haufen werfen und fand mich damit ab, dass ich an dem Tag keinen Ort mehr mit Unterkunftsmöglichkeit erreichen würde.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 24, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 24, 2008