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Mit dem Fahrrad durch Afrika

Das "beste" Hotel am Platz

Grenzübertritte finde ich immer sehr spannend. Was wird sich im nächsten Land ändern, was ist neu und was ist gleich? Selbstverständlich ändert sich die Währung, so dass ich an der Grenze - meist zu schlechten Wechselkursen - ein bisschen Geld tausche. Aber dies hilft mir bis in die nächste größere Stadt, um dort am Geldautomaten mehr Geld abzuheben.

In Ruanda war die Überraschung groß: Man fuhr wieder auf der gewohnten rechten Straßenseite! Zudem waren die Straßen auch auf einmal asphaltiert, der Straßenrand gut gepflegt und teilweise sogar mit Blumen bepflanzt. Ansonsten hat sich das Straßenbild im Vergleich zu Uganda nicht wesentlich verändert. Das Fahrrad ist hier immer noch das Verkehrsmittel Nummer Eins. Alles und jeder wird mit dem Fahrrad fortbewegt. Nur in den größeren Städten verschwinden sie langsam und machen ihren motorisierten Kollegen Platz.

Nach zwei Tagen Fahrt durch eine sehr hügelige, grüne Landschaft erreichte ich die Hauptstadt Kigali. Hier musste ich feststellen, dass das Preisniveau deutlich höher liegt als im Nachbarland Uganda. Es ist so gut wie unmöglich, eine Unterkunft für unter zehn Dollar pro Nacht zu finden. Dennoch fand ich in einem Hotel ein einfaches Zimmer für diesen Preis. Der Nachteil war, dass - wie sich in der Nacht herausstellte - in der hauseigenen Bar eine große Playback-Veranstaltung stattfand. Zu unterschiedlicher Musik traten „Tänzer" auf einer Bühne auf und gaben ihre fehlende Tanz- und Gesangskunst zum Besten. Es war schon eine sehr ungewöhnliche Veranstaltung. Bei dieser Gelegenheit fanden sich in dem Hotel auch einige Personen ein, die auf schnellen Sex aus waren. Mir kam es auch schon ein bisschen komisch vor, dass in meinem Zimmer die Matratze komplett in einen PVC-Überzug eingeschweißt war.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 10, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Sep 10, 2008

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Regenzeit

Die Landschaft wurde zunehmend bergiger und nach ein paar weiteren schönen Fahrtagen erreichten wir Kabale. Hier tauschten wir unser Fortbewegungsmittel gegen ein Einbaumkanu ein und fuhren damit auf dem wunderschönen Buyonyi See zu einer kleiner Insel, auf der wir die letzten gemeinsamen Tage in Uganda verbrachten.

Danach hieß es dann auch für uns „In God we Trust!", denn wir nahmen den Bus nach Kampala, um Astrid zurück zum Flughafen zu bringen. Ich fuhr wieder zu meinem Fahrrad zurück und setzte die Fahrt in Richtung Ruanda fort. Wobei ich die Etappe von Kabale nach Kisoro hervorheben muss, die landschaftlich gesehen zu der späktakulärsten in Uganda gehört. Erst geht es am Lake Buyonyi entlang, dann über einen zirka 2.500 Meter hohen Pass bis man sich plötzlich vor den bis über 4.000 Meter steil aufragenden Virungi Vulkanen befindet. Einen von diesen Vulkanen werde ich noch besteigen, bevor es weiter nach Ruanda geht.

Wenn man Afrika von Nord nach Süd quert, dann kann man nicht verhindern, dass man mindestens einmal die Regenzeit miterlebt. Mich hat sie nun hier am Äquator in Uganda und Ruanda voll erwischt. In der Gegend um den Lake Viktoria regnet es meist immer nur am Abend und in der Nacht, doch umso weiter ich ins Landesinnere zu den Virunga Vulkanen fuhr, desto schlechter wurde das Wetter und die Zeit zwischen den Regenfällen immer kürzer. Die Virunga Vulkane mit ihren bis zu 4.500 Meter hohen Gipfeln bilden zum einen eine gute Barriere für die Wolken und zum anderen steigt das Land hier langsam vom Osten her nach Westen auf über 2.000 Meter an. Somit werden auch die Luftmassen zum Aufstieg gezwungen und es kommt verstärkt zu Regen. Auf meiner Fahrt nach Osten konnte ich dann schön miterleben, wie das Wetter nach und nach wieder besser wurde und die Wolken der Sonne immer mehr Platz machten.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 29, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 29, 2008

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Queen Elizabeth Park

In den nächsten Tagen fuhren wir mit dem Fahrrad in den Westen des Landes. Die Menschen am Straßenrand jubelten uns begeistert zu, Kinder ließen Steine fallen, die sie in den Händen hielten, um uns zuzuwinken und niemand versuchte etwas vom Fahrrad zu stehlen. Nur ganz vereinzelt hörten wir mal ein: „Give me money!" Aber dies blieb fast die absolute Ausnahme. Die Landschaft war wunderschön grün und relativ hügelig. Ebene Strecken suchten wir vergebens und so fuhren wir nur bergauf und bergab. Die einzige Gefahr ging von den großen Überlandbussen aus. Sobald ich einen in meinem Rückspiegel erblickte oder nur hörte, hieß es die Straße zu verlassen. Mit relativ hoher Geschwindigkeit brettern sie durch die Landschaft und scheinen manchmal richtiggehend um die Kurven zu driften. Auf den Heckscheiben kann man dann so schöne Sprüche lesen, wie: „God is my Provider!" oder „In God we trust!" Oh ja, dieser Glaube ist sehr wichtig für die Insassen!

Ein absolutes Highlight war die Fahrt durch den Queen Elizabeth Park. Dieser Nationalpark gehört zu den wenigen Afrikas, in dem es erlaubt ist, mit dem Fahrrad durchzufahren. Von der Straße aus konnten wir die verschiedensten Tiere beobachten: Elefanten, Nilpferde, Büffel, Gazellen, Antilopen, Warzenschweine und einige mehr. Beim Verlassen des Parks sahen wir auf einmal, keine 10 Meter von uns entfernt zwei Elefanten, die die Blätter von den angrenzenden Bäumen aßen. Wir fuhren ohne große Aufmerksamkeit zu verbreiten einfach weiter und so fühlten sich die beiden ungestört und ließen uns in Frieden.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 22, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 22, 2008